Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienmärkte notieren am Montag auch zur Mittagszeit deutlich im Minus. Als Belastungsfaktor erweisen sich dabei nach wie vor Sorgen um die hohe Staatsverschuldung in den USA und Europa. Der DAX verliert aktuell 2,63 Prozent auf 5.647,96 Punkte, während der MDAX um 3,05 Prozent auf 8.362,72 Stellen fällt. Für den SDAX geht es derweil um 2,37 Prozent auf 4.296,06 Zähler nach unten. Der TecDAX verschlechtert sich um 2,89 Prozent auf 651,63 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,72 Prozent auf 137,48 Punkte, während sich der Euro um 0,64 Prozent auf 1,3442 US-Dollar verbilligt.
Das aktuelle Indikatorenbild deutet auf eine merklich ruhigere konjunkturelle Gangart zum Jahresende hin, nachdem die deutsche Wirtschaft in den Sommermonaten dieses Jahres spürbar gewachsen ist. Dies geht aus dem heute vorgelegten Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums (BMF) hervor. Laut Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in preis-, saison- und kalenderbereinigter Betrachtung im dritten Quartal um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal an. Die Wachstumsbeschleunigung wurde nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wohl ausschließlich von der Binnennachfrage getragen. Das Statistische Bundesamt hat zugleich seine vorläufigen Ergebnisse für die vorangegangenen Quartale überprüft. Die Neuberechnung ergibt, dass der kalender-, saison- und preisbereinigte BIP-Anstieg im zweiten Vierteljahr mit 0,3 Prozent nun etwas höher liegt, als er noch im September veröffentlicht wurde (+0,1 Prozent). Daneben ist das deutsche Steueraufkommen im Oktober 2011 gestiegen. So lagen die Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) mit 36,76 Mrd. Euro um 8,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Einzelnen wuchsen die Steuereinnahmen des Bundes um 11,5 Prozent auf 16,93 Mrd. Euro, während die Steuern für die Länder um 6,8 Prozent auf 15,83 Mrd. Euro zulegten.
Die Wall Street dürfte heute mit Abschlägen in den Handel starten. So verliert der Dow Jones Future derzeit 1,44 Prozent. Der NASDAQ-Future verschlechtert sich momentan um 1,20 Prozent, während der S&P-Future um 1,73 Prozent nachgibt. Konjunkturseitig werden am Nachmittag in den USA noch der Chicago Fed National Activity Index und die Verkäufe bestehender Häuser für Oktober erwartet.
Deutsche Börse AG (Deutsche Boerse) geben um 1,6 Prozent nach. Der Börsenbetreiber verlautbarte, dass Unternehmen ab Anfang 2012 an der Frankfurter Wertpapierbörse Anleihen im Prime Standard für Unternehmensanleihen begeben können. Den Angaben zufolge bietet das neue Segment einen kostengünstigen Zugang zu privaten und institutionellen Investoren im Primärmarkt und Liquidität und Transparenz im Sekundärmarkt. Der Prime Standard für Unternehmensanleihen richte sich an größere börsen- und nicht-börsennotierte Unternehmen, die ein Emissionsvolumen von über 100 Mio. Euro platzieren wollen. Unterdessen verschlechtern sich Deutsche Post um 2,7 Prozent. Der Brief- und Logistikkonzern hat seine Portopreise in den vergangenen Jahren einem Pressebericht zufolge möglicherweise nicht stark genug gesenkt. Der Bericht beruft sich dabei auf Anwälte von Post-Konkurrenten. Wie es heißt, machten die Konkurrenzunternehmen der Post geltend, dass bei der Liberalisierung des Postmarktes vor zehn Jahren die Bundesnetzagentur Berechnungen angestellt habe, wonach der frühere Monopolist seine Portoeinnahmen jährlich um 750 Mio. Euro bis 1,5 Mrd. Euro hätte senken müssen. Doch bei einem Treffen im März 2002 hätten der noch heute amtierende Behördenchef Matthias Kurth, der damalige Wirtschaftsminister Werner Müller und der damalige Post-Chef Klaus Zumwinkel eine Herabsenkung um nur 270 Mio. Euro vereinbart.
Daneben geht es für RWE um 3,1 Prozent nach unten. Der Versorger meldete, dass RWE Innogy und die zum Bankhaus Lampe gehörende Hamburger Beteiligungsgesellschaft CEE (Conetwork Erneuerbare Energien) eine langfristig angelegte Zusammenarbeit im Bereich Venture Capital besiegelt haben. adidas laufen mit einem Abschlag von 3,6 Prozent hinterher. Der Sportartikelhersteller beabsichtigt Presseangaben zufolge, das deutschlandweit erste Geschäft für seine Modemarke Neo im Februar in Hamburg in der Poststraße zu eröffnen. Dem Bericht zufolge plant der Konzern aus Herzogenaurach zehn weitere Geschäfte in deutschen Großstädten. Im Dax stehen heute ferner auch die Aktien von K+S im Blick. Der Düngemittelhersteller hat einem Pressebericht zufolge eine höhere Dividende in Aussicht gestellt und ließ zudem durchblicken, dass das Geschäft mit Streusalz offenbar gut läuft. Der Titel verbilligt sich um 1,8 Prozent. Beiersdorf verlieren 1,3 Prozent an Wert. Der Konsumgüterkonzern will laut einem Pressebericht seine operative Marge steigern. Wie Finanzvorstand Ulrich Schmidt gegenüber der Presse verlautbarte, wolle man auf alle Fälle "in Richtung 16 Prozent". Das Unternehmen wolle weiterhin aber auch stark investieren und weiter internationalisieren. Deshalb sei die schnelle Erreichung einer solchen Zahl nicht entscheidend. Der DAX zeigt sich auch zur Mittagszeit einheitlich in rot. Am kleinsten fallen die Verluste dabei mit 0,5 Prozent bei Munich Re aus. Ganz oben auf dem Verkaufszettel der Investoren finden sich im DAX unterdessen die Aktien von HeidelbergCement mit einem Wertverlust von 4,7 Prozent wieder.
Auch im MDAX weisen alle Titel negative Vorzeichen aus. Am besten können sich dabei noch die Anteilsscheine von Celesio mit einem Abschlag von 1 Prozent halten, während Aareal Bank als Schlusslicht 7 Prozent an Wert verlieren.
DAX: 5.647,96 (-2,63 Prozent) MDAX: 8.362,72 (-3,05 Prozent) SDAX: 4.296,06 (-2,37 Prozent) TecDAX: 651,63 (-2,89 Prozent) (21.11.2011/ac/n/m)