Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Aktien schlossen heute mehrheitlich im Minus. Am Tag des Verfalls zahlreicher Index-Futures und -Optionen sowie Aktienoptionen, auch "Dreifacher Hexensabbat" genannt, waren überwiegend erratische Ausschläge der Indizes zu beobachten. Zu größeren Kursbewegungen der Standardwerte kam es allerdings kaum. Der DAX verlor heute 0,50 Prozent auf 5.701,78 Punkte, während der MDAX 0,15 Prozent auf 8.531,10 Stellen zulegte. Für den SDAX ging es derweil 0,46 Prozent auf 4.233,68 Zähler abwärts. Der TecDAX verlor 0,63 Prozent auf 663,18 Punkte. Der Bund-Future gewann zuletzt 0,69 Prozent auf 138,58 Punkte, während sich der Euro um 0,07 Prozent auf 1,3031 US-Dollar verteuerte.
An den US-Börsen waren am Abend Gewinne zu beobachten. So gewann der Dow Jones zuletzt 0,30 Prozent auf 11.904,65 Punkte, während der NASDAQ Composite 1,01 Prozent auf 2.566,75 vorrückte. Der S&P 500 gewann daneben 0,64 Prozent auf 1.223,54 Punkte.
Mit einem Kursgewinn von 2,3 Prozent führte die Aktie von MAN den Dax heute an. Die Aktie von BASF gehörte mit einem Plus von 1,1 Prozent ebenfalls zu den Gewinnern. Der Chemiekonzern gab heute weitere Preiserhöhungen bekannt. Demnach sollen die Absatzpreise für Ethylamine in Europa mit sofortiger Wirkung angehoben werden. Ferner wurde eine Personalie gemeldet. Demnach wird Raimar Jahn (53), derzeit President des BASF-Unternehmensbereichs Coatings mit Sitz in Münster, zum 1. März 2012 President des Unternehmensbereichs Polyurethanes mit Sitz in Brüssel. Er folgt auf Wayne T. Smith, der mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung am 27. April 2012 in den Vorstand der BASF SE berufen wurde. Für RWE ging es 0,1 Prozent aufwärts. Der Energiekonzern will die Energiewende aktiv vorantreiben und reagiert damit auf die Belastungen in Zusammenhang mit dem Atomausstieg und die zu erwartenden zusätzlichen Kosten aus der Vollauktionierung der CO2-Zertifikate ab 2013. Das betonte Dr. Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender der RWE Power, auf einer Pressekonferenz in Paffendorf bei Bergheim. Daneben legte die Aktie von Bayer 0,1 Prozent zu. Die Vergleichsabkommen zwischen der Tochter Bayer CropScience und den Anbauern von US-Langkornreis im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten um gentechnisch veränderten Reis sind in Kraft getreten. Wie in den Vergleichsabkommen vereinbart, wird das Unternehmen zur gütlichen Beilegung der Forderungen der Farmer bis zu 750 Mio. US-Dollar zahlen. An dem Vergleichsprogramm konnten alle US-Landwirte teilnehmen, die im Zeitraum von 2006 bis 2010 Langkornreis angebaut haben.
Mit einem Kursverlust von 2,6 Prozent gehörten Anteile von E.ON (EON) zu den schwächsten Werten. Konzernangaben zufolge hat der Aufsichtsrat von E.ON Ruhrgas in seiner ordentlichen Sitzung vom 15. Dezember 2011 Hans-Peter Floren auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung von seiner Funktion als Vorstand für Gaseinkauf/Infrastruktur entbunden. Des Weiteren gab die Vorzugsaktie von Volkswagen (Volkswagen vz) 0,4 Prozent nach. Der Automobilkonzern konnte in den ersten elf Monaten ein deutliches Absatzplus bei den weltweiten Fahrzeugauslieferungen einfahren. So wurden im Zeitraum von Januar bis November insgesamt weltweit 7,51 Millionen Modelle ausgeliefert, was gegenüber dem Vorjahreswert von 6,59 Millionen Modellen einem Plus von 13,9 Prozent entspricht. Leichte Verluste waren auch bei der Aktie von Siemens zu beobachten, die 0,2 Prozent abgab. Der Technologiekonzern gab bekannt, dass Siemens VAI Metals Technologies von der zu ThyssenKrupp gehörenden ThyssenKrupp Steel Europe AG mit der Ablösung der bestehenden Basisautomatisierung und technologischen Regelsysteme der Gießwalzanlage am Standort Duisburg-Bruckhausen beauftragt wurde. Das Projekt mit einem Volumen von mehreren Millionen Euro wird im Frühjahr 2013 abgeschlossen sein. Dahinter verloren Anteile der Deutschen Bank 1,1 Prozent. Die Deutsche Bank plant einem Medienbericht zufolge den Verkauf ihrer Konzernsparte Asset Management. Wie die "Financial Times" unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, habe sich das Kreditinstitut im Rahmen einer strategischen Überprüfung dazu entschlossen, sich von der Konzernsparte zu trennen. Dabei strebe das Kreditinstitut einen Verkaufspreis von rund 2 Mrd. Euro an. Ferner hat die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote der Deutschen Bank von zuletzt "AA-" um eine Note auf "A+" heruntergestuft. Die Aktie der Deutsche Börse (Deutsche Boerse) verlor 2,8 Prozent.
Im MDAX war die Aktie von Rheinmetall mit +2,2 Prozent stärkster Wert. In der Spitzengruppe legte die Aktie von HOCHTIEF 2,0 Prozent zu. Die zum Baukonzern gehörende Tochter Leighton Holdings konnte in Australien weitere Großaufträge an Land ziehen. Die Aktie von EADS legte 0,6 Prozent zu. Der Luft- und Raumfahrtkonzern meldete, dass Cassidian Spanien vor kurzem einen Auftrag zur Entwicklung der Architektur des neuen konstruktiven Simulationssystems für das spanische Heer erhalten hat. Die Aktie des Verlagskonzerns Axel Springer gab 0,4 Prozent ab. Das Unternehmen hat die Mehrheit der Anteile an der Visual Meta GmbH erworben. Schwächster Wert war heute die Aktie von SGL CARBON mit -3,6 Prozent.
Die Aktie von alstria office REIT verlor an letzter Stelle 4,5 Prozent. An erster Stelle schlossen Balda mit +7,1 Prozent.
Im TecDax schloss die Aktie von Nordex unverändert. Der Windanlagenbauer Nordex stärkt seine Position als Projektentwickler in Frankreich. Wie der Konzern am Freitag verkündete, hat seine französische Tochtergesellschaft vier eigenentwickelte Windparks mit insgesamt 19 Anlagen des Typs N100/2500 verkauft. An erster Stelle im TecDAX stand heute die Aktie von SMA Solar Technology (+5,4 Prozent), während Q-Cells an letzter Stelle 6,3 Prozent abgaben.
DAX: 5.701,78 (-0,50 Prozent) MDAX: 8.531,10 (+0,15 Prozent) SDAX: 4.233,68 (-0,46 Prozent) TecDAX: 663,18 (-0,63 Prozent) (16.12.2011/ac/n/m)