Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienmärkte befinden sich im Donnerstaghandel auch zur Mittagszeit im Höhenrausch. Die Anleger honorieren damit den Umstand, dass sich die EU-Staats- und Regierungschefs gestern auf umfangreiche Maßnahmen zur Eindämmung der Schuldenkrise verständigt haben. So wurde für Griechenland ein Schuldenschnitt von 50 Prozent vereinbart. Zudem wird der Umfang des Rettungsfonds EFSF auf eine Billion Euro gehebelt. Des Weiteren müssen sich die wichtigsten Banken Europas mehr als 100 Mrd. Euro an frischem Kapital besorgen. Der DAX gewinnt aktuell 4,39 Prozent auf 6.280,03 Punkte, während der MDAX 3,32 Prozent auf 9.336,01 Stellen steigt. Für den SDAX geht es derweil um 2,70 Prozent auf 4.656,50 Zähler nach oben. Der TecDAX verbessert sich um 2,64 Prozent auf 723,31 Punkte. Der Bund-Future verliert 0,92 Prozent auf 134,37 Punkte, während sich der Euro um 0,99 Prozent auf 1,4024 US-Dollar verteuert.
Die Wall Street dürfte heute mit Aufschlägen in den Handel starten. So gewinnt der Dow Jones Future derzeit 1,70 Prozent. Der NASDAQ-Future verbessert sich momentan um 1,67 Prozent, während der S&P-Future um 1,93 Prozent zulegt. Konjunkturseitig werden heute in den USA die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die BIP-Daten zum dritten Quartal und die anstehenden Hausverkaufe für August erwartet.
Bayer (Bayer) verteuern sich um 4,3 Prozent. Der Pharmakonzern ist im dritten Quartal 2011 weiter gewachsen und hat den Gewinn deutlich gesteigert. So stieg der Konzernumsatz um 1,0 Prozent auf 8,67 (Vorjahr: 8,58) Mrd. Euro. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) entspricht das einer Steigerung von 4,8 Prozent. Das EBIT vor Sondereinflüssen stieg um 17,4 Prozent auf 1,17 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis wurde mit einem Plus von 125,3 Prozent auf 642 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Das bereinigte Ergebnis je Aktie nahm auf 1,12 (Vorjahr: 0,95) Euro zu. Daneben geht es für BASF um 5,8 Prozent nach oben. Der Chemiekonzern musste für das dritte Quartal einen Gewinnrückgang vermelden, während der Umsatz zulegen konnte. Für das Gesamtjahr geht BASF davon aus, dass Umsatz und Ergebnis (EBIT vor Sondereinflüssen) weiterhin signifikant über den Vorjahreswerten liegen werden. Trotz der Einstellung der Erdölförderung in Libyen und negativer Währungseffekte konnte der Umsatz um 11,6 Prozent auf 17,61 Mrd. Euro gegenüber dem dritten Quartal 2010 gesteigert werden. Das Ergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter belief sich auf 1,19 Mrd. Euro, nach 1,25 Mrd. Euro im Vorjahr.
Volkswagen (Volkswagen vz) legen um 8,6 Prozent zu. Der Automobilkonzern konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisplus aufwarten. So lag der Konzernumsatz mit 116,28 Mrd. Euro um 25,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Dabei konnten die Auslieferungen an Kunden im Vorjahresvergleich um 14,1 Prozent auf rund 6,2 Millionen Fahrzeuge gesteigert werden. Beim Vorsteuerergebnis wurde ein Anstieg auf 16,64 Mrd. Euro verzeichnet, nach 5,44 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Dabei standen positive Effekte aus At Equity Beteiligungen und aus stichtagsbezogener Bewertung der Put-/Call-Rechte bezüglich der Porsche Zwischenholding GmbH in Höhe von 6,8 Mrd. Euro zu Buche. Beim Nachsteuerergebnis wurde ein Gewinn von 13,64 Mrd. Euro ausgewiesen, nach einem Nachsteuergewinn von 4,03 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Ferner fahren Daimler um 3,1 Prozent vor. Der Automobilkonzern hat im dritten Quartal 2011 einen Gewinnrückgang ausgewiesen. So sank das Konzern-EBIT auf 1,97 Mrd. Euro, nach 2,42 Mrd. Euro im dritten Quartal 2010. Um Sondereffekte bereinigt lag das EBIT aus dem laufenden Geschäft mit 2,11 Mrd. Euro jedoch höher als im entsprechenden Vorjahresquartal mit 2,02 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis schrumpfte auf 1,36 (Vorjahr: 1,61) Mrd. Euro. Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,21 (Vorjahr: 1,44) Euro. Der Umsatz ist deutlich um 5 Prozent auf 26,4 Mrd. Euro gestiegen. Bereinigt um Wechselkursveränderungen betrug der Umsatzanstieg 8 Prozent. Für 2011 rechnet Daimler weiterhin mit einem Konzern-EBIT aus dem laufenden Geschäft, das sehr deutlich über dem Niveau des Jahres 2010 liegen wird. Ferner wird ein weiterer Anstieg des Konzern-Umsatzes auf deutlich mehr als 100 Mrd. Euro erwartet.
