Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte starten am Montagmorgen mit Verlusten in den Handel. Der DAX verliert aktuell 0.84 Prozent auf 5.936,53 Punkte, während der MDAX um 0,22 Prozent auf 8.749,29 Stellen abgibt. Für den SDAX geht es derweil um 0,38 Prozent auf 4.353,21 Zähler nach unten. Der TecDAX verliert 0,25 Prozent auf 677,76 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,28 Prozent auf 135,75 Punkte, während der Euro um 0,49 Prozent auf 1,3305 US-Dollar abgeben muss.
Am Freitag hatten die US-Börsen nach dem EU-Gipfel mit deutlichen Zugewinnen geschlossen. Der Dow Jones gewann am Ende 1,55 Prozent auf 12.184,26 Punkte, während der NASDAQ Composite um 1,94 Prozent auf 2.646,85 Zähler zulegten konnte. Der S&P 500 gewann 1,69 Prozent auf 1.255,19 Punkte.
Im Dax richten sich die Blicke zu Handelsbeginn vor allem auf die Aktie des Energieversorgers E.ON (EON). Einem Medienbericht zufolge treibt der Konzern den Abbau von weltweit bis zu 11 000 der 80 000 Arbeitsplätze voran: In Deutschland sollen demnach bis zu 3.000 Beschäftigte in den Vorruhestand gehen, bis zu 2.500 Beschäftigte sollen in eine Transfergesellschaft wechseln, und 500 Stellen sollen durch das Auslaufen befristeter Verträge wegfallen. Ein E.ON-Sprecher sagte "Die Größenordnung des Stellenabbaus in Deutschland wird bei rund 6000 liegen." Zugleich betonte er: "Wie viele Arbeitsplätze über welches Instrument abgebaut werden, lässt sich noch nicht sagen." Heute kommt in Düsseldorf der Aufsichtsrat des größten deutschen Energiekonzerns zusammen, um über das "E.ON 2.0" genannte Sparprogramm zu beraten. Bereits im August hatte E.ON-Chef Johannes Teyssen den Abbau von 11.000 Stellen angekündigt, seitdem wird an den Details gearbeitet. Aktuell muss der Wert am unteren Ende des DAX mehr als 1,8 Prozent abgeben.
Ebenfalls deutlich schwächer präsentieren sich derzeit Bankwerte wie etwa die Deutsche Bank oder die Commerzbank, die mehr als 1,5 Prozent abgeben müssen.
Der Stahl- und Technologiekonzern ThyssenKrupp hat einen Käufer für die Hamburger Traditionswerft Blohm+Voss gefunden. Demnach wurde für die zivilen Schiffbauaktivitäten von ThyssenKrupp Marine Systems mit Star Capital Partners aus England ein Kaufvertrag unterzeichnet. Der Verkauf betrifft den Angaben zufolge die Gesellschaften Blohm + Voss Shipyards, Blohm + Voss Repair (inklusive Blohm + Voss Oil Tools) und Blohm + Voss Industries sowie deren Tochtergesellschaften. Star Capital Partners wird die Aktivitäten an allen Standorten weiterführen, hieß es weiter. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht genannt. Derzeit muss die Aktie am unteren Ende 1,4 Prozent abgeben.
Der Vorstandschef des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer AG , Marijn Dekkers erwartet sowohl im Pharma- als auch im Kunststoffgeschäft sinkende Gewinnspannen. "Jetzt wird zunehmend auch bei den Arzneimitteln gespart. Die Schuldenkrise drückt deshalb auf unsere Margen", sagte Dekkers in einem Zeitungsinterview. "Neben dem Preisdruck bei HealthCare schwächt sich die Nachfrage nach unseren Kunststoffen ab." Bei den Anlegern sorgt dieser skeptische Ausblick für Ernüchterung: Aktuell muss die Aktie 1,4 Prozent abgeben und ist damit in der unteren Hälfte des DAX zu finden.
