Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte sind am Mittwoch schwächer in den Handel gestartet. Neben der weiter schwelenden Schuldenkrise belasten vor allem schlechte Nachrichten aus dem Bankensektor. So hat eine US-Ratingagentur am Vorabend die Kreditratings zahlreicher Banken abgestuft, was in diesem Segment für deutliche Abschläge sorgt. Der DAX verliert aktuell 1,14 Prozent auf 5.734,04 Punkte, während der MDAX um 0,99 Prozent auf 8.527,14 Stellen abgibt. Für den SDAX geht es derweil um 1,06 Prozent auf 4.271,41 Zähler nach unten. Der TecDAX verliert 0,98 Prozent auf 678,06 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,36 Prozent auf 133,87 Punkte, während der Euro um 0,31 Prozent auf 1,3280 US-Dollar abgibt.
Am Vorabend hatten sich die US-Leitindizes mit gemischten Vorzeichen aus dem Handel verabschiedet. Der Dow Jones verbesserte sich um 0,28 Prozent auf 11.555,63 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,47 Prozent auf 2.515,51 Zähler nachgab. Der S&P 500 gewann wiederum 0,22 Prozent auf 1.195,19 Punkte. Aus den USA werden heute der ADP-Arbeitsmarktbericht, die Arbeitsproduktivität, der Einkaufsmanagerindex, die anstehenden Hausverkäufe, der Ölmarktbericht und das Beige Book gemeldet.
Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland hielt im Oktober 2011 weiter an, so hat sich die Erwerbstätigkeit in Deutschland erneut erhöht. Dies gab das Statistische Bundesamt am Mittwoch bekannt. Nach vorläufigen Berechnungen erreichte die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Wohnort in Deutschland mit rund 41,5 Millionen Personen einen neuen Höchststand. Das waren 428.000 Personen bzw. 1,0 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. Im September hatte die Zahl der Erwerbstätigen um 1,1 Prozent über dem Vorjahresergebnis gelegen. Im Vergleich mit dem Vormonat kletterte die Zahl der Erwerbstätigen um 156.000 Personen bzw. 0,4 Prozent. Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlichen Schwankungen, errechnet sich ein Zuwachs von 7.000 Personen. Getragen wurde die positive Entwicklung der Erwerbstätigenzahl weiterhin vom Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungen.
Der deutsche Einzelhandelsumsatz lag im Oktober 2011 über dem Vormonatsniveau. Dies gab das Statistische Bundesamt am Mittwoch nach vorläufigen Berechnungen bekannt. Die Einzelhändler verkauften unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, 1,0 Prozent mehr als im Vormonat, nach Zuwächsen von 0,6 Prozent im September 2011 und 0,2 Prozent im Oktober 2010. Real, d.h. zu konstanten Preisen, zog der Absatz um 0,7 Prozent an, während er im Vormonat um 0,3 Prozent gestiegen und im Vorjahresmonat unverändert geblieben war. Auf Jahressicht zog der Einzelhandelsumsatz nominal um 1,6 Prozent an und sank real um 0,4 Prozent. Im September 2011 war der Umsatz um 2,5 bzw. 0,6 Prozent geklettert und im Oktober 2010 um 1,0 Prozent gestiegen bzw. 0,2 Prozent gefallen.
