Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes notieren im frühen Mittwochhandel in der Verlustzone. Die Anleger halten sich im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung in den USA mit Neuengagements zurück. Zudem drückt auch die schwelende Schuldenkrise in Europa auf die Stimmung der Investoren. Der DAX verliert aktuell 0,93 Prozent auf 5.519,88 Punkte, während der MDAX 0,26 Prozent auf 8.854,74 Stellen fällt. Für den SDAX geht es derweil um 0,04 Prozent auf 4.371,27 Zähler nach unten. Der TecDAX verschlechtert sich um 0,30 Prozent auf 694,12 Punkte. Der Bund-Future verliert 0,04 Prozent auf 137,39 Punkte, während sich der Euro um 0,18 Prozent auf 1,3681 US-Dollar verbilligt.
Der Auftragseingang in Betrieben des deutschen Bauhauptgewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten verzeichnete nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juli 2011 einen Anstieg. Gegenüber dem Vorjahresmonat wuchsen die Eingänge preisbereinigt um 6,1 Prozent, wobei die Nachfrage im Hochbau um 1,0 Prozent und im Tiefbau um 11,0 Prozent anzog. Gleichzeitig kletterte der Gesamtumsatz um 1,9 Prozent auf rund 8,4 Mrd. Euro. Dagegen verringerte sich die Zahl der Beschäftigten im Vorjahresvergleich um 5.500 bzw. 0,8 Prozent auf rund 724.000 Personen.
An der Wall Street tendierten die wichtigsten US-Indizes gestern nach einem volatilen Handel am Ende uneinheitlich. Die Hoffnung auf positive Signale durch die US-Notenbank Fed hatte zeitweise für deutliche Gewinne gesorgt, die bis zur Schlussglocke jedoch wieder abgegeben werden mussten. Der Dow Jones rettete ein marginales Plus von 0,07 Prozent und schloss bei 11.408,66 Punkten. Der S&P 500 verlor 0,17 Prozent auf 1.202,09 Zähler. Der NASDAQ Composite gab um 0,86 Prozent auf 2.590,24 Punkte nach.
Siemens (Siemens) meldete heute einen Zukauf. Der Technologiekonzern erweitert sein Industrie-Softwareportfolio durch die Übernahme der brasilianischen Active S.A., einen Anbieter von Software für Manufacturing Execution Systems (MES) mit Schwerpunkt in der Pharma- und Biotechnikindustrie. Den Angaben zufolge baut Industry Automation, eine Division des Siemens-Industry-Sektors, mit dieser Akquisition seine weltweit führende Position im Markt für Industrie-Software weiter aus. Über den Kaufpreis für Active wurde Stillschweigen vereinbart. Active mit Sitz in Santo André beschäftigt rund 50 Mitarbeiter. Das vornehmlich in Brasilien und Mexiko agierende Unternehmen ist den Angaben zufolge einer der führenden MES-Anbieter für die Pharma- und Biotechnikindustrie in Lateinamerika. Die Aktie verbilligt sich um 0,9 Prozent. Mit SAP notiert im Dax lediglich ein Titel im positiven Terrain. Das Papier profitiert von dem positiv aufgenommenen Quartalsausweis des amerikanischen Konkurrenten Oracle und legt seinerseits um 2,1 Prozent zu. Die rote Laterne wird gleichzeitig von K+S mit einem Wertverlust von 3,2 Prozent gehalten.
LANXESS (LANXESS) rücken als Spitzenreiter im MDAX um 2,2 Prozent vor. Der Spezialchemiekonzern erwartet aufgrund der in 2012 in Kraft tretenden EU-Kennzeichnungspflicht für Reifen einen Nachfrageboom nach Hochleistungs-Kautschuk und hat deshalb seinen Ausblick für 2011 bekräftigt. Nach Angaben des CEO Heitmann werde man wie angekündigt das EBITDA vor Sondereinflüssen im Gesamtjahr um rund 20 Prozent steigern. Das dritte Quartal verläuft seinen Angaben zufolge sehr gut und wird über dem Vorjahreswert liegen. EADS verlautbarte unterdessen bereits gestern, dass die Khalifa University, Cassidian und Emiraje Systems L.L.C. auf dem Campus der Universität in Abu Dhabi ein Kompetenzzentrum für Cyber Operations eröffnet haben. Schwerpunkte des neuen Zentrums werden die Erforschung der Sicherheit industrieller Steuersysteme in der Energieversorgung, Verschlüsselung und digitale Forensik sein. Die Aktie des Luft- und Raumfahrtkonzerns verbilligt sich um 0,1 Prozent. Ganz oben auf dem Verkaufszettel der Investoren finden sich im MDAX unterdessen Wacker Chemie mit einem Abschlag von 3,2 Prozent wieder.
PATRIZIA Immobilien (Patrizia Immobilien) rücken als bester Wert im SDAX um 3,7 Prozent vor. Der Immobilienkonzern hat über seine Tochter PATRIZIA WohnInvest Kapitalanlagegesellschaft mbH für den Euro City Residential Fund I eine Wohnanlage in der Hauptstadt Dänemarks erworben. Damit setzt der Konzern seine Internationalisierungsstrategie in Nordeuropa fort. Das Investitionsvolumen liegt den Angaben zufolge bei rund 50 Mio. Euro. Indes steigen DIC Asset um 0,3 Prozent. Der Immobilienkonzern hat drei voll vermietete Gewerbeimmobilien mit einem Investitionsvolumen von rund 78 Mio. Euro in Duisburg, Karlsruhe und Leipzig gekauft. Daneben fliegen Air Berlin mit einem Abschlag von 0,5 Prozent hinterher. Die Billigfluglinie setzt ihren eingeschlagenen Konsolidierungskurs fort und hat ihr Ergebnisverbesserungsprogramm "shape & size" konkretisiert. Unter anderem soll die Flotte reduziert werden.
DAX: 5.519,88 (-0,93 Prozent) MDAX: 8.854,74 (-0,26 Prozent) SDAX: 4.371,27 (-0,04 Prozent) TecDAX: 694,12 (-0,30 Prozent) (21.09.2011/ac/n/m)