Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte starten am Dienstag nach dem Kursfeuerwerk vom Vortag etwas leichter in den Handel. Zu Wochenbeginn hatte die Hoffnung auf eine mögliche Lösung der Euro-Schuldenproblematik die Märkte beflügelt. Auch am heutigen Handelstag steht die Eurozone wieder im Blickpunkt: Einem Medienbericht zufolge muss Frankreich nun voraussichtlich doch um seine Spitzenbonitätsnote "AAA" bangen, was an den Märkten für Verunsicherung sorgt. Der DAX verliert aktuell 0,51 Prozent auf 5.715,91Punkte, während der MDAX um 0,30 Prozent auf 8.564,85 Stellen abgibt. Für den SDAX geht es derweil um 0,24 Prozent auf 4.306,59 Zähler nach unten. Der TecDAX verliert 0,02 Prozent auf 674,73 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,22 Prozent auf 134,18 Punkte, während der Euro um 0,11 Prozent auf 1,3328 US-Dollar zulegt.
Am Vorabend konnten die US-Börsen nach starkem Handelsverlauf mit deutlichen Aufschlägen aus dem Handel gehen. Der Dow Jones verbesserte sich um 2,59 Prozent auf 11.523,01 Punkte, während der NASDAQ Composite um 3,52 Prozent auf 2.527,34 Zähler stieg. Der S&P 500 legte um 2,92 Prozent auf 1.192,55 Punkte zu. Auch in Asien kam es zu deutlichen Zugewinnen. So verbesserte sich unter anderem der japanische Leitindex Nikkei um 2,3 Prozent. Am Nachmittag stehen in den USA unter anderem der Case Shiller-Hauspreisindex sowie das US-Verbrauchervertrauen zur Veröffentlichung an.
Im Dax stehen zu Handelsbeginn Anteilsscheine von K+S im Fokus. Einer Pressemitteilung zufolge hat der Aufsichtsrat dem Vorhaben des Vorstands zugestimmt, das Legacy Projekt in der kanadischen Provinz Saskatchewan zu realisieren. Hierzu wurden Investitionen in Höhe von insgesamt 3,25 Mrd. Kanadische Dollar (CAD) (entspricht rund 2,4 Mrd. Euro) genehmigt. "Das Legacy Projekt ist ein bedeutender Schritt zum Ausbau unserer Kalikapazitäten und eröffnet uns die Teilnahme am Wachstum des Weltkalimarktes. Zusammen mit unseren bestehenden Kalibergwerken in Deutschland wird dies die internationale Wettbewerbsfähigkeit von K+S erheblich stärken und im Ergebnis der gesamten K+S Gruppe in Europa und Übersee zugute kommen", sagt der K+S-Vorstandsvorsitzende Norbert Steiner. "Der neue Standort wird sich darüber hinaus positiv auf unsere durchschnittlichen Produktionskosten auswirken und unsere Flexibilität erhöhen", so Steiner weiter. Aktuell verliert die Aktie 1,9 Prozent und befindet sich am unteren Ende des DAX.
Daneben befinden sich Infineon und Daimler mit Abschlägen von mehr als 1 Prozent mit am unteren Ende des DAX. An der Spitze kann die Commerzbank kurz nach Handelsbeginn um 0,8 Prozent zulegen. Gefragt sind daneben auch Deutsche Börse und MAN.
Im MDAX setzt sich Bilfinger Berger mit Zugewinnen von 1,2 Prozent an die Spitze. Einem Medienbericht zufolge will der Baukonzern seine Markenvielfalt reduzieren. "Wir arbeiten derzeit noch unter sehr vielen Marken auf der Welt", sagte der Vorstandsvorsitzende Roland Koch in einem Zeitungsinterview. Das will er nun ändern. Koch geht es zwar nicht um eine Einmarken-Strategie. Aber er will die Konzernmarke Bilfinger Berger stärken und die Vielzahl der operativen Marken reduzieren. Kochs Vorgänger Herbert Bodner hatte in den vergangenen zehn Jahren rund 80 Firmen aus dem Dienstleistungsgeschäft gekauft. Sie haben unterschiedliche Namen und Marken und zum Teil noch Untermarken. Diesen Wildwuchs will Koch, der Bilfinger Berger seit 1. Juli dieses Jahres führt, reduzieren. Fester präsentieren sich aktuell auch Douglas und HUGO BOSS, wobei hier Aufschläge von jeweils mehr als 1 Prozent verzeichnet werden.
Außerdem gab der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen bekannt, dass er sein im Rahmen der Barkapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital durchgeführte Bezugsangebot erfolgreich abgeschlossen hat. Derzeit verliert die Aktie 2 Prozent.
Am unteren Ende des MDAX sind Heidelberger Druck und Sky mit Abschlägen von mehr als 2 Prozent zu finden.
Im SDAX hat heute der Ölfeld-Service-Dienstleister C.A.T. Oil Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Demnach wuchs der Umsatz um 14,3 Prozent auf 74,7 Mio. Euro, nach 65,4 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Ferner kletterte das EBITDA um 13,8 Prozent auf 18,9 Mio. Euro und die EBITDA-Marge erreichte 25,3 (2010: 25,4) Prozent. Für das Gesamtjahr 2011 sieht sich C.A.T. oil auf gutem Weg, die Ziele zu erreichen und strebt einen Umsatz zwischen 260 und 270 Mio. Euro sowie eine EBITDA-Marge zwischen 21 und 22 Prozent an. Aktuell verteuert sich die Aktie um 1,4 Prozent und rangiert damit hinter Balda (+5,4 Prozent) an zweiter Stelle.
Am unteren Ende sind derzeit Anteilsscheine der Baumarktkette Praktiker mit einem Minus von 10 Prozent zu finden.
Im TecDax stehen Anteilsscheine des Biotechnologiekonzerns QIAGEN im Fokus, nachdem der Konzern in der Nacht zum Dienstag Effizienzsteigerungsmaßnahmen angekündigt hatte. Dadurch sollen Prozesse vereinfacht und die Produktivität weiter verbessert werden. Von den geplanten Maßnahmen sind nach Aussage des Konzerns rund 8 bis 10 Prozent der rund 3.800 Mitarbeiter des Konzerns betroffen. QIAGEN rechnet damit, dass die Durchführung des Projekts ab 2012 jährlich zu Kosteneinsparungen in Höhe von 50 Mio. US-Dollar vor Steuern führen wird. Restrukturierungskosten in Höhe von rund 70 Mio. US-Dollar vor Steuern, von denen rund 30 Prozent cash-wirksam sein sollen, werden im vierten Quartal 2011 berücksichtigt. Anleger honorieren dies derzeit mit einem Plus von 0,9 Prozent. An der Spitze sind derzeit Drillisch mit Zugewinnen von 2,3 Prozent zu finden. Auch Pfeiffer und Gigaset tendieren fester.
Am unteren Ende geben derzeit SolarWorld 4,3 Prozent ab.
DAX: 5.715,91 (-0,51 Prozent) MDAX: 8.564,85 (-0,30 Prozent) SDAX: 4.275,03 (-0,24 Prozent) TecDAX: 674,73 (-0,02 Prozent) (29.11.2011/ac/n/m)