Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienmärkte haben sich im Dienstaghandel bis zur Mittagszeit mehrheitlich für den Vorwärtsgang entschieden. Neben der Berichtssaison steht vor allem der morgige EU-Gipfel im Fokus der Investoren, die sich diesbezüglich leicht optimistisch zeigen. Der DAX gewinnt aktuell 1,10 Prozent auf 6.122,13 Punkte, während der MDAX 0,38 Prozent auf 9.183,21 Stellen steigt. Für den SDAX geht es derweil um 0,54 Prozent auf 4.544,10 Zähler nach oben. Der TecDAX verschlechtert sich um 0,32 Prozent auf 707,49 Punkte. Der Bund-Future verliert 0,37 Prozent auf 134,27 Punkte, während sich der Euro um 0,19 Prozent auf 1,3941 US-Dollar verteuert.
Die Stimmung der deutschen Verbraucher zeigt auch im Oktober 2011 ein differenziertes Bild. Dies gab die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) heute bekannt. Der Gesamtindikator prognostiziert für November einen Wert von 5,3 Punkten nach 5,2 Zählern im Oktober. Damit kann das Konsumklima trotz Krise und steigender Rezessionsängste sogar noch leicht zulegen.
An der Wall Street zeichnet sich heute eine positive Handelseröffnung ab. So legt der Dow Jones Future derzeit um 0,32 Prozent zu. Der NASDAQ-Future gewinnt 0,34 Prozent an Wert, während der S&P-Future 0,40 Prozent vorrückt. Konjunkturseitig stehen in den USA am Nachmittag vor allem der Case Shiller Composite-20 Hauspreisindex sowie der FHFA Hausmarktindex für August sowie die Daten zum Verbrauchervertrauen im Oktober zur Veröffentlichung an.
Im Mittelpunkt des Interesses der Investoren steht heute die Aktie der Deutschen Bank (Deutsche Bank). Die Bank hat im dritten Quartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust ausgeweisen. Dabei war das Ergebnis im Vorjahr durch Sonderbelastungen beeinträchtigt. So lag der Gewinn nach Steuern im dritten Quartal bei 777 Mio. Euro, gegenüber einem Verlust von 1,2 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Ohne Berücksichtigung der Belastung von 2,3 Mrd. Euro im Zusammenhang mit der Konsolidierung der Deutsche Postbank belief sich der Gewinn nach Steuern im dritten Quartal 2010 auf 1,1 Mrd. Euro. Der Vorsteuergewinn betrug 942 Mio. Euro (Vorjahr: -1,0 Mrd. Euro). Bereinigt um den Effekt aus der vorgenannten Belastung im Zusammenhang mit der Postbank wäre im Vorjahr ein Ergebnis vor Steuern von 1,3 Mrd. Euro erreicht worden. Der Rückgang der Profitabilität spiegelt die mit der Staatsschuldenkrise im Zusammenhang stehenden äußerst schwierigen Marktbedingungen und den daraus resultierenden Rückgang der Kundenaktivität wider, der vor allem die Geschäftsaktivitäten in CB&S beeinträchtigte. In ihren klassischen Bankbereichen konnte die Bank hingegen den Vorsteuergewinn im Vergleich zum dritten Quartal 2010 durchweg ausbauen. Das Ergebnis je Aktie (verwässert) belief sich auf 0,74 Euro, nach -1,75 Euro im Vorjahr. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern und bezogen auf das durchschnittliche Active Equity lag im dritten Quartal 2011 bei 7,2 Prozent (Vorjahr: 13 Prozent). Die Aktie rückt um 1,7 Prozent vor.
BASF (BASF) hat derweil am Verbundstandort Ludwigshafen eine neue Anlage für die Herstellung des neuen Wirkstoffs Xemium, zur Kontrolle von Pilzkrankheiten, in Betrieb genommen. Der Anteilsschein verteuert sich daraufhin um 1,1 Prozent. Unterdessen bekommen die beiden Energieversorger E.ON (EON) und RWE einem Pressebericht zufolge ihre Zahlungen aus der Brennelementesteuer vorläufig zurück. Wie es in dem Bericht heißt, hat E.ON vorläufig 96 Mio. Euro zurückerhalten. Bei Konkurrent RWE sind es immerhin 74 Mio. Euro. Während E.ON 1,5 Prozent an Wert hinzugewinnen, geht es für RWE um 0,6 Prozent nach oben. An der Indexspitze des Dax fahren Daimler um 2,6 Prozent vor, während mit Deutsche Telekom und Merck lediglich zwei Titel rote Vorzeichen ausweisen müssen.
