Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes notieren im Freitaghandel zur Mittagszeit weiter in der Verlustzone. Dabei drücken nach wie vor schwache US-Vorgaben und die weiter schwelende Schuldenkrise in der Eurozone auf die Stimmung der Investoren. Der DAX verliert aktuell 0,17 Prozent auf 5.840,35 Punkte, während der MDAX um 0,80 Prozent auf 8.651,15 Stellen nachgibt. Für den SDAX geht es derweil um 0,84 Prozent auf 4.398,94 Zähler nach unten. Der TecDAX verschlechtert sich um 0,86 Prozent auf 674,55 Punkte. Der Bund-Future verliert 0,17 Prozent auf 137,08 Punkte, während der Euro um 0,89 Prozent auf 1,3576 US-Dollar zulegt.
Die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte sind im Oktober 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erneut deutlich aber mit etwas vermindertem Tempo angestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterte der Index um 5,3 Prozent. Im September 2011 hatte die Jahresveränderungsrate sogar bei 5,5 Prozent und im Oktober 2010 bei 4,3 Prozent gestanden. Die Preissteigerungen für Energie waren im Oktober 2011 für fast zwei Drittel der gesamten Jahresveränderungsrate verantwortlich. Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise um 2,8 Prozent höher als im Oktober 2010. Gegenüber September 2011 sanken sie leicht um 0,1 Prozent. Binnen Monatsfrist kletterte der Preisindex um 0,2 Prozent. Davor waren die Erzeugerpreise im September 2011 um 0,3 Prozent und im Oktober 2010 um 0,4 Prozent gestiegen. Unterdessen wurde in den ersten neun Monaten 2011 bei den Baugenehmigungen für Wohnungen ein klarer Zuwachs verzeichnet. So wurde von Januar bis September 2011 in Deutschland der Bau von 167.700 Wohnungen genehmigt. Das waren 21,6 Prozent oder 29.800 Wohnungen mehr als in den ersten neun Monaten des Jahres 2010.
Die US-Börsen dürften heute positiv in den Handel starten. So verbessert sich der Dow Jones Future derzeit um 0,61 Prozent. Der NASDAQ-Future gewinnt 0,26 Prozent an Wert, während der S&P-Future 0,58 Prozent zulegt. Konjunkturseitig werden am Nachmittag noch die US Frühindikatoren für Oktober erwartet.
Im Dax stehen zur Mittagszeit die Anteilsscheine der Deutschen Telekom im Fokus. Einem Medienbericht zufolge will der Technologie- und Innovationschef Edward Kozel den Konzern zum Jahresende vorzeitig verlassen. Konzernchef René Obermann wolle laut dem Bericht keinen Nachfolger für Kozel suchen, sondern das wichtige Thema Innovationen künftig selbst in die Hand nehmen. Die Deutsche Telekom wollte dies nicht kommentieren. Die Aktie verbessert sich aktuell um 1,1 Prozent. Daneben geht es für Siemens um 0,1 Prozent nach unten. Der Technologiekonzern hat mehrere Aufträge erhalten, darunter einen Großauftrag im Bereich Bahntechnik aus den Niederlanden.
Bei der Deutschen Bank (Deutsche Bank) gibt es Medienberichten zufolge im Top-Management des Geldhauses Streit über den Zeitpunkt des geplanten Abgangs von Konzernchef Josef Ackermann. Laut dem Bericht stößt die Absicht von Ackermann, mit der Hauptversammlung am 31. Mai 2012 den Weg freizumachen für die Doppelspitze aus Deutschlandschef Jürgen Fitschen und dem Investmentbanker Anshu Jain, im Topmanagement auf Unverständnis. Deshalb sei eine Diskussion entbrannt, ob der Schweizer nicht schon früher den Chefsessel räumen soll - mindestens zwei Vorstandsmitglieder des siebenköpfigen Gremiums sprechen sich dem Bericht zufolge dafür aus. Ein guter Zeitpunkt für einen Neuanfang könnte die Vorlage der Zahlen für das Geschäftsjahr 2011 am 2. Februar kommenden Jahres sein. "Eine Stabsübergabe nach der Bilanz-Pressekonferenz wäre das Richtige", wird ein Top-Banker zitiert. Aktuell verliert der Wert 0,5 Prozent.
Daneben sorgt die Ankündigung des Autobauers BMW über eine Beteiligung am Graphit- und Karbonhersteller SGL CARBON (SGL Carbon) für Aufsehen. Nach Angaben des Automobilkonzerns hat man sich insgesamt 15,16 Prozent der Anteilsscheine an dem im MDAX notierten Konzern gesichert. Damit verstärkt das Unternehmen die Ausrichtung auf das Thema Leichtbau und den Einsatz von carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK) im Automobilbau. BMW und SGL CARBON arbeiten bereits erfolgreich im Rahmen eines Gemeinschaftsunternehmens zusammen. BMW fahren zur Mittagszeit mit einem Abschlag von 0,4 Prozent hinterher. Die Deutsche Börse AG (Deutsche Boerse) und die NYSE Euronext bestätigen schließlich heute, dass sie einen Vorschlag über Abhilfemaßnahmen bei der Generaldirektion "Wettbewerb" der Europäischen Kommission eingereicht haben. Die vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen sollen die verbliebenen Bedenken der Generaldirektion "Wettbewerb" in den Bereichen Derivatehandel und Clearing adressieren, zugleich jedoch die überzeugende industrielle Logik der Transaktion wahren. Aktuell legen die Anteilsscheine der Deutschen Börse AG als bester Wert im DAX um 2,9 Prozent zu. Indes trennen sich die Anleger bevorzugt von den Aktien von Infineon, die als Schlusslicht im DAX 3 Prozent an Wert verlieren.
Im MDAX befinden sich die Papiere von SGL CARBON nach der heute veröffentlichten Beteiligung des Autobauers BMW mit einem Plus von 4,3 Prozent auch zur Mittagszeit mit deutlichem Abstand an der Spitze. Die rote Laterne wird unterdessen von Continental mit einem Wertverlust von 3,9 Prozent eingenommen.
Im TecDax sind zur Mittagszeit QSC mit einem Zugewinn von 2,7 Prozent an der Indexspitze zu finden. Auf dem letzten Platz brechen Q-Cells nach dem starken Anstieg der vergangenen Handelstage infolge von Gewinnmitnahmen um 9,8 Prozent ein.
Einen Zahlenausweis gab es schließlich heute aus dem SDAX. zooplus musste für die ersten neun Monate 2011 trotz steigender Gesamtleistung ein negatives Ergebnis ausweisen. Für das Fiskaljahr 2012 äußerte sich der Konzern aber optimistisch. Die Titel des Tierbedarfshändlers zieren mit einem Wertverlust von 5,3 Prozent das Indexende des SDAX. Vorne legen Hawesko um 3,9 Prozent zu.
DAX: 5.840,35 (-0,17 Prozent) MDAX: 8.651,15 (-0,80 Prozent) SDAX: 4.398,94 (-0,84 Prozent) TecDAX: 674,55 (-0,86 Prozent) (18.11.2011/ac/n/m)