Deutsche Lufthansa (Deutsche Lufthansa) fliegen in einem sehr freundlichen Gesamtmarkt um 6,8 Prozent vor, obwohl die Fluggesellschaft in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres einen Gewinnrückgang ausweisen musste. So stieg der Umsatz im Berichtszeitraum um 9,6 Prozent auf 22,14 Mrd. Euro. Beim operativen Ergebnis wurde ein Rückgang von 5,6 Prozent auf 578 Mio. Euro verzeichnet. Die vergleichbare operative Marge verringerte sich dabei um 0,5 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent. Unter dem Strich wurde beim Konzernergebnis ein deutlicher Rückgang auf 288 Mio. Euro ausgewiesen, nach 524 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. An der Indexspitze des Dax schießen Deutsche Bank um 14 Prozent nach oben, während mit Fresenius und Fresenius Medical Care nur zwei Werte in der Verlustzone notieren.
Im MDAX brechen RHÖN-KLINIKUM (RHOeN-KLINIKUM) um 4,2 Prozent ein. Der Krankenhausbetreiber konnte in den ersten neun Monaten 2011 Umsatz und Gewinn steigern. Die Umsatzerlöse wuchsen um 2,9 Prozent auf rund 1,96 Mrd. Euro. Der Konzerngewinn übertraf mit 120,3 Mio. Euro den Wert der Vergleichsperiode 2010 um 12,2 Prozent. Ferner geht es für die Aktie des Werkzeug- und Maschinenbauers GILDEMEISTER um 3,7 Prozent nach oben. Das Unternehmen konnte mit seinen Zahlen zum dritten Quartal überzeugen. So lag der Umsatz mit 419,7 Mio. Euro um 27 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals. Der Auftragseingang stieg im dritten Quartal um 49 Prozent auf 540,7 Mio. Euro. Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich auf 16,6 Mio. (Vorjahr: 5,4 Mio.) Euro. Der Wachstumskurs des Bahntechnikkonzerns Vossloh ist unterdessen in den ersten neun Monaten 2011 gebremst worden. Wesentlicher Grund hierfür sind zeitliche Verschiebungen bei Projekten in China. Auch in Russland kam es zu Verzögerungen. Darüber hinaus haben der Baustopp in Libyen sowie eine verzögerte Auftragsvergabe in Südeuropa und Skandinavien die Geschäftsentwicklung belastet. So sank der Konzernumsatz auf 863,8 Mio. Euro, nach 1,01 Mrd. Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode. Ferner schrumpfte der Konzernüberschuss auf 39,2 Mio. Euro, gegenüber 75,9 Mio. Euro im Neunmonatszeitraum 2010. Der Auftragsbestand im Konzern liegt mit rund 1,4 Mrd. Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 1,1 Mrd. Euro, hieß es weiter. Das Papier legt um 2,2 Prozent zu.
Zahlen gibt es heute auch aus dem TecDAX. Der Bezahldienstleister Wirecard hat nach vorläufigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal den Umsatz um 19,6 Prozent auf 84,8 Mio. Euro gesteigert. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 21,4 Prozent auf 23,3 Mio. Euro. Der Titel verbessert sich um 0,7 Prozent. Unterdessen legte die Software AG heute bereits die endgültigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal vor und bestätigte dabei die vorab am 18. Oktober veröffentlichten vorläufigen Ergebnisse. Das Papier verteuert sich daraufhin um 4,6 Prozent. AIXTRON (AIXTRON SE) rücken um 5,4 Prozent vor, obwohl der Technologiekonzern im dritten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch ausweisen musste. So lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 89,8 Mio. Euro um 49 Prozent unter dem Vorjahreswert von 175,6 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) brach auf 0,6 Mio. Euro ein, nachdem man im Vorjahreszeitraum hier noch einen Gewinn von 54,3 Mio. Euro ausgewiesen hatte. Unter dem Strich wurde beim Nettoergebnis ein Break Even erzielt, nach einem Gewinn von 38,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Zur Begründung für den deutlichen Umsatz- und Ergebniseinbruch verwies AIXTRON unter anderem auf den unerwartet starken Rückgang der hohen Investitionsaktivitäten der asiatischen LED-Hersteller. Unterdessen wurde die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt.
KWS SAAT (KWS SAAT) rücken um 1,7 Prozent vor. Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2010/11 (per 30.6.) die Wachstums- und Ertragsziele deutlich übertroffen und die langjährige profitable Geschäftsentwicklung fortgesetzt. Daneben geht es für comdirect bank um 0,5 Prozent nach unten, nachdem die Bank ihr bisher bestes Neunmonatsergebnis vorgelegt und ihr Ergebnisziel für das Gesamtjahr 2011 angehoben hat. Im SDAX bleibt schließlich der Büroversandhändler TAKKT im Takt. So konnte man im dritten Quartal mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisplus aufwarten. Im Anschluss wurde die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr bestätigt. Der Anteilsschein legt um 8,1 Prozent zu.
DAX: 6.280,03 (+4,39 Prozent) MDAX: 9.336,01 (+3,32 Prozent) SDAX: 4.656,50 (+2,70 Prozent) TecDAX: 723,31 (+2,64 Prozent) (27.10.2011/ac/n/m)