Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Vor dem Hintergrund wieder aufkommender Rezessionssorgen konnten die wichtigsten deutschen Aktienindizes ihre anfänglich deutlichen Gewinne nicht verteidigen und sind im Montaghandel bis zur Mittagszeit teilweise wieder in die Verlustzone gerutscht. Der DAX verliert aktuell 0,52 Prozent auf 5.939,70 Punkte, während der MDAX 0,31 Prozent auf 8.984,00 Stellen steigt. Für den SDAX geht es derweil um 0,67 Prozent auf 4.484,54 Zähler nach oben. Der TecDAX verbessert sich um 0,57 Prozent auf 694,49 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,56 Prozent auf 135,43 Punkte, während sich der Euro um 0,09 Prozent auf 1,3834 US-Dollar verbilligt.
Die deutschen Frühindikatoren sind im August 2011 gesunken. Dies gab das Conference Board heute bekannt. Demnach fielen die Frühindikatoren um 2,0 Prozent. Für Juli 2011 war hingegen ein Rückgang von 0,1 Prozent ausgewiesen worden.
Beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU hat es bislang keine Einigung über Schritte zur Lösung der Euro-Schuldenkrise oder Beschlüsse zu einem Konsens über die Sanierung des kurz vor der Pleite stehenden Euro-Mitglieds Griechenland gegeben. Stattdessen wurden konkrete Entscheidungen auf Mitte dieser Woche vertagt. Die Entscheidungen zur Rettung des Euros werden am Mittwoch fallen, unterstrichen Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Sonntag in Brüssel. Merkel erläuterte, es müsse jetzt einerseits darum gehen, den europäischen Rettungsfonds EFSF so auszubauen, dass er den Anforderungen zum Schutz der Euro-Länder gerecht werde. Andererseits müsse es um ein neues Griechenland-Programm gehen. Aber man habe am Sonntagmittag bei dem Treffen der 27 EU-Mitgliedstaaten auch darüber gesprochen, in Zukunft die Haushaltsdisziplin strenger zu fassen.
An der Wall Street zeichnet sich heute eine uneinheitliche Handelseröffnung ab. So verliert der Dow Jones Future derzeit 0,09 Prozent. Der NASDAQ-Future verbessert sich momentan um 0,13 Prozent, während der S&P-Future um 0,16 Prozent nachgibt. Am Nachmittag wird in den USA noch der Chicago Fed National Activity Index für September erwartet.
Volkswagen (Volkswagen vz) könnte einem Medienbericht zufolge sein Ziel, an dem japanischen Autohersteller Toyota Motor vorbeizuziehen, deutlich früher als erwartet erreichen. Den Angaben zufolge sagen gleich drei große Marktforscher voraus, dass VW 2011 sowohl beim Absatz als auch bei den Produktionszahlen am bisherigen Weltmarktführer Toyota vorbeiziehen wird. Der Titel fährt um 1 Prozent vor. Munich Re (Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft) verschlechtern sich um 0,8 Prozent. Der Versicherer teilte heute mit, dass die Staatsschuldenkrise in Europa und den USA, eine anhaltende Niedrigzinsphase und große Belastungen durch Naturkatastrophen Erst- und Rückversicherer vor große Herausforderungen stellen. Bei der Analyse der zunehmenden Verkettung von Risiken habe Munich Re erste regionale und industrielle Kumul-Schwerpunkte identifiziert. Für die Aktie der Deutschem Telekom geht es daneben um 2,1 Prozent nach unten. Der Vorstand des Telekommunikationskonzerns will einem Medienbericht zufolge die Mitarbeiter auf verstärkte Sparanstrengungen einschwören, um seine Gewinnziele erreichen zu können. Wie es heißt, liegt die Deutsche Telekom insbesondere im Neukundengeschäft unter den Planzahlen. Die dadurch bedingten Umsatzausfälle müssten durch verschärfte Kostensenkungen aufgefangen werden, bestätigte Deutschland-Chef Niek Jan van Damme gegenüber der Presse. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich im Dax weiterhin die Anteilsscheine von HeidelbergCement mit einem Zugewinn von 2,3 Prozent wieder, während gleichzeitig die rote Laterne nach wie vor an die Deutsche Börse AG mit einem Abschlag von 2,5 Prozent geht.
