Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes notieren nach positiven Vorgaben von der Wall Street im Donnerstaghandel auch zur Mittagszeit im Plus. Die Anleger warten allerdings bereits gespannt auf eine morgen erwartete Rede des US-Notenbankchefs Ben Bernanke. Dabei hofft man auf neue Hilfen der US-Notenbank für die angeschlagene US-Konjunktur. Der DAX gewinnt aktuell 0,67 Prozent auf 5.719,12 Punkte, während der MDAX 1,59 Prozent auf 8.887,03 Stellen zulegt. Für den SDAX geht es derweil 0,98 Prozent auf 4.393,19 Zähler voran. Der TecDAX gewinnt aktuell 1,39 Prozent auf 729,26 Punkte. Der Bund-Future verliert 0,29 Prozent auf 134,15 Punkte, während sich der Euro um 0,22 Prozent auf 1,4439 US-Dollar verteuert.
Das Konsumklima ist in Deutschland nur moderat gesunken. Während die Anschaffungsneigung nach Daten der Marktforschungsgruppe GfK (GfK SE) ihr gutes Niveau noch einmal verbessern kann, müssen die Konjunkturerwartung starke und die Einkommenserwartung moderate Einbußen hinnehmen. Der Gesamtindikator prognostiziert nach revidiert 5,3 Punkten im August für September einen Wert von 5,2 Punkten. Ferner sind die Aufträge im Bauhauptgewerbe im Juni zurückgegangen. Eine Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Destatis zufolge sind die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im Berichtsmonat im Vergleich zum Juni 2010 preisbereinigt um 0,7 Prozent gesunken. Wie weiter mitgeteilt wurde, nahm dabei die Baunachfrage im Hochbau um 3,6 Prozent zu, im Tiefbau dagegen um 5,0 Prozent ab. In den USA stehen am Nachmittag noch die Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe für die Vorwoche an.
Die Wall Street dürfte heute mehrheitlich mit Aufschlägen in den Handel starten. So gewinnt der Dow Jones Future derzeit 0,31 Prozent. Der NASDAQ-Future verschlechtert sich momentan um 0,33 Prozent, während der S&P-Future um 0,26 Prozent zulegt. In den USA stehen am Nachmittag insbesondere noch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zur Veröffentlichung an.
Zu den Gewinnern im Dax zählen die Anteilsscheine von Siemens mit einem Kursaufschlag von 1,3 Prozent. Einer Unternehmensmeldung zufolge soll die Zentrale des Windkraftgeschäfts vom dänischen Brande in die Hansestadt verlagert werden. 2004 hatte Siemens den dänischen Windturbinenhersteller Bonus übernommen und das Geschäft dort weiter ausgebaut. Derzeit beschäftigt das Unternehmen in Hamburg rund 1.300 Mitarbeiter. Durch die Maßnahme sollen Hunderte von Arbeitsplätzen in der Hansestadt geschaffen werden. Die Deutsche Telekom bereitet einem Medienbericht zufolge die Massenvermarktung superschneller Glasfaserleitungen vor und will in diesem Zusammenhang Milliarden investieren. Dem Bericht zufolge will der Konzern dafür intern eigens eine neue Gesellschaft schaffen, die mittelfristig maximal 1.500 Leute beschäftigen könnte. Die Aktie gibt um 1,1 Prozent nach. E.ON (EON) verbilligen sich um 0,2 Prozent. Der Versorger beginnt mit dem Aufbau von Schnellladestationen für Elektroautos entlang deutscher Autobahnen. Dabei wurde die erste Station dieser Art am 24. August 2011 an der A8 an der Ausfahrt Irschenberg in Bayern installiert. Daneben notieren BASF annähernd auf Vortagesniveau. Das Chemieunternehmen hat bereits gestern weitere Preiserhöhungen angekündigt. So werden die Preise für Calcium D-Pantothenat (Vitamin B5) für die Human- und Tierernährung zum 24. August weltweit um 1,40 Euro pro Kilogramm (bzw. 2,00 US-Dollar pro Kilogramm) angehoben. Mit der Preiserhöhung sollen die in diesem Jahr gestiegenen Rohstoffpreise ausgeglichen werden. Am Indexende verlieren Anteile von Fresenius 1,5 Prozent an Wert, während Commerzbank und Deutsche Bank sich mit Zugewinnen von 4,4 bzw. 3,3 Prozent an die Indexspitze setzen.
Im MDAX ziehen Anteile von Heidelberger Druckmaschinen auf Platz eins der Gewinnerliste um 6,4 Prozent an. Zu den schwächeren Werten zählt die Aktie von Fielmann mit einem Kursgewinn von 0,4 Prozent. Die Optikerkette konnte im ersten Halbjahr mit einem Umsatz- und Ergebnisanstieg aufwarten. So erhöhte sich der Außenumsatz inklusive Mehrwertsteuer in den ersten sechs Monaten des laufenden Fiskaljahres um 7,3 Prozent auf 615,4 Mio. Euro. Beim Vorsteuergewinn wurde ein Anstieg um 9,6 Prozent auf 86,4 Mio. Euro verzeichnet, während der Nachsteuergewinn um 10,4 Prozent auf 61,8 Mio. Euro anstieg (Vorjahreswert: 56,0 Mio. Euro). Am Indexende gibt die Papiere von ProSiebenSat.1 Media 1,7 Prozent ab.
Im TecDax gewinnen Anteile von Singulus Technologies an erster Stelle 4,9 Prozent. Die rote Laterne wird indes von QSC mit einem Wertverlust von 0,9 Prozent gehalten.
Im SDAX geben NORMA Group um 1,3 Prozent nach. Der Markt- und Technologieführer für hochentwickelte Verbindungstechnik hat im brasilianischen Santo André einen Standort für Vertrieb und Entwicklung in Südamerika eröffnet.
DAX: 5.719,12 (+0,67 Prozent) MDAX: 8.887,03 (+1,59 Prozent) SDAX: 4.393,19 (+0,98 Prozent) TecDAX: 729,26 (+1,39 Prozent) (25.08.2011/ac/n/m)