Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach dem Höhenflug vom Vortag gingen die wichtigsten deutschen Aktienindizes am Freitag mit uneinheitlicher Tendenz aus dem Handel. Die Anleger nahmen teilweise Gewinne mit. Der DAX gewann 0,13 Prozent auf 6.346,19 Punkte, während der MDAX 0,50 Prozent auf 9.339,79 Stellen fiel. Für den SDAX ging es derweil um 0,13 Prozent auf 4.661,45 Zähler nach oben. Der TecDAX verschlechterte sich um 0,17 Prozent auf 716,82 Punkte. Der Bund-Future gewann zuletzt 0,05 Prozent auf 133,78 Punkte, während sich der Euro um 0,20 Prozent auf 1,4169 US-Dollar verbilligte.
Die tariflichen Monatsverdienste der Arbeitnehmer in Deutschland sind im Juli 2011 angewachsen. Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte, kletterten die Tarifverdienste gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,8 Prozent. Dabei lag der Anstieg in der Privatwirtschaft im Berichtszeitraum bei 2,4 Prozent und im Bereich "Nicht marktbestimmte Dienstleistungen", zu dem unter anderem die Wirtschaftsbereiche Öffentliche Verwaltung, Erziehung und Unterricht sowie Gesundheitswesen gehören, bei 0,6 Prozent.
An der Wall Street zeichnet sich heute eine negative Tendenz ab. So notieren die wichtigsten US-Indizes derzeit mit bis zu 0,3 Prozent im Minus. Am Montag stehen in der EU die Daten zur Arbeitslosigkeit im September an. In den USA wird der Einkaufsmanagerindex Chicago für Oktober bekannt gegeben.
Im Mittelpunkt des Interesses stand heute im Dax der Quartalsausweis von Linde . Der Technologiekonzern hat im dritten Quartal 2011 an die gute Geschäftsentwicklung des ersten Halbjahres angeknüpft und per Ende September bei Konzernumsatz und operativem Konzernergebnis deutliche Steigerungsraten erzielt. Ferner wurde der Ausblick für 2011 bekräftigt. Der Konzernumsatz erhöhte sich in den ersten neun Monaten 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,5 Prozent auf 10,21 Mrd. Euro. Bereinigt um Währungskurseffekte entspricht dies einem Umsatzplus von 9,0 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich um 20,7 Prozent auf 903 Mio. Euro. Nach Berücksichtigung der Anteile anderer Gesellschafter entfielen davon 856 Mio. Euro (Vorjahr: 698 Mio. Euro) auf die Aktionäre der Linde AG. Das Ergebnis je Aktie stieg somit auf 5,02 Euro (Vorjahr: 4,13 Euro). Auf angepasster Basis, also bereinigt um die Auswirkungen der Kaufpreisallokation im Zuge der BOC-Übernahme, entspricht dies einem Ergebnis je Aktie von 5,68 Euro (Vorjahr: 4,88 Euro). Die Aktie verteuerte sich um 1 Prozent. Daneben ging es für Infineon (Infineon Technologies) um 0,3 Prozent nach unten. Der Aufsichtsrat beschlossen des Technologiekonzerns hat beschlossen, den Vorstand um ein Mitglied zu erweitern. So wird Arunjai Mittal mit Wirkung zum 1. Januar 2012 zum Mitglied des Vorstands bestellt. Daneben wird das Geschäft Industrial & Multimarket (IMM) zum 1. Januar 2012 in die zwei Divisionen Power Management & Multimarket (PMM) sowie Industrial Power Control (IPC) aufgeteilt. Die beiden Divisionen Chip Card & Security (CCS) sowie Automotive (ATV) bleiben bestehen.