PUMA (PUMA SE) laufen mit einem Abschlag von 2 Prozent hinterher. Der Sportartikelhersteller hat im dritten Quartal 2011 einen Umsatzzuwachs erzielt und seinen Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt. Die konsolidierten Umsätze erhöhten sich währungsbereinigt um 10,2 Prozent sowie 7,3 Prozent auf Euro-Basis auf 841,6 Mio. Euro. Der Gewinn pro Aktie kletterte von 5,43 auf 5,45 Euro und der verwässerte Gewinn pro Aktie stieg von 5,39 auf 5,45 Euro. Daneben geben Heidelberger Druck (Heidelberger Druckmaschinen) als schwächster Wert im MDAX um 5,5 Prozent nach. Das Unternehmen hat am Montag die vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 (1. Juli bis 30. September 2011) veröffentlicht und die Prognose für das laufende Geschäftsjahr reduziert. Der vorläufige Umsatz konnte wie erwartet gegenüber dem Vorquartal gesteigert werden und liegt leicht über dem Vorjahresniveau von 633 Mio. Euro. Das vorläufige operative Ergebnis (EBIT) ohne Sondereinflüsse ist im zweiten Quartal mit rund 5 Mio. Euro leicht positiv ausgefallen und hat sich gegenüber dem Vorjahresquartal (-6 Mio. Euro) deutlich verbessert. Der vorläufige Free Cashflow beträgt -12 Mio. Euro (Vorjahr: +6 Mio. Euro). Für die zweite Geschäftsjahreshälfte geht Heidelberger Druck davon aus, dass sich die konjunkturellen Unsicherheiten bremsend auf das Investitionsverhalten in der Branche auswirken werden. Den Angaben zufolge ist aufgrund der konjunkturellen Aussichten davon auszugehen, dass sich die Nachfrage in der zweiten Geschäftsjahreshälfte schwächer entwickelt als erwartet, sich Umsatz und operatives Ergebnis nicht auf dem von Heidelberger Druck angestrebten Niveau bewegen und somit das Ziel eines ausgeglichenen Vorsteuerergebnisses voraussichtlich nicht erreicht werden kann. Die Gewinnerliste im MDAX wird unterdessen von Salzgitter mit einem Aufschlag von 4,5 Prozent angeführt.
Zahlen gab es heute auch aus dem TecDAX. Dialog Semiconductor geben um 2,8 Prozent nach, obwohl der Konzern im dritten Quartal mit einem Umsatz- und Ergebnisplus aufwarten konnte. Der Umsatz stieg um 76,9 Prozent auf 140,6 Mio. US-Dollar. Das nach IFRS ermittelte Betriebsergebnis erhöhte sich auf 19,4 Mio. US-Dollar, nach 13,9 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn verbesserte sich auf 17,3 Mio. US-Dollar, nach 13,3 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Für das vierte Quartal erwartet der Konzern eine weitere Fortsetzung des starken Umsatztrends und geht von Umsatzerlösen im Bereich von 150,0 bis 157,0 Mio. US-Dollar aus. Allerdings werde die Bruttomarge im vierten Quartal weiterhin unter Druck stehen, da der Produktmix von Dialog zunehmend die Kundenaufträge mit hohem Volumen und die höheren aktuellen Materialkosten widerspiegelt. Kontron , ein Anbieter von Embedded Computer Systemen, hat indes auch im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein zweistelliges Wachstum erzielt. So wuchs der Umsatz um knapp 12 Prozent auf 148,2 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 36 Prozent auf 11 Mio. Euro. Der Periodenüberschuss lag bei 7,2 Mio. Euro (Vorjahr 5,6 Mio. Euro). Der Titel verschlechtert sich um 1,5 Prozent.
DAX: 6.122,13 (+1,10 Prozent) MDAX: 9.183,21 (+0,38 Prozent) SDAX: 4.544,10 (+0,54 Prozent) TecDAX: 707,49 (-0,32 Prozent) (25.10.2011/ac/n/m)