Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte können ihre anfänglichen Verluste am Mittag etwas reduzieren. Neben der anhaltenden Schuldenkrise in der Eurozone sorgen negative Kommentare der Ratingagentur S&P im Bankensektor für schwächere Notierungen. Die Hoffnung der Anleger stützt sich offenbar auf die am Nachmittag zur Veröffentlichung anstehenden US-Konjunktrdaten Der DAX verliert aktuell 0.50 Prozent auf 5.771,04 Punkte, während der MDAX um 0,50 Prozent auf 8.569,12 Stellen abgibt. Für den SDAX geht es derweil um 1,03 Prozent auf 4.272,71 Zähler nach unten. Der TecDAX verliert 0,35 Prozent auf 682,34 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,36 Prozent auf 133,87 Punkte, während der Euro um 0,31 Prozent auf 1,3280 US-Dollar abgibt.
Nachdem die US-Börsen am Vorabend mit gemischten Vorzeichen geschlossen hatten, zeichnete sich aktuell eine schwächere Eröffnung der Wall Street ab. Aktuell verliert der Dow Jones-Future 44,00 Punkte, während der S&P 500-Kontrakt derzeit 4,80 Zähler abgibt. Der Nasdaq 100-Future verliert derzeit 2,75 Zähler. In den USA werden heute der ADP-Arbeitsmarktbericht, die Arbeitsproduktivität, der Einkaufsmanagerindex, die anstehenden Hausverkäufe, der Ölmarktbericht und das Beige Book erwartet.
Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland hielt im Oktober 2011 weiter an, so hat sich die Erwerbstätigkeit in Deutschland erneut erhöht. Dies gab das Statistische Bundesamt am Mittwoch bekannt. Nach vorläufigen Berechnungen erreichte die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Wohnort in Deutschland mit rund 41,5 Millionen Personen einen neuen Höchststand. Das waren 428.000 Personen bzw. 1,0 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. Im September hatte die Zahl der Erwerbstätigen um 1,1 Prozent über dem Vorjahresergebnis gelegen. Im Vergleich mit dem Vormonat kletterte die Zahl der Erwerbstätigen um 156.000 Personen bzw. 0,4 Prozent. Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlichen Schwankungen, errechnet sich ein Zuwachs von 7.000 Personen. Getragen wurde die positive Entwicklung der Erwerbstätigenzahl weiterhin vom Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungen.
Der deutsche Einzelhandelsumsatz lag im Oktober 2011 über dem Vormonatsniveau. Dies gab das Statistische Bundesamt am Mittwoch nach vorläufigen Berechnungen bekannt. Die Einzelhändler verkauften unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, 1,0 Prozent mehr als im Vormonat, nach Zuwächsen von 0,6 Prozent im September 2011 und 0,2 Prozent im Oktober 2010. Real, d.h. zu konstanten Preisen, zog der Absatz um 0,7 Prozent an, während er im Vormonat um 0,3 Prozent gestiegen und im Vorjahresmonat unverändert geblieben war. Auf Jahressicht zog der Einzelhandelsumsatz nominal um 1,6 Prozent an und sank real um 0,4 Prozent. Im September 2011 war der Umsatz um 2,5 bzw. 0,6 Prozent geklettert und im Oktober 2010 um 1,0 Prozent gestiegen bzw. 0,2 Prozent gefallen.
Die günstige Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich im November 2011 im Zuge der auslaufenden Herbstbelebung fortgesetzt. "Der deutsche Arbeitsmarkt profitiert von der bisher guten wirtschaftlichen Entwicklung. Im November ist keine Eintrübung zu erkennen. Die Arbeitslosigkeit geht zurück, Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wachsen weiter, und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist gestiegen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA) Frank-J. Weise, am Mittwoch. So fiel die Zahl der Arbeitslosen um 24.000 auf 2.713.000. Dieser Rückgang fiel stärker aus als in den Vorjahren. Auch saisonbereinigt errechnet sich ein Minus (20.000). Die Arbeitslosenquote ging gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der arbeitslosen Menschen um 214.000 ab.
Im Fokus stehen vor allem Bankenwerte. Unter anderem präsentiert sich die Deutsche Bank kurz nach Handelseröffnung deutlich leichter und gibt 1,1 Prozent ab. Am Dienstagabend hatte S&P im Rahmen einer Branchenstudie zum Bankensektor die Bonitätsnoten zahlreicher US-Kreditinstitute und europäischer Großbanken herabgestuft. Bei der Deutschen Bank wurde das Rating "A+" zwar bestätigt, der Ausblick wurde jedoch von "stabil" auf "negativ" gesenkt, womit dem führenden deutschen Kreditinstitut möglicherweise bald eine Abstufung drohen könnte.
