Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte können nach schwächerem Handelsbeginn am Mittag in die Pluszone drehen. Dabei werden die Sorgen über eine weitere Ausweitung der Euro-Krise sowie Befürchtungen über eine mögliche Abstufung des Ausblicks für die Bonitätsnote Frankreichs weitestgehend ignoriert. Vor dem am Nachmittag anstehenden Treffen der Finanzminister der Euro-Länder hoffen viele Anleger vielmehr auf Lösungsansätze zur Bewältigung der Krisensituation. Der DAX gewinnt aktuell 0,91 Prozent auf 5.797,85 Punkte, während der MDAX um 0,69 Prozent auf 8.649,66Stellen zulegt. Für den SDAX geht es derweil um 0,01 Prozent auf 4.316,78 Zähler nach oben. Der TecDAX gewinnt 1,29 Prozent auf 683,59 Punkte. Der Bund-Future verliert 0,14 Prozent auf 133,69 Punkte, während der Euro um 0,59 Prozent auf 1,3392 US-Dollar zulegt.
An der Wall Street zeichnet sich nach den deutlichen Zugewinnen vom Vortag erneut eine festere Handelseröffnung ab. Aktuell notiert der Dow Jones-Future mit einem Plus von 91,00 Punkten, während der S&P 500-Kontrakt 11,80 Zähler zulegen kann. Der Nasdaq 100-Future gewinnt derzeit 19,25 Zähler. Am Nachmittag werden in den USA unter anderem der Case Shiller-Hauspreisindex, das US-Verbrauchervertrauen und der FHFA-Hauspreisindex veröffentlicht.
Im Dax kann die Commerzbank ihre anfänglichen Zugewinne weiter ausbauen und legt an der Spitze mehr als 2,2 Prozent zu. Ebenfall gefragt sind Anteilsscheine des Düngemittelkonzerns K+S . Einer Pressemitteilung zufolge hat der Aufsichtsrat dem Vorhaben des Vorstands zugestimmt, das Legacy Projekt in der kanadischen Provinz Saskatchewan zu realisieren. Hierzu wurden Investitionen in Höhe von insgesamt 3,25 Mrd. Kanadische Dollar (CAD) (entspricht rund 2,4 Mrd. Euro) genehmigt. "Das Legacy Projekt ist ein bedeutender Schritt zum Ausbau unserer Kalikapazitäten und eröffnet uns die Teilnahme am Wachstum des Weltkalimarktes. Zusammen mit unseren bestehenden Kalibergwerken in Deutschland wird dies die internationale Wettbewerbsfähigkeit von K+S erheblich stärken und im Ergebnis der gesamten K+S Gruppe in Europa und Übersee zugute kommen", sagt der K+S-Vorstandsvorsitzende Norbert Steiner. "Der neue Standort wird sich darüber hinaus positiv auf unsere durchschnittlichen Produktionskosten auswirken und unsere Flexibilität erhöhen", so Steiner weiter. Nachdem die Aktie am Morgen mit recht deutlichen Minuszeichen gestartet war, rückt der Wert aktuell mit einem Plus von rund 2,2 Prozent auf Platz 2 im DAX vor.
Ebenfalls deutlich fester präsentieren sich Anteilsscheine des Chemiekonzerns BASF . Zuvor hatte der Konzern einen starken Ausblick für die kommenden Geschäftsjahre abgegeben. Wie es in der Pressemitteilung heißt, will der weltweit führende Chemiekonzern bis 2020 schneller wachsen als das weltweite BIP. Dabei gehe man von einem jährlichen BIP-Wachstum von durchschnittlich 3 Prozent aus, das damit etwas höher als in den vergangenen zehn Jahren ist. Der Anstieg der Chemieproduktion wird mit durchschnittlich 4 Prozent pro Jahr eingeschätzt. BASF strebt an, weiterhin zwei
Prozentpunkte über der globalen Chemieproduktion zu wachsen und
damit ein Umsatzwachstum von durchschnittlich 6 Prozent pro Jahr bis 2020 zu erzielen. Insgesamt will die BASF einen Umsatz von rund 115 Mrd. Euro und bei weiterer Stärkung der Ertragskraft ein EBITDA von 23 Mrd. Euro im Jahr 2020 erreichen. Diese Aussagen kommen derzeit bei den Investoren gut an und sorgen für ein Plus von 2,1 Prozent.
Mit im vorderen Drittel des DAX sind auch Anteilsscheine des Industriegaseherstellers Linde zu finden, die 0,9 Prozent anziehen können. Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, werde Linde die gesamte Gasversorgung des Stahlunternehmens Hebei Puyang Iron and Steel Ltd. in Wu'an (Hebei Provinz, Nordchina) übernehmen und hierfür rund 120 Mio. Euro investieren.
Am unteren Ende des DAX sind derzeit Anteilsscheine von Daimler mit einem Abschlag von 1,1 Prozent zu finden. Außerdem tendieren aktuell Deutsche Telekom und BMW leichter.
Im MDAX baut Bilfinger Berger die morgendlichen Zugewinne weiter aus und tendiert aktuell 2,5 Prozent fester. Einem Medienbericht zufolge will der Baukonzern seine Markenvielfalt reduzieren. An der Spitze sind derzeit Rheinmetall und ProSieben mit Zugewinnen von mehr als 3,5 Prozent zu finden.
Am unteren Ende geben derzeit Heidelberger Druck um 1,5 Prozent ab. Auch KUKA und DEUTZ präsentieren sich mehr als 1 Prozent leichter.
Im SDAX hat heute der Ölfeld-Service-Dienstleister C.A.T. Oil Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Demnach wuchs der Umsatz um 14,3 Prozent auf 74,7 Mio. Euro, nach 65,4 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Ferner kletterte das EBITDA um 13,8 Prozent auf 18,9 Mio. Euro und die EBITDA-Marge erreichte 25,3 (2010: 25,4) Prozent. Für das Gesamtjahr 2011 sieht sich C.A.T. oil auf gutem Weg, die Ziele zu erreichen. Aktuell kann der Wert 3,6 Prozent zulegen und liegt damit hinter Balda und SKW Stahl auf dem dritten Rang. Am unteren Ende des SDAX brechen derzeit Praktiker um 13 Prozent ein.
Im TecDax stehen Anteilsscheine des Biotechnologiekonzerns QIAGEN im Fokus, nachdem der Konzern in der Nacht zum Dienstag Effizienzsteigerungsmaßnahmen angekündigt hatte. Dadurch sollen Prozesse vereinfacht und die Produktivität weiter verbessert werden. Von den geplanten Maßnahmen sind nach Aussage des Konzerns rund 8 bis 10 Prozent der rund 3.800 Mitarbeiter des Konzerns betroffen. Aktuell kann der Wert 1,8 Prozent zulegen. An der Spitze befinden sich derzeit Gigaset und AIXTRON mit Zugewinnen von mehr als 4,2 bzw. 3,9 Prozent.
Am unteren Ende geben derzeit PSI um 2,6 Prozent ab.
DAX: 5.797,85 (+0,91 Prozent) MDAX: 8.649,66 (-0,69 Prozent) SDAX: 4.316,78 (+0,01 Prozent) TecDAX: 683,59 (+1,29 Prozent) (29.11.2011/ac/n/m)