Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte müssen gegen Mittag einen Teil ihrer anfänglichen Zugewinne wieder abgeben. Im Vorfeld der für Nachmittag anstehenden EZB-Zinsentscheidung agieren viele Marktteilnehmer eher zurückhaltend. Außerdem wirft das in Kürze anstehende Treffen der EU-Finanzminister zur EU-Schuldenkrise seine Schatten voraus. Der DAX verbessert sich aktuell 0,69 Prozent auf 6.035,97 Punkte, während der MDAX um 0,08 Prozent auf 8.856,75 Stellen anzieht. Für den SDAX geht es derweil um 0,34 Prozent auf 4.420,81 Zähler nach unten. Der TecDAX gewinnt 0,10 Prozent auf 687,28 Punkte. Der Bund-Future verliert 0,02 Prozent auf 135,48 Punkte, während der Euro um 0,01 Prozent auf 1,3398 US-Dollar abgeben muss.
Nachdem die US-Leitbörsen am Vorabend mit gemischten Vorzeichen aus dem Handel gegangen waren, zeichnet sich derzeit eine verhaltenere Eröffnung der Wall Street ab. Aktuell notiert der Dow Jones-Future mit einem Minus, während der S&P 500-Kontrakt derzeit ebenfalls abgeben muss. Auch der Nasdaq 100-Kontrakt notiert derzeit mit einem Minus. Aus den USA werden heute die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie Lagerbestände und Umsätze im Großhandel gemeldet. Daneben richtet sich der Fokus auf die mit Spannung erwarteten Leitzinsentscheidungen der EZB und der Bank of England.
Das Verarbeitende Gewerbe erzielte im Oktober 2011 nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts ein kräftiges Umsatzwachstum. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg der Umsatz arbeitstäglich- und preisbereinigt um 3,5 Prozent, nach 6,3 Prozent im September. Hierbei zogen der Inlandsumsatz um 4,0 Prozent und die Erlöse im Geschäft mit den ausländischen Abnehmern um 3,0 Prozent an.
An der Spitze sind derzeit im Dax Anteilsscheine der Deutschen Börse zu finden, die sich nach den gestrigen Abschlägen heute mit einem Plus von mehr als 2,8 Prozent positiv in Szene setzen können. Daneben stehen auch Anteilsscheine der Munich Re (Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft) hoch in der Gunst der Anleger. In einer Pressemitteilung bezifferte der Rückversicherer die mögliche Schadensbelastung aus der verheerenden Flutkatastrophe in Thailand für den Konzern auf rund 500 Mio. Euro vor Steuern. Die Schätzung ist nach Aussage des Konzerns noch mit Unsicherheiten behaftet, da sich das Wasser nur sehr langsam zurückzieht und zum Teil noch nicht vollständig abgeflossen ist. Eine Schadenschätzung in den besonders betroffenen Industriegebieten rund um Bangkok sei daher nach wie vor schwierig. Folge des Hochwassers sind nicht nur Schäden an den Gebäuden, sondern vor allem auch an den darin befindlichen oft teuren Produktionsanlagen. Aktuell kann die Aktie knapp 2 Prozent zulegen. Gefragt sind daneben auch Bank- und Finanzwerte. So kann unter anderem die Deutsche Bank rund 1,7 Prozent vorrücken. Auch Bayer und BASF tendieren fester.
Wenig gefragt sind aktuell weiterhin Anteilsscheine von METRO: Nachdem der Einzelhandelskonzern die Märkte vor wenigen Tagen mit einer Gewinnwarnung für das laufende Fiskaljahr geschockt hatte, setzt sich die Verlustserie für die Aktie auch am heutigen Handelstag mit einem Minus von aktuell 0,6 Prozent weiter fort. Unter anderem hat die Aktie wie bereits am Vortag unter negativen Analystenkommentaren zu leiden. Auch BMW und K+S tendieren derzeit leichter und sind am unteren Ende des DAX zu finden.
Im MDAX zeigen sich Anteilsscheine von GSW Immobilien mit Aufschlägen von knapp 2 Prozent an der Spitze. Gefragt sind daneben auch RATIONAL und Douglas mit Zugewinnen von 1,7 bzw. 1,6 Prozent. Der Aufsichtsrat der Symrise AG setzt auf Kontinuität in der Führungsspitze und hat deshalb den Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Dr. Heinz-Jürgen Bertram bis Ende 2017 verlängert. Wie der Aromenhersteller am Donnerstag verkündete, wurden auch die Verträge von Hans Holger Gliewe, Vorstand der Division Flavor & Nutrition, sowie von Finanzvorstand Bernd Hirsch bis Ende 2015 verlängert. Darüber hinaus gehört Achim Daub als Vorstand der Division Scent & Care dem Führungsgremium an. Aktuell verteuert sich der Wert um 0,7 Prozent.
Der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines hat mit der zum französischen Mischkonzern SAFRAN gehörenden Sagem-Gruppe eine Absichtserklärung über ein Joint Venture vereinbart. Demnach haben beide Unternehmen eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die Entwicklung sicherheitskritischer Software und Hardware für militärische und zivile Luftfahrtanwendungen zusammenzulegen. Aktuell verbessert sich der Wert allerdings nur leicht um 0,2 Prozent.
Schwächer präsentieren sich am unteren Ende derzeit Anteilsscheine des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen mit Abschlägen von mehr als 2 Prozent. Auch Vossloh und Rheinmetall verlieren deutlicher.
Im TecDax präsentieren sich Anteilsscheine von centrotherm nach positiven Analystenkommentaren mit einem deutlichen Aufschlag von mehr als 6 Prozent an der Spitze. Auch PSI kann seine Zugewinne vom Vortag mit einem Plus von 3,5 Prozent weiter ausbauen. Daneben sind auch bei Nordex und XING deutlichere Aufschläge zu verzeichnen. Carl Zeiss Meditec kann ebenfalls deutlicher zulegen und verbessert sich derzeit um 1,5 Prozent. Am Morgen hatte der Medizintechnikkonzern für das abgelaufene Fiskaljahr einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis vorzuweisen gehabt. MorphoSys konnte einen Erfolg beim Programm CNTO 1959 vermelden. Wie der Biotechnologiekonzern am Donnerstag bekannt gab, hat sein Partner Janssen Biotech Inc. (ehemals Centocor Ortho Biotech Inc.) eine klinische Studie der Phase 2 mit dem HuCAL-basierten Antikörper CNTO 1959 in Patienten begonnen, die an der Hautkrankheit Psoriasis leiden. Dies löste eine klinische Meilensteinzahlung an MorphoSys aus. Derzeit kann die Aktie des Biotechnologiekonzerns 2,6 Prozent anziehen.
Weiter unter Druck steht derzeit die Aktie von SMA Solar, die 2,2 Prozent abgeben muss.
DAX: 6.035,97 (+0,69 Prozent) MDAX: 8.856,75 (+0,08 Prozent) SDAX: 4.420,81 (-0,34 Prozent) TecDAX: 687,28 (+0,10 Prozent) (08.12.2011/ac/n/m)