Die zum Pharmakonzern Bayer gehörende Bayer MaterialScience AG hat bereits gestern den Verkauf der Tochtergesellschaft Viverso GmbH an die Nuplex Industries Ltd. angekündigt. Der Kaufpreis wurde auf 75 Mio. Euro beziffert. Der Titel gab daraufhin heute um 0,4 Prozent nach. BASF verbesserten sich daneben um 1,1 Prozent. Die hundertprozentige BASF-Tochter Wintershall hat mit dem russischen Erdgaskonzern OAO Gazprom (Gazprom (Spons ADRs)) einen umfangreichen Asset-Tausch vereinbart. So sollen zwei weitere Blöcke der Achimov-Formation des Urengoi-Feldes in Westsibirien gemeinsam erschlossen werden. Wintershall werde sich dabei zunächst mit 25 Prozent plus einem Anteil an der Entwicklung der Blöcke IV und V beteiligen. Weiterhin erhält Wintershall eine Option, diese Beteiligung auf 50 Prozent zu erhöhen. Dabei sehen die Rahmenvereinbarungen vor, dass Gazprom im Gegenzug wertgleiche Beteiligungen an einigen ausgewählten Explorations- und Produktionsprojekten der Wintershall in der Nordsee (Niederlande, UK) erhalten soll. Gazprom solle im Ergebnis an der Hälfte der jeweiligen Wintershall-Anteile in den Konzessionen beteiligt werden. Als Tagessieger im DAX verteuerten sich Fresenius Medical Care um 4,7 Prozent, während gleichzeitig Commerzbank mit einem Wertverlust von 4,3 Prozent ganz oben auf dem Verkaufszettel der Investoren standen.
Wacker Chemie (Wacker Chemie) brachen als schwächster Wert im MDAX nach Drittquartalszahlen um 9,8 Prozent ein. So stieg der Umsatz des Chemiekonzerns leicht um 1 Prozent auf 1,28 Mrd. Euro. Das EBIT ging aber um 16 Prozent auf 197,2 Mio. Euro zurück. Die EBIT-Marge sank auf 15,4 (Vorjahr: 18,5) Prozent. Das Ergebnis der Berichtsperiode verringerte sich auf 124,9 (Vorjahr: 155,8) Mio. Euro bzw. 2,50 (Vorjahr: 3,13) Euro je Aktie. Derweil hat die zum Verlagskonzern Axel Springer gehörende französische Tochtergesellschaft SeLoger.com das französische Ferienimmobilienportal a-Gites.com erworben. Die Papiere verteuerten sich daraufhin um 0,4 Prozent. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren standen im MDAX heute Krones mit einem Zugewinn von 3,7 Prozent.
centrotherm photovoltaics (centrotherm photovoltaics) verschlechterten sich heute als schwächster Wert im TecDax um 9 Prozent. Der Solartechnikkonzern hat die Gewinnprognose für das laufende Fiskaljahr nach unten revidiert. So geht man nunmehr noch von einem höheren Jahresumsatz bei einer leicht positiven EBIT-Marge aus. Den weiteren Angaben zufolge belief sich der Konzernumsatz in den ersten neun Monaten nach vorläufigen Zahlen auf 635,7 Mio. Euro und lag damit bereits über dem Niveau des Gesamtjahres 2010. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug 25,2 Mio. Euro. Dies entspricht einer EBIT-Marge von 4,0 Prozent. Daneben ging es für PSI um 0,8 Prozent nach unten, nachdem der Quartalsausweis des Konzerns mit Enttäuschung aufgenommen wurde. Zwar wuchs der Konzernumsatz in den ersten neun Monaten 2011 um 3 Prozent auf 117,3 Mio. Euro. Das Konzernergebnis nach Zinsen und Steuern lag allerdings aufgrund temporärer Effekte aus latenten Steuern mit 3,4 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 3,6 Mio. Euro. Die Erwartung für das EBIT wurde auf einen Korridor von 10 bis 11 Mio. Euro gesenkt. Indes geht das Management weiterhin vom Erreichen der Ziele von 185 Mio. Euro für den Auftragseingang und von 170 Mio. Euro für den Konzernumsatz aus. MorphoSys verzeichnete derweil in den ersten neun Monaten 2011 einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis. So erhöhten sich die Konzernumsätze im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 33 Prozent auf 83,7 Mio. Euro. Dieser Zuwachs ist hauptsächlich auf eine technologiebezogene Meilensteinzahlung zurückzuführen, welche im ersten Quartal 2011 erfolgte. Der operative Gewinn stieg auf 19,9 Mio. (2010: 8,0 Mio.) Euro und der Nettogewinn auf 13,0 Mio. (2010: 7,2 Mio.) Euro. Der sich ergebende verwässerte Gewinn pro Aktie erhöhte sich auf 0,56 (2010: 0,32) Euro. Die Aktie des Biotechnologiekonzerns gab um 1,2 Prozent nach.
DAX: 6.346,19 (+0,13 Prozent) MDAX: 9.339,79 (-0,50 Prozent) SDAX: 4.661,45 (+0,13 Prozent) TecDAX: 716,82 (-0,17 Prozent) (28.10.2011/ac/n/m)