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22.06.2011 18:06

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Börse Frankfurt Schluss: Uneinheitlich, Südzucker im Aufwind, Merck unter Druck

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes tendierten am Mittwoch uneinheitlich. Dabei hellte der Umstand, dass der griechische Ministerpräsident Papandreou gestern im Parlament die Vertrauensfrage erfolgreich gemeistert hatte, die Stimmung auf. Damit steigen die Chancen, dass das Milliarden-Sparpaket in der kommenden Woche vom Parlament abgesegnet wird. Allerdings hielten sich die Investoren vor der am Abend anstehenden Zinsentscheidung der Fed mit Neuengagements zurück. Der DAX verschlechterte sich um 0,10 Prozent auf 7.278,19 Punkte. Der MDAX stieg um 0,09 Prozent auf 10.661,52 Stellen. Für den SDAX ging es derweil um 0,14 Prozent nach oben auf 5.315,75 Zähler. Der TecDAX gab um 0,16 Prozent nach auf 875,07 Punkte. Der Bund Future gewann zuletzt 0,27 Prozent auf 126,23 Zähler, während sich der Euro um 0,22 Prozent auf 1,4405 US-Dollar verbesserte.

An der Wall Street tendieren die wichtigsten amerikanischen Indizes derzeit kaum verändert. Konjunkturseitig werden morgen in Deutschland der Dienstleistungsindex und der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe für Juni erwartet. In der EU stehen die Einkaufsmanagerindizes zu Veröffentlichung an. In den USA werden die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, der Chicago Fed National Activity Index für Mai sowie die Verkäufe neuer Häuser für Mai bekannt gegeben.

Mit einem Abschlag von 2,8 Prozent bildeten die Aktien von Merck heute das Schlusslicht im DAX. Der Pharmahersteller hat im Nachgang zum behördlichen Feedback beschlossen, den weltweiten Zulassungsprozess für Cladribin-Tabletten zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose (MS) nicht weiter zu verfolgen. Indes klagt RWE einem Medienbericht zufolge gegen die Atomsteuer. Demnach reicht der Konzern heute beim zuständigen Hauptzollamt Augsburg Widerspruch gegen den Bescheid zur Zahlung der Brennelemente-Steuer für den Meiler Gundremmingen ein. Da der Widerspruch voraussichtlich abgelehnt wird, wird RWE später klagen. Am Ende muss das Finanzgericht München entscheiden. RWE soll laut dem Bericht 2011 rund 700 Mio. Euro an Brennelemente-Steuer zahlen. Ferner treibt der Vorstandschef des Energieversorgers, Jürgen Großmann, einem Pressebericht zufolge den fälligen Umbau des Energiekonzerns weiter voran und plant neben dem Verkauf von Randaktivitäten auch strategische Kooperationen. Wie es heißt, will RWE bereits in den kommenden Tagen den Verkauf der Mehrheit seiner Netzsparte Amprion verkünden. Bis Ende Juni sollen 75 Prozent der Sparte den Besitzer wechseln. Für die Aktie des Energieversorgers ging es um 0,6 Prozent nach oben. Die Papiere des Konkurrenten E.ON (EON) gewannen 0,8 Prozent an Wert. Der Konzern hat den Aufbau öffentlicher Ladestationen für Elektrofahrzeuge im Münchener Umland abgeschlossen. Schließlich verbilligten sich Siemens um 0,8 Prozent, nachdem der Technologiekonzern mitteilte, dass er den Dorukhan-Tunnel zwischen Mengen und Devrek in der Türkei mit neuester Energie-, Beleuchtungs- und Ventilationstechnik sowie den zugehörigen Sicherheits- und Kommunikationssystemen ausrüsten wird. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren fanden sich zum Handelsschluss die Titel von adidas mit einem Zugewinn von 0,9 Prozent wieder.

Im MDAX standen heute insbesondere die Anteilsscheine von Südzucker (Suedzucker) im Blick, die sich als zweitbester Wert um 4 Prozent verteuerten. Der Konzern hat nach einem starken ersten Quartal 2011/12 seine Jahresprognose erhöht. So konnte man in den ersten drei Monaten (1. März 2011 bis 31. Mai 2011) des Geschäftsjahres 2011/12 den Konzernumsatz gegenüber Vorjahr um rund 7 Prozent auf 1,64 Mrd. Euro verbessern. Das operative Konzernergebnis erhöhte sich um etwa 24 Prozent auf 184 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2011/12 rechnet Südzucker nun mit einem Anstieg des Konzernumsatzes auf rund 6,5 (Vorjahr: 6,2) Mrd. Euro und einem operativen Konzernergebnis von mehr als 600 (Vorjahr: 519) Mio. Euro. Indes meldete EADS weitere Großaufträge. Die indische Billigfluglinie IndiGo hat bei Airbus insgesamt 180 Maschinen geordert. Dabei handelt es sich um 150 Maschinen vom Typ A320neo sowie weitere 30 Flugzeuge vom Typ A320. Des Weiteren hat die kuwaitische Leasinggesellschaft ALAFCO sechs weitere Flugzeuge vom Typ Airbus A350 XWB bestellt. Zudem hat die Fluggesellschaft Republic Airways Holdings Airbus mit der Lieferung von jeweils 40 Maschinen vom Typ A319neo und A320neo beauftragt. Der Titel legte um 0,3 Prozent zu. Daneben verläuft die Luftfahrtmesse in Le Bourget für MTU Aero Engines sehr erfolgreich. Man konnte mehrere Großaufträge an Land ziehen. Insgesamt sind Bestellungen von zehn Kunden für die Getriebefan-Familie PurePower PW1000G, den Boeing 747-8-Antrieb GEnx und den Klassiker V2500 für die A320-Familie eingegangen. Die Auftragseingänge haben mehr als 600 Mio. Euro erreicht. Das ist nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Egon Behle doppelt so viel wie auf der letzten Paris Air Show vor zwei Jahren. Die Aktie verbesserte sich heute um 0,5 Prozent. Die rote Laterne ging schließlich mit einem Abschlag von 1,5 Prozent an STADA Arzneimittel, während vorne Krones um 4,1 Prozent vorrückten.

Mit einem Aufschlag von 3,6 Prozent konnten sich die Papiere von Pfeiffer Vacuum heute auf den ersten Platz der Gewinnerliste im TecDax setzen, während SINGULUS als Schlusslicht um 3,2 Prozent nachgaben.

Im SDAX legten DIC Asset um 0,3 Prozent zu. Der Immobilienkonzern teilte mit, dass man den bestehenden Mietvertrag mit der Galeria Kaufhof GmbH über rund 20.400 Quadratmeter in Leverkusen (Wiesdorfer Platz 82) erfolgreich verlängert hat. Damit bleibt die Immobilie wie bisher vollständig vermietet.

DAX: 7.278,19 (-0,10 Prozent) MDAX: 10.661,52 (+0,09 Prozent) SDAX: 5.315,75 (+0,14 Prozent) TecDAX: 875,07 (-0,16 Prozent) (22.06.2011/ac/n/m)

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