Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienmärkte konnten im bisherigen Donnerstaghandel im Zuge der sich abzeichnenden positiven Eröffnung an der Wall Street ihre Verluste reduzieren und drehten teilweise sogar in die Gewinnzone. Allerdings ist das Handelsgeschehen im Vorfeld des am Wochenende anstehenden EU-Gipfels weiterhin von Nervosität geprägt. Der DAX verliert aktuell 0,37 Prozent auf 5.891,69 Punkte, während der MDAX 0,80 Prozent auf 8.862,39 Stellen fällt. Für den SDAX geht es derweil um 0,76 Prozent auf 4.449,52 Zähler nach unten. Der TecDAX verbessert sich um 0,17 Prozent auf 690,20 Punkte. Der Bund-Future verliert 0,17 Prozent auf 134,86 Punkte, während sich der Euro um 0,21 Prozent auf 1,3795 US-Dollar verteuert.
Die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte sind im September 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit unverändert hohem Tempo angestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterte der Index um 5,5 Prozent. Im August 2011 hatte die Jahresveränderungsrate ebenfalls bei 5,5 Prozent und im September 2010 bei 3,9 Prozent gestanden. Die Preissteigerungen für Energie waren im Berichtsmonat für gut zwei Drittel der gesamten Jahresveränderungsrate verantwortlich. Ohne Berücksichtigung von Energie lagen die Erzeugerpreise um 3,1 Prozent höher als im September 2010. Gegenüber August 2011 stiegen sie leicht um 0,1 Prozent. Binnen Monatsfrist kletterte der Preisindex um 0,3 Prozent. Davor waren die Erzeugerpreise im August 2011 um 0,3 Prozent gefallen und im September 2010 um 0,3 Prozent gestiegen.
Die Wall Street zeichnet sich heute eine positive Eröffnung ab. So verbessert sich der Dow Jones Future derzeit um 0,20 Prozent. Der NASDAQ-Future legt um 0,30 Prozent zu, während der S&P-Future 0,41 Prozent gewinnt. Heute Nachmittag werden in den USA noch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Verkäufe bestehender Häuser sowie die Frühindikatoren für September sowie der Philadelphia Fed Index für Oktober erwartet.
Wie bereits gestern bekannt gegeben wurde, konnte die Deutsche Börse AG (Deutsche Boerse) nach vorläufigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2011 Umsatz und Gewinn deutlich steigern. Die Umsatzerlöse verbesserten sich gegenüber dem Vorjahresquartal um rund 20 Prozent auf etwa 605 Mio. Euro. Zusätzlich zu den Umsatzerlösen flossen der Gruppe Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft in Höhe von rund 20 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 15,8 Mio. Euro) und sonstige betriebliche Erträge in Höhe von ebenfalls rund 20 Mio. Euro zu (Vorjahreszeitraum: 11,7 Mio. Euro). Das EBIT lag bei rund 330 Mio. Euro, nach 244,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Kosten im Zusammenhang mit dem geplanten Zusammenschluss und Kosten für Effizienzprogramme belief sich das EBIT auf 355 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum bereinigt: 257,4 Mio. Euro). Das Konzern-Periodenüberschuss für das dritte Quartal 2011 erhöhte sich um rund 95 Prozent auf ungefähr 315 Mio. Euro. Bereinigt um Kosten im Zusammenhang mit dem geplanten Zusammenschluss, Kosten für Effizienzprogramme und den Ertrag im Zusammenhang mit der Vereinbarung mit SIX Group, belief sich der Konzern-Periodenüberschuss auf rund 245 Mio. Euro, ein Anstieg von ungefähr 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Papier steigt um 1 Prozent. Derweil hat Siemens einen Auftrag aus den USA erhalten. So wurde die Sparte Siemens VAI Metals Technologies von der Southwire Company (Carrollton, Georgia) damit beauftragt, Ausrüstungen für ein Aluminium-Drahtwalzwerk zu liefern. Endkunde ist die chinesische Beauty Sun Holdings Ltd., die Teil der Heaven and Earth Dragon Group ist. Die neue Anlage wird in Yixing in der Provinz Jiangsu errichtet und soll im ersten Quartal 2012 in Betrieb gehen. Für den Titel geht es um 0,7 Prozent nach unten. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich weiterhin die Aktien der Commerzbank mit einem Zugewinn von 2,7 Prozent wieder, während die rote Laterne mit einem Wertverlust von 2,4 Prozent nach wie vor an E.ON geht.