Bei der Commerzbank wurde die Bonitätsnote "A" als auch der negative Ausblick von S&P bestätigt. Einem Medienbericht zufolge zieht die Commerzbank außerdem eine Aufspaltung der Problemtochter Eurohypo in Betracht: In der Immobilien- und Staatsfinanzierungstochter liegen die Problem-Portfolios der Commerzbank - unter anderem große Bestände an Staatsanleihen der Euro-Krisenstaaten. Diese Papiere und die Bestände an ausländischen Immobilien sollen in eine Art "Bad Bank" abgespalten werden, hieß es unter Berufung auf informierte Kreise. Bankmanager seien bereits beim Rettungsfonds vorstellig geworden, so der Bericht. Die Commerzbank wollte sich dazu nicht äußern. Anteilsscheine der Commerzbank verlieren derzeit 1,5 Prozent
Anteilsscheine der Deutschen Telekom (Deutsche Telekom) stehen ebenfalls im Fokus: Am Dienstagabend hat die zuständige US-Telekommunikationsaufsicht Federal Communications Commission (FCC) zugestimmt, den Antrag zum Verkauf der US-Mobilfunktochter T-Mobile USA an den US-Konkurrenten AT&T Inc. (AT&T) zurückzuziehen. Am 24. November hatten beide Konzerne diesen Schritt angekündigt, um sich zunächst darauf zu konzentrieren, die kartellrechtliche Genehmigung der Transaktion durch das Department of Justice zu erhalten. Die Unternehmen beabsichtigen, zu gegebener Zeit ein neues Genehmigungsgesuch bei der FCC zu stellen. Im Anschluss äußerte die FCC jedoch Bedenken in Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des drittgrößten Mobilfunkanbieters auf dem US-Markt an AT&T. In einem knapp 100-seitigen Bericht, den die Behörde in der Nacht zum Mittwoch veröffentlichte, hieß es, dass die geplante Transaktion negative Folgen für die Wettbewerbssituation auf dem US-Mobilfunkmarkt mit sich bringen könnte. Derzeit gibt der Wert 0,8 Prozent ab.
An der Spitze legen derzeit BASF um 0,7 Prozent zu. Auch SAP und Fresenius zeigen sich fester.
Im MDAX sind derzeit an der Spitze vor allem TUI mit Zugewinnen von mehr als 3 Prozent zu finden. Auch DEUTZ und Sky präsentieren sich deutlich im Plus. Anteilsscheine des Technologiekonzerns GEA Group können knapp 0,2 Prozent anziehen. Zuvor hatte der Konzern von einem chinesischen Kunden vier Großaufträge für das Segment GEA Heat Exchangers im Gesamtwert von rund 105 Mio. Euro für die Auslegung und Fertigung von luftgekühlten Kondensatoren erhalten.
Auch die Aktie von KUKA kann Aufschläge in ähnlicher Größenordnung vorweisen: Zuvor konnte der Konzern einen weiteren Großauftrag aus der Automobilindustrie vermelden. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung des Konzerns hervorgeht, wurde KUKA Systems im vierten Quartal von einem europäischen Premiumhersteller mit dem Bau zweier kompletter Fertigungslinien beauftragt. Dieser Großauftrag des Premiumherstellers hat den Angaben zufolge einen Umfang im mittleren zweistelligen Millionen Euro-Bereich und wird anteilig Ende 2011 sowie Anfang 2012 gebucht.
Am unteren Ende befinden sich derzeit ProSiebenSat.1 und die Aareal Bank, die 2,4 bzw. 1,6 Prozent leichter tendieren.
Im SDAX dämmt die Aktie der IVG Immobilien ihre morgendlichen Abschläge etwas ein und muss derzeit 12 Prozent abgeben. Am Morgen hatte der Immobilienkonzern eine Kapitalerhöhung im Gesamtvolumen von 145 Mio. Euro angekündigt. Zu Handelsbeginn hatte der Wert knapp 16 Prozent eingebüßt.
Im TecDax sind Anteilsscheine des Biotechnologiekonzerns QIAGEN im Fokus. Einem Medienbericht zufolge schließt der Konzern zufolge im Zuge des zuletzt angekündigten Restrukturierungsprogramms auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Aktuell gibt der Wert 1,1 Prozent ab. Am unteren Ende befindet sich SolarWorld mit einem Minus von 2,9 Prozent. AIXTRON kann unterdessen an der Spitze 3,3 Prozent zulegen.
DAX: 5.771,04 (-0,50 Prozent) MDAX: 8.569,12 (-0,50 Prozent) SDAX: 4.272,71 (-1,03 Prozent) TecDAX: 682,34 (-0,35 Prozent) (30.11.2011/ac/n/m)