Im Blickpunkt stehen zu Handelsbeginn die Anteilsscheine der Deutschen Telekom (Deutsche Telekom): Am Dienstagabend hat die zuständige US-Telekommunikationsaufsicht Federal Communications Commission (FCC) zugestimmt, den Antrag zum Verkauf der US-Mobilfunktochter T-Mobile USA an den US-Konkurrenten AT&T Inc. (AT&T) zurückzuziehen. Am 24. November hatten beide Konzerne diesen Schritt angekündigt, um sich zunächst darauf zu konzentrieren, die kartellrechtliche Genehmigung der Transaktion durch das Department of Justice zu erhalten. Die Unternehmen beabsichtigen, zu gegebener Zeit ein neues Genehmigungsgesuch bei der FCC zu stellen. Im Anschluss äußerte die FCC jedoch Bedenken in Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des drittgrößten Mobilfunkanbieters auf dem US-Markt an AT&T. In einem knapp 100-seitigen Bericht, den die Behörde in der Nacht zum Mittwoch veröffentlichte, hieß es, dass die geplante Transaktion negative Folgen für die Wettbewerbssituation auf dem US-Mobilfunkmarkt mit sich bringen könnte. Nach Einschätzung der FCC würde ein Zusammenschluss von T-Mobile USA mit AT&T für viele US-Mobilfunkkunden höhere Preise nach sich ziehen. Auch das von AT&T und der Deutschen Telekom ins Feld geführte Argument, dass die Transaktion zur Entstehung neuer Arbeitsplätze führen werde, schenkte die FCC keinen Glauben. Aktuell notiert die Aktie der Deutschen Telekom mit einem Minus von 0,5 Prozent.
Auch Banken stehen nach dem Rundumschlag der US-Ratingagentur Standard & Poor´s (S&P) im Focus. Unter anderem präsentiert sich die Deutsche Bank kurz nach Handelseröffnung deutlich leichter und gibt 1,7 Prozent ab. Am Dienstagabend hatte S&P im Rahmen einer Branchenstudie zum Bankensektor die Bonitätsnoten zahlreicher US-Kreditinstitute und europäischer Großbanken herabgestuft. Bei der Deutschen Bank wurde das Rating "A+" zwar bestätigt, der Ausblick wurde jedoch von "stabil" auf "negativ" gesenkt, womit dem führenden deutschen Kreditinstitut möglicherweise bald eine Abstufung drohen könnte. Bei der Commerzbank wurde die Bonitätsnote "A" als auch der negative Ausblick von S&P bestätigt. Die Aktie gibt aktuell rund 1,4 Prozent ab.
In einem durchweg schwachen Marktumfeld sind Anteilsscheine von K+S aktuell am unteren Ende mit einem Minus von 2,1 Prozent zu finden. Behauptet präsentiert sich aktuell die Deutsche Börse mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent.
Im MDAX kann sich aktuell Heidelberger Druck nach der Talfahrt der vergangenen Handelstage leicht erholen und legt an der Spitze 1,5 Prozent zu. Gefragt sind außerdem Gerry Weber und Douglas mit Zugewinnen von 0,6 Prozent. Am unteren Ende geben Anteilsscheine des Immobilienfinanzierers Aareal Bank um 2,9 Prozent ab.
Im SDAX müssen Anteilsscheine der IVG Immobilien deutliche Abschläge von mehr als 15 Prozent ausweisen. Am Morgen hatte der Immobilienkonzern eine Kapitalerhöhung im Gesamtvolumen von 145 Mio. Euro angekündigt An der Spitze des SDAX gewinnen derzeit Prime Office mehr als 4,8 Prozent. Auch TAKKT und C.A.T. oil sind im frühen Handel mit Zugewinnen von 2,8 bzw. 1,4 Prozent gefragt.
Im TecDax gewinnt derzeit centrotherm an der Spitze 3,7 Prozent, während Drillisch 0,9 Prozent anziehen kann. Am unteren Ende geben die Solarwerte Q-Cells und SolarWorld 3,4 bzw. 2,3 Prozent ab. Ebenfalls leichter präsenteren sich derzeit Anteilsscheine des Biotechnologiekonzerns QIAGEN : Einem Medienbericht zufolge schießt der Konzern zufolge im Zuge des zuletzt angekündigten Restrukturierungsprogramms auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Aktuell gibt die Aktie 1 Prozent ab.
DAX: 5.734,04 (-1,14 Prozent) MDAX: 8.527,14 (-0,99 Prozent) SDAX: 4.271,41 (-1,06 Prozent) TecDAX: 678,06 (-0,98 Prozent) (30.11.2011/ac/n/m)