Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes beendeten den Handel am "Hexensabbat" im Plus. Die Indizes profitierten dabei auch von positiven Vorgaben aus den USA. Der DAX gewann zuletzt 0,84 Prozent auf 7.451,62 Punkte. Der MDAX legte um 0,78 Prozent zu auf 11.213,52 Punkte. Für den SDAX ging es derweil leicht um 0,22 Prozent nach unten auf 5.061,67 Zähler, während der TecDAX um 0,47 Prozent auf 819,13 Punkte anzog. Der Bund Future verlor zuletzt 0,17 Prozent auf 139,96 Zähler, während der Euro um 0,13 Prozent auf 1,2990 Dollar nachgab.
In den USA notieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 0,48 Prozent im Plus. Am kommenden Montag wird aus den SA der Chicago Fed National Activity Index gemeldet. In Deutschland steht der ifo-Geschäftsklimaindex auf der Agenda.
Das deutsche Steueraufkommen ist im August angewachsen. Dies geht aus dem heute vorgelegten Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums (BMF) hervor. So lagen die Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) mit 41,26 Mrd. Euro um 12,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Einzelnen kletterten die Steuereinnahmen des Bundes um 10,5 Prozent auf 19,64 Mrd. Euro, während die Steuern für die Länder um 13,5 Prozent auf 17,49 Mrd. Euro zunahmen. Wie darüber hinaus aus dem BMF-Monatsbericht hervorgeht, deutet die Gesamtheit der Wirtschaftsdaten darauf hin, dass sich das Wirtschaftswachstum im weiteren Jahresverlauf gegenüber der unerwartet günstigen Entwicklung in der ersten Jahreshälfte abschwächen dürfte. Zwar zeigten einige "harte" Konjunkturindikatoren am aktuellen Rand unerwartet günstige Ergebnisse, aber die Unternehmensstimmung trübte sich weiter ein. So verschlechterten sich bei den Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate das vierte Mal in Folge (Umfrage des ifo Instituts). Auch die Dienstleistungsunternehmen schätzten ihre Geschäftsaussichten bereits den dritten Monat in Folge deutlich ungünstiger ein. Ungünstigere Aussichten hinsichtlich der weiteren weltwirtschaftlichen Entwicklung sprechen ebenfalls für eine Belastung der konjunkturellen Entwicklung Deutschlands in den nächsten Monaten.
Als drittschwächster Wert im Dax liefen adidas mit einem Abschlag von 0,6 Prozent hinterher. Herbert Hainer, Vorstandschef des Sportartikelherstellers, hat bei einer Investorenveranstaltung die langfristigen finanziellen Ziele des Konzerns, wie sie im strategischen Geschäftsplan Route 2015 dargelegt sind, bestätigt und bekräftigt. Während bei der Kernmarke adidas die mittelfristige Umsatzprognose nach oben revidiert wurde, senkte der Sportartikelhersteller aber seine Umsatzerwartung für die US-Marke Reebok. Im Anschluss wurden die Prognosen für das laufende Fiskaljahr bestätigt. Demnach erwartet adidas für das Gesamtjahr 2012 nach wie vor einen neuen Rekordumsatz und -gewinn. Der Konzern geht davon aus, dass sich der währungsbereinigte Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um annähernd 10 Prozent erhöhen wird und das Ergebnis je Aktie um 15 bis 17 Prozent steigen wird (770 bis 785 Mio. Euro). Die operative Marge des Konzerns dürfte sich auf annähernd 8 Prozent verbessern.
Deutsche Bank (Deutsche Bank) verteuerten sich heute um 1,7 Prozent. Die Bank will einem Medienbericht zufolge in Deutschland im Rahmen ihres Sparprogramms mehr als 500 Stellen streichen. Wie es heißt, sollen in einem ersten Schritt in den Zentralen der Tochter Deutsche Postbank und der Deutschen Bank in Frankfurt 543 Stellen wegfallen. Der Betriebsrat sei den Angaben zufolge über die Pläne informiert. Langfristig stehen den Angaben zufolge in Deutschland mehrere tausend Stellen auf dem Spiel. Daneben fuhren Daimler um 2,5 Prozent vor. Der Automobilkonzern will einem Medienbericht zufolge rund 1 Mrd. Euro bei der Automobiltochter Mercedes einsparen. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren fanden sich im DAX die Papiere von Volkswagen mit einem Zugewinn von 3,4 Prozent wieder, während am Indexende METRO um 1,4 Prozent abgaben.
Im MDAX richtete sich der Fokus der Investoren auf die Aktie von RHÖN-KLINIKUM (RHOeN-KLINIKUM), die sich als Spitzenreiter um 3,6 Prozent verteuerte. Der Kampf um den Klinikbetreiber geht nach dem gescheiterten Übernahmeversuch durch den Gesundheitskonzern Fresenius (Fresenius SECo) einem Medienbericht zufolge offenbar in eine neue Runde. Wie es unter Berufung auf informierte Kreise heißt, arbeitet Michael Philippi, Chef des viertgrößten deutschen Krankenhauskonzerns Sana, an einem Übernahmeangebot für RHÖN-KLINIKUM. Philippi habe seine Pläne bereits mit seinen Anteilseignern - rund 30 Unternehmen aus der Privaten Krankenversicherung - abgestimmt, heißt es unter Berufung auf informierte Kreise. Den Angaben zufolge versuchen die Assekuranzfirmen derzeit, Aktien von RHÖN-KLINIKUM außerhalb der Börse aufzukaufen. Im Moment sollen sie etwa 7 Prozent des Kapitals kontrollieren.
Daneben notierten die Anteilsscheine von Douglas (DOUGLAS) 0,3 Prozent fester. Die Parfümeriekette hat Medienberichte über ein mögliches Übernahmeangebot durch einen Finanzinvestor bestätigt. So erklärte die Douglas Holding vor dem Hintergrund der aktuellen Berichterstattung in den Medien, dass nach wie vor Gespräche zwischen der Gesellschaft, Vertretern verschiedener wesentlich beteiligter Aktionäre und einem Finanzinvestor über den möglichen Erwerb einer wesentlichen Beteiligung des Investors an der Douglas Holding AG im Rahmen eines öffentlichen Übernahmeangebots geführt werden. Dies war den Angaben zufolge auch Gegenstand der Sitzung des Aufsichtsrats am 19. September 2012. Ob es tatsächlich zu einer Transaktion kommt, sei allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Als Schlusslicht im MDAX gaben GAGFAH um 4,3 Prozent nach.
DAX: 7.451,62 (+0,84 Prozent) MDAX: 11.213,52 (+0,78 Prozent) SDAX: 5.061,67 (-0,22 Prozent) TecDAX: 819,13 (+0,47 Prozent)
(21.09.2012/ac/n/m)