23.07.2012 13:12
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Börse Frankfurt am Mittag: Indizes bauen ihre Verluste noch aus

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die deutschen Standardwerte haben einen negativen Start in die neue Handelswoche erwischt und notieren am Montag auch zur Mittagszeit deutlich im Minus. Die wieder verschärfte europäische Schuldenkrise veranlasst zahlreiche Investoren dazu, sich von Aktienbeständen zu trennen. Der DAX verschlechtert sich aktuell um 1,73 Prozent auf 6.515,13 Punkte, während der MDAX um 2,46 Prozent auf 10.541,07 Stellen nachgibt. Für den SDAX geht es derweil um 1,84 Prozent auf 4.845,79 Zähler nach unten. Der TecDAX fällt um 2,08 Prozent auf 752,59 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,19 Prozent auf 146,05 Punkte, während sich der Euro um 0,03 Prozent auf 1,2129 US-Dollar verteuert.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will sich einem Medienbericht zufolge nicht mehr an weiteren Hilfen für das hoch verschuldete Euro-Land beteiligen. Wie es heißt, hätten hochrangige Vertreter des IWF der Brüsseler EU-Spitze signalisiert, dass man sich nicht an weiteren Hilfen für das Land beteiligen werde. Damit könnte Griechenland schon im September pleite gehen. Derzeit untersucht die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), wie weit das Land seinen Reformverpflichtungen nachkommt. Dabei stehe jetzt schon fest, dass die Regierung in Athen den Schuldenstand des Landes nicht wie vereinbart bis zum Jahr 2020 auf rund 120 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung drücken könne. Erhält das Land mehr Zeit, seine Ziele zu erfüllen, würde das den Angaben zufolge nach Schätzungen der Troika zusätzliche Hilfen zwischen 10 und 50 Mrd. Euro erfordern. Viele Regierungen der Euro-Zone seien jedoch nicht mehr bereit, neue Griechenland-Lasten zu schultern. Zudem haben Länder wie die Niederlande und Finnland ihre Hilfen daran gekoppelt, dass sich der IWF beteiligt.

An der Wall Street zeichnet sich heute eine negative Handelseröffnung ab. So verschlechtert sich der Dow Jones Future derzeit um 1,06 Prozent. Der NASDAQ-Future gibt um 1,24 Prozent nach, während der S&P-Future 1,06 Prozent an Wert einbüßt. Aus den USA wird heute der Chicago Fed National Activity Index gemeldet.

Siemens geben um 1,6 Prozent nach. Der indische Stahlerzeuger BMM Ispat Ltd. hat bei Siemens VAI Metals Technologies die Kernaggregate für ein Elektrostahlwerk bestellt. Das Auftragsvolumen liegt im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Für die Anteilsscheine des Pharmakonzerns Bayer geht es nach enttäuschenden Studiendaten um 0,2 Prozent nach unten. So bringt die Kombination von Tarceva und Nexavar keinen zusätzlichen Vorteil gegenüber Nexavar als Monotherapie bei Patienten mit Leberkrebs. Dies ist das Ergebnis einer klinischen Phase-III-Studie. Alle 30 DAX-Werte notieren im negativen Terrain. Am besten können sich dabei noch K+S mit einem Minus von 0,1 Prozent behaupten. Am Indexende stehen mit Commerzbank und Deutsche Bank die beiden Banktitel mit Wertverlusten von 5,3 bzw. 4,2 Prozent besonders stark unter Druck.

Im Blickfeld der Investoren stehen zudem im MDAX die Anteilsscheine von HOCHTIEF , die sich um 3 Prozent verbilligen. Die zum Baukonzern gehörende Tochter Leighton Holdings konnte in Australien einen Milliardenauftrag an Land ziehen. So hat die Leighton-Tochter Thiess ein Abkommen mit dem Kohleförderer Jellinbah Group verlängert und wird nun für weitere sechs Jahre die Mine Lake Vermont betreiben. Die jährliche Kohlefördermenge soll dabei verdoppelt werden. Das Auftragsvolumen beläuft sich den Angaben zufolge auf 2,3 Mrd. Australische Dollar. LEONI fallen indes um 4,2 Prozent. Der Automobilzulieferer hat nach eigenen Angaben seine technologische Spitzenposition im Bereich faseroptischer Leiter ausgebaut. So erwarb man zum 2. Juli 2012 im Rahmen eines Asset Deals alle wesentlichen Wirtschaftsgüter der amerikanischen Richard Losch Inc., die auf Lösungen für Hochleistungslaser spezialisiert ist.

Daneben geben Celesio um 2,2 Prozent nach. DocMorris, die Apothekenmarke des Pharmagroßhändlers, wird einem Pressebericht zufolge nach dem geplanten Verkauf der Versandapotheke voraussichtlich vom deutschen Markt verschwinden. Wie es unter Berufung auf Konzernkreise heißt, werde die Marke, die derzeit von 160 inhabergeführten Apotheken in Deutschland genutzt wird, nicht weitergeführt. Nur noch die Internet-Apotheke mit Sitz in Holland, bei der Privatleute Medikamente per Post bestellen können, werde den Namen noch führen. Der MDAX zeigt sich zur Mittagszeit einheitlich in rot. Am kleinsten fallen die Verluste noch bei Aurubis und RHÖN-KLINIKUM aus. Auf dem letzten Platz brechen Sky Deutschland um 9,3 Prozent ein.

SolarWorld schießen als Topperformer im TecDax um 7,8 Prozent nach oben, nachdem der Solartechnikkonzern verlautbarte, dass die herausfordernde Situation des Solarmarkts im Laufe des zweiten Quartals 2012 das Risiko für die Gesellschaft erhöht hat, kreditrelevante Finanzkennzahlen nicht zu erreichen. Daher hat der Konzern mit seinen Kreditgebern bestehende Kreditvereinbarungen über 375 Mio. Euro neu verhandelt. Die relevanten Finanzkennzahlen wurden so angepasst, dass sie der SolarWorld AG eine größere Flexibilität erlauben. Daneben geht es für SMA Solar um 6,3 Prozent nach oben. PSI hat derweil einen weiteren Auftrag erhalten. So wurde die PSI-Tochter PSIPENTA Software Systems GmbH von der Spicer Gelenkwellenbau GmbH (GWB) mit der Einführung der im März 2012 vorgestellten Just-in-Sequence-Lösung PSIjis beauftragt. Das Papier verschlechtert sich um 0,1 Prozent.

Sixt (Sixt) fahren schließlich mit einem Abschlag von 2,3 Prozent hinterher. Der Fahrzeugvermieter geht bei der Finanzierung des Geschäfts angesichts der Finanz- und Staatsschuldenkrise auf Nummer sicher und hat die Laufzeiten bei der Aufnahme von Fremdmitteln schrittweise verlängert. Zudem hält das Unternehmen trotz der Konjunkturabkühlung aufgrund der Euro-Krise an der Jahresprognose fest.

DAX: 6.515,13 (-1,73 Prozent) MDAX: 10.541,07 (-2,46 Prozent) SDAX: 4.845,79 (-1,84 Prozent) TecDAX: 752,59 (-2,08 Prozent) (23.07.2012/ac/n/m)

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