Heidelberger Druck (Heidelberger Druckmaschinen) rücken um 1,1 Prozent vor. Der Konzern und die Papier Union GmbH, eine Tochter der international tätigen Inapa Gruppe (Investimentos Participacoes e Gestao), haben eine strategische Partnerschaft für den Vertrieb von Saphira Verbrauchsmaterialien in Deutschland vereinbart. Celesio verschlechtern sich um 0,1 Prozent. Bei dem Unternehmen steht einem Medienbericht von Samstag zufolge möglicherweise erneut ein Wechsel im Vorstand an. Wie es heißt, will der Finanzvorstand von Celesio, Christian Holzherr, spätestens mit der Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal am 10. November, womöglich noch früher, aus dem Konzern ausscheiden. Angeblich passte dem selbstbewussten Finanzvorstand die neue Linie bei Celesio nicht, die einen direkten Durchgriff des Großaktionärs Haniel bedeutet. Des Weiteren legen ElringKlinger um 1 Prozent zu. Der Automobilzulieferer hat die Mehrheitsübernahme des Formen- und Werkzeugbauers Hummel-Formen GmbH vollzogen. Der erste Platz der Gewinnerliste im MDAX wird zur Mittagszeit von der Aareal Bank mit einem Zugewinn von 5,6 Prozent eingenommen, während sich auf dem letzten Platz STADA Arzneimittel um 2,5 Prozent verbilligen.
Im TecDax verteuern sich JENOPTIK um 0,6 Prozent. Der Technologiekonzern hat ein Schuldscheindarlehen mit einer Laufzeit von fünf bzw. sieben Jahren erfolgreich platziert. Da das Interesse in- und ausländischer Investoren an der Transaktion groß gewesen und die Emission dreifach überzeichnet war, wurde das Volumen der Emission von zunächst 50 Mio. Euro auf 90 Mio. Euro erhöht. Das höhere Volumen erlaubt es JENOPTIK eigenen Angaben zufolge nun, die Gesamtfinanzierung neu aufzustellen. Indes geht es für freenet um 1,9 Prozent nach unten. Das Unternehmen will nach den Worten von Vorstandschef Christoph Vilanek über Zukäufe oder Kooperationen in neue Geschäftsfelder einsteigen. Schließlich fallen Gigaset um 0,7 Prozent. Der Telefonhersteller teilte mit, dass seine Tochter Gigaset Communication GmbH am 21.Oktober 2011 Klage beim Landgericht Düsseldorf gegen die Firma AVM Computersysteme Vertriebs GmbH eingereicht hat. Nach Überzeugung von Gigaset verletzt AVM mit mehreren Produkten der FRITZ!-Produktreihe ein grundlegendes Gigaset-Patent.
Aus dem SDAX wird heute ein Zukauf gemeldet. Die HORN GmbH & Co. KG, eine Beteiligung der INDUS Holding hat mit Wirkung zum 1. Oktober das britische Unternehmen Pneumatic Components Limited (PCL) übernommen. PCL ist den Angaben zufolge weltweit Marktführer bei analogen und digitalen Systemen in der Reifenfülltechnik und angrenzenden Gebieten; neben der Unternehmenszentrale in Sheffield existieren weitere Niederlassungen in den USA, Indien und China. Für 2011 erwartet PCL 12,0 Mio. Euro Umsatz. Zum 1. November erwirbt HORN zudem den Geschäftsbereich Tankwagenmesstechnik der Bonndorfer Hectronic GmbH. Dieser Geschäftsbereich entwickelt und produziert Systeme zur eichgenauen, temperaturkompensierten Abgabe von flüssigen Stoffen aus Tankwagen. Der Titel der Beteiligungsgesellschaft legt um 0,6 Prozent zu.
DAX: 5.939,70 (-0,52 Prozent) MDAX: 8.984,00 (+0,31 Prozent) SDAX: 4.484,54 (+0,67 Prozent) TecDAX: 694,49 (+0,57 Prozent) (24.10.2011/ac/n/m)