Im MDAX rücken an der Indexspitze ElringKlinger um 1,7 Prozent vor. Gleichzeitig stehen die Titel von TUI am Indexende mit einem Wertverlust von 3,5 Prozent deutlich unter Druck.
Im TecDax rauschen die Papiere des Netzwerkspezialisten ADVA nach Zahlen zum dritten Quartal 2011 an der Indexspitze um 12,9 Prozent nach oben. Der Umsatz lag mit 79,3 Mio. Euro leicht über der Prognosebandbreite von 73 Mio. bis 78 Mio. Euro. Das IFRS Pro-Forma-Betriebsergebnis hat mit 5,5 Mio. Euro oder 6,9 Prozent vom Umsatz ebenfalls die Prognosebandbreite übertroffen, die bei 2 bis 5 Prozent vom Umsatz lag. Nach IFRS nahm das Betriebsergebnis auf 4,4 Mio. Euro zu, nach 3,3 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Ferner entstand ein IFRS-Quartalsgewinn in Höhe von 9,7 Mio. Euro, nach 2,4 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Für das Schlussquartal 2011 prognostiziert das Unternehmen Umsatzerlöse zwischen 79 Mio. und 84 Mio. Euro und ein Pro-Forma-Betriebsergebnis zwischen 6 und 9 Prozent vom Umsatz. PSI übernimmt indes im Rahmen eines Asset Deals Teile der Axxom Software AG und verstärkt sich damit im Bereich Logistik. Der Titel verbessert sich daraufhin um 0,7 Prozent.
Evotec (Evotec) teilte mit, dass sie und die Apeiron Biologics AG ein Forschungsprojekt mit Fokus auf die Beeinflussung des Cbl-b Enzymes, ein exzellentes Target für Anti-Tumor Immuntherapie, begonnen haben. Die Aktie des Biotechnologiekonzerns verbilligt sich um 0,9 Prozent. Unterdessen hat die amerikanische Tochter des Solartechnikkonzerns SolarWorld , SolarWorld Industries America Inc. bereits gestern, unterstützt von weiteren amerikanischen Herstellern von Solarstromtechnologie bei der Regierung in Washington D.C. eine Klage gegen die wachsende Flut von Billig-Importen aus China eingereicht. Der Anteilsschein steigt um 3 Prozent.
Zahlen werden heute auch aus dem SDAX gemeldet. Amadeus FiRe (Amadeus Fire) verteuern sich um 0,3 Prozent. Der Personaldienstleister konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres mit einem Umsatz- und Ergebnisplus aufwarten. So lag der Umsatz mit 97,8 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 85,5 Mio. Euro. Unter dem Strich wies man einen Nettogewinn nach Anteilen Dritter in Höhe von 10,9 Mio. Euro aus, nach 8,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. zooplus geben daneben um 1,9 Prozent nach. Der Internethändler für Heimtierbedarf steigerte nach vorläufigen Berechnungen in den ersten drei Quartalen seinen Umsatz. So lag die Gesamtleistung in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres mit rund 185,0 Mio. Euro um rund 37 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Umsatzerlöse durch den Online-Verkauf von Heimtierprodukten erreichten in den ersten drei Quartalen 176,4 Mio. Euro, was einem Plus von rund 43 Prozent entspricht.
DAX: 5.891,69 (-0,37 Prozent) MDAX: 8.862,39 (-0,80 Prozent) SDAX: 4.449,52 (-0,76 Prozent) TecDAX: 690,20 (+0,17 Prozent) (20.10.2011/ac/n/m)