Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes beendeten den Handelstag im Minus. Dabei hielt die Schuldenkrise die Märkte weiterhin im Griff. Ferner belasteten die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il. Der DAX verlor zuletzt 0,54 Prozent auf 5.670,71 Punkte. Der MDAX gab um 0,47 Prozent nach auf 8.490,89 Stellen. Für den SDAX ging es derweil um 0,04 Prozent nach unten auf 4.232,06 Zähler, während der TecDAX 0,48 Prozent auf 660,00 Punkte nachgab. Der Bund Future fiel zuletzt um 0,15 Prozent zurück auf 138,37 Zähler, während der Euro um 0,09 Prozent auf 1,3024 Dollar verlor.
An der Wall Street notieren die wichtigsten US-Indizes zur Stunde mit bis zu 0,49 Prozent im Minus. Morgen werden unter anderem die Zahlen zum deutschen ifo-Geschäftsklimaindex, die GfK-Konsumklimastudie und die Zahlen zum deutschen Bauhauptgewerbe veröffentlicht. Aus den USA werden die Wohnbaubeginne sowie die Wohnbaugenehmigungen gemeldet.
Anteilsscheine der Deutschen Telekom (Deutsche Telekom) gaben heute 1,2 Prozent ab. Der Verkauf der US-Mobilfunktochter an den US-Konzern AT&T (AT&T) wird einem Medienbericht zufolge immer unwahrscheinlicher. Wie es unter Berufung auf informierte Kreise heißt, seien die Verhandlungen von AT&T mit den zuständigen Behörden über einen Kauf von T-Mobile USA auf Eis gelegt worden. Dies könnte laut dem Bericht ein Anzeichen dafür sein, dass AT&T möglicherweise den rund 39 Mrd. US-Dollar schweren Kauf der Mobilfunkaktivitäten der Deutschen Telekom in den USA abblasen könnte. BASF kündigte indes weitere Preiserhöhungen an. So wurden die Absatzpreise für Ethanolamine (EOA) in Europa mit sofortiger Wirkung angehoben. Im Einzelnen verteuern sich demnach die Verkaufspreise für Monoethanolamin, Diethanolamin und Triethanolamin um jeweils 50 Euro pro Tonne. Der Titel verlor rund 1 Prozent an Wert.
Der Technologiekonzern Siemens hat einen Großauftrag im Bereich Bahntechnik erhalten. So hat die russische Bahngesellschaft RZD acht weitere Hochgeschwindigkeitszüge "Velaro RUS" in Auftrag gegeben. Hinzu komme ein Instandhaltungsvertrag für die Dauer von 30 Jahren. Die Auslieferung der Züge, die im Siemens-Werk Krefeld gefertigt werden, beginnt im Januar 2014. Das Auftragsvolumen wurde dabei auf rund 600 Mio. Euro beziffert. Papiere von Siemens fielen um 0,2 Prozent zurück. Aktien von Bayer gaben derweil um 0,7 Prozent ab. Dabei hat der Chemie- und Pharmakonzern zwei weitere Zulassungen für den Gerinnungshemmer Xalreto (Rivaroxaban) erhalten. An der Indexspitze behaupteten sich Aktien von Henkel mit einem Plus von 1,3 Prozent. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen METRO und Linde mit Aufschlägen von 1,0 Prozent bzw. 0,7 Prozent.
Im MDAX verloren GEA Group 0,3 Prozent. Der Technologiekonzern hat im Dezember 2011 seien Finanzierungsspielraum mit einem zinsverbilligten Darlehen über 56 Mio. Euro von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) weiter ausgebaut. Die Laufzeit der Fazilität liegt bei fünf Jahren. In der Eigentümerfamilie des Bahntechnikkonzerns Vossloh formiert sich derweil der Widerstand gegen den Investor Heinz Hermann Thiele. "Wir haben dieses Unternehmen immer als unser Unternehmen gesehen. Wir fühlen uns verpflichtet, den nächsten Generationen und den Mitarbeitern gegenüber", erklärte Peter Langenbach, Nachkomme des Vorfahren und Firmengründers Eduard Vossloh und Sprecher der Vossloh-Familie, gegenüber der Presse. Die Vosslohs - aktuell gehören ihnen rund 36 Prozent der Aktien - bauen laut einem Pressebericht zufolge ihren Einfluss aus. "Es gibt Teile der Familie, die gerade ihren Anteil erhöhen", sagt Langenbach. Der Titel verteuerte sich um 0,5 Prozent.
Im TecDax markierten Papiere von centrotherm mit einem Plus von 2,7 Prozent die Indexspitze. Anteilsscheine des Windanlagenbauers Nordex lagen zuletzt knapp im Plus. Der Projektentwickler WKN USA hat Nordex als Lieferant für den 30-Megawatt-Windpark "Mozart" in Texas benannt. Nordex wird die zwölf Windenergieanlagen vom Typ N100/2500 ab August kommenden Jahres aus seinem US-Werk in Jonesboro liefern. Der Auftrag umfasst außerdem die Errichtung und Inbetriebnahme sowie den zweijährigen Extended-Service. Ferner hat Nordex weitere wesentliche Meilensteine auf dem Weg zum Serienstart der Binnenlandturbine N117/2400 erreicht: Am 16. Dezember 2011 errichtete der Anlagenhersteller im Bürgerwindpark "Stadum" in Schleswig-Holstein die erste Anlage von diesem neuen Typ. Am Indexende stachen Aktien von Q-Cells mit einem Abschlag von 6,5 Prozent hervor.
Im SDAX flogen Air Berlin an der Indexspitze um mehr als 8 Prozent vor. Die Fluggesellschaft und Etihad planen, bedeutende Maßnahmen der Zusammenarbeit im operativen Bereich zu entwickeln. Hierzu zählt insbesondere der Abschluss einer weitreichenden Code-Share-Vereinbarung. Den Angaben zufolge erwartet man hierdurch im Jahr 2012 Synergieeffekte in Höhe von rund 35 bis 40 Mio. Euro. Etihad wird im Rahmen einer Kapitalerhöhung eine Beteiligung an der Air Berlin erwerben, die zusammen mit dem derzeit von Etihad kontrollierten Anteil von 2,99 Prozent zu einem Stimmrechtsanteil von 29,21 Prozent an Air Berlin führen wird. Ferner wird Etihad der Air Berlin-Gruppe Finanzierungsmittel in Höhe von bis zu 255 Mio. US-Dollar mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2016 bereitstellen. Für alstria office REIT (alstria office REIT-AG) ging es nur geringfügig nach oben. Der Konzern hat sich einen neuen Kredit gesichert. So hat der von der Berlin Hyp und der Landesbank Berlin zur Verfügung gestellte endfällige Kredit mit einem Gesamtvolumen von 56 Mio. Euro eine Laufzeit von sieben Jahren. Damit werde die durchschnittliche Restlaufzeit von alstrias Verbindlichkeiten von 3,6 auf 3,8 Jahre verbessert. Die neuen Zinskonditionen sind mit einem 3 Prozent Zins-Cap voll abgesichert. Gemieden wurden heute insbesondere Papiere von DIC Asset und SAF-Holland, die 4,4 Prozent bzw. 5,47 Prozent an Wert verloren.
DAX: 5.670,71 (-0,54 Prozent) MDAX: 8.490,89 (-0,47 Prozent) SDAX: 4.232,06 (-0,04 Prozent) TecDAX: 660,00 (-0,48 Prozent)
(19.12.2011/ac/n/m)