Aktuell kann sich lediglich die Aktie der Deutschen Post mit leichten Zugewinnen an der Spitze behaupten. Bei K+S und Henkel sind derzeit moderate Abschläge auszumachen.
Im MDAX steht der Flughafenbetreiber Fraport im Fokus: Am Morgen hatte der Konzern eine deutliche Steigerung bei den Fluggastzahlen für den Monat November präsentiert: Wie aus einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurden am Heimatflughafen Frankfurt 4,3 Millionen Passagiere befördert, was einem Plus von 4,3 Prozent entspricht. Bei den Konzernflughäfen mit Mehrheitsbeteiligung setzt sich der stabile Beitrag zum Konzern-Ergebnis weiter fort. Insgesamt wurden auf allen Flughäfen des Konzerns 6,3 Millionen Passagiere befördert, was einem Anstieg von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Aktuell präsentiert sich der Wert mit Abschlägen von 0,4 Prozent im unteren Mittelfeld.
Noch deutlichere Abschläge sind derzeit beim Baukonzern HOCHTIEF auszumachen: Zuvor hatte der Konzern bekannt gegeben, dass die australische Tochter Leighton zwei weitere Aufträge an Land gezogen hat. Unternehmensangaben vom Montag zufolge errichtet die Leighton-Tochter John Holland in Westaustralien Unterkünfte für 3.800 Arbeiter eines vom Energiekonzern Chevron betriebenen Gasförderprojekts. Die Arbeiten sollen sofort beginnen und im zweiten Quartal 2014 abgeschlossen sein. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 370 Mio. Australische Dollar (AUD). Zudem wurde die Leighton-Tochter Thiess mit dem Bau eines Tunnel zur Verlegung von Stromkabeln in Sydney beauftragt. Hierbei liegt der Auftragswert bei 140 Mio. AUD. Dennoch muss die Aktie derzeit 1,4 Prozent abgeben. Deutlichere Abschläge sind am unteren Ende derzeit auch bei Kabel Deutschland und LANXESS auszumachen.
An der Spitze kann derzeit Rheinmetall mehr als 3,2 Prozent zulegen. Ebenfalls deutlichere Aufschläge sind bei Sky Deutschland und HHLA auszumachen.
Im TecDax kann der Maschinenbauer SINGULUS TECHNOLOGIES (Singulus Technologies) mit Zugewinnen aufwarten. Einem Medienbericht zufolge will der Konzern im laufenden Turnus nach drei Verlustjahren erstmals wieder einen kleinen Nettogewinn ausweisen. "Wir erwarten 2011 auch unterm Strich schwarze Zahlen im einstelligen Bereich", sagt Finanzchef Markus Ehret in einem Interview. Nach neun Monaten hat SINGULUS, die Maschinen zur Produktion von DVDs und Blu-rays sowie Solartechnik herstellt, ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 6,3 Mio. Euro ausgewiesen. Diesen Wert wolle SINGULUS im vierten Quartal steigern, verspricht Ehret. Trotz Schuldenkrise laufe das Geschäft im Rahmen der Erwartungen. "Wir haben keine nennenswerten Stornierungen gehabt, spüren aber Vorsicht bei der Vergabe neuer Projekte." Aktuell präsentiert sich die Aktie mit Zugewinnen von 0,4 Prozent in der oberen Hälfte des TecDAX. An der Spitze verteuern sich SMA Solar um mehr als 2 Prozent. Auch centrotherm und Gigaset können zulegen.
Wenig gefragt sind hingegen derzeit Dialog und PSI, die am unteren Ende des technologielastigen Leitindex mehr als 1 Prozent abgeben müssen.
DAX: 5.936,53 (-0,84 Prozent) MDAX: 8.749,29 (-0,22 Prozent) SDAX: 4.353,21 (-0,38 Prozent) TecDAX: 674,73 (-0,08 Prozent) (12.12.2011/ac/n/m)