Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach der sehr guten Entwicklung vom Vortag geht es an den wichtigsten deutschen Aktienmärkten auch im frühen Freitaghandel weiter nach oben. Nach den Beschlüssen auf dem EU-Krisengipfel vom Mittwoch ist die Stimmung am Markt weiterhin gut. Der DAX gewinnt aktuell 0,80 Prozent auf 6.388,78 Punkte, während der MDAX 0,25 Prozent auf 9.409,63 Stellen steigt. Für den SDAX geht es derweil um 0,46 Prozent auf 4.676,77 Zähler nach oben. Der TecDAX verbessert sich um 0,86 Prozent auf 724,24 Punkte. Der Bund-Future verliert 0,20 Prozent auf 133,44 Punkte, während sich der Euro um 0,17 Prozent auf 1,4173 US-Dollar verbilligt.
Die wichtigsten US-Indizes gingen am Donnerstag mit deutlichen Zugewinnen aus dem Handel. Die Einigung in der EU-Schuldenkrise, die guten Vorgaben von den europäischen Märkten, positive Konjunkturdaten und eine regelrechte Zahlenflut aus den Unternehmen sorgten für Impulse. Der Dow Jones erklomm die Marke von 12.000 Punkten und schloss mit einem Plus von 2,86 Prozent bei 12.208,55 Punkten. Der NASDAQ Composite gewann 3,32 Prozent auf 2.738,63 Zähler hinzu. Der S&P 500 verbesserte sich bis Handelsende um 3,43 Prozent auf 1.284,59 Punkte.
Im Dax stehen heute insbesondere die Titel des Technologiekonzerns Linde im Blick. Das Unternehmen hat im dritten Quartal 2011 an die gute Geschäftsentwicklung des ersten Halbjahres angeknüpft und per Ende September bei Konzernumsatz und operativem Konzernergebnis deutliche Steigerungsraten erzielt. Zudem wurde der Ausblick für 2011 bekräftigt. So wuchs der Konzernumsatz in den ersten neun Monaten 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,5 Prozent auf 10,21 Mrd. Euro. Bereinigt um Währungskurseffekte entspricht dies einem Umsatzplus von 9,0 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erreichte 1,18 Mrd. Euro und übertraf damit den Vorjahreswert um 18 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich um 20,7 Prozent auf 903 Mio. Euro. Nach Berücksichtigung der Anteile anderer Gesellschafter entfielen davon 856 Mio. Euro (Vorjahr: 698 Mio. Euro) auf die Aktionäre der Linde AG. Das Ergebnis je Aktie stieg somit auf 5,02 Euro (Vorjahr: 4,13 Euro). Auf angepasster Basis, also bereinigt um die Auswirkungen der Kaufpreisallokation im Zuge der BOC-Übernahme, entspricht dies einem Ergebnis je Aktie von 5,68 Euro (Vorjahr: 4,88 Euro). Das Papier verteuert sich um 1,5 Prozent. Indes hat die zum Pharmakonzern Bayer gehörende Bayer MaterialScience AG bereits gestern den Verkauf der Tochtergesellschaft Viverso GmbH an die Nuplex Industries Ltd. angekündigt. Der Kaufpreis wurde auf 75 Mio. Euro beziffert. Der Titel rückt um 0,9 Prozent vor. An der Indexspitze fahren Volkswagen um 3,5 Prozent vor, während gleichzeitig Allianz mit einem Wertverlust von 1,4 Prozent ganz oben auf dem Verkaufszettel der Investoren stehen.
Wacker Chemie (Wacker Chemie) brechen am Indexende des MDAX um 4,1 Prozent ein. Der Chemiekonzern konnte im dritten Quartal 2011 trotz eines Umsatzanstiegs nicht an das Vorjahresergebnis anschließen. So wuchs der Umsatz leicht um 1 Prozent auf 1,28 Mrd. Euro. Höhere Absatzmengen dank der guten Kundennachfrage waren vor allem für dieses Plus verantwortlich. Teilweise konnten auch höhere Preise am Markt durchgesetzt werden, zum Beispiel bei Dispersionen und Dispersionspulvern. Dagegen haben Wechselkurseffekte, in erster Linie aus dem schwächeren US-Dollar, die Umsatzentwicklung gebremst. Das EBIT ging aber um 16 Prozent auf 197,2 Mio. Euro zurück. Die EBIT-Marge sank auf 15,4 (Vorjahr: 18,5) Prozent. Das Ergebnis der Berichtsperiode schrumpfte auf 124,9 (Vorjahr: 155,8) Mio. Euro bzw. 2,50 (Vorjahr: 3,13) Euro je Aktie. Vorne legen unterdessen LANXESS um 2,9 Prozent zu.
MorphoSys (MorphoSys) konnte in den ersten neun Monaten 2011 einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis verzeichnen. So stiegen die Konzernumsätze im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 33 Prozent auf 83,7 Mio. Euro. Dieser Zuwachs ist hauptsächlich auf eine technologiebezogene Meilensteinzahlung zurückzuführen, welche im ersten Quartal 2011 erfolgte. Der operative Gewinn stieg auf 19,9 Mio. (2010: 8,0 Mio.) Euro und der Nettogewinn auf 13,0 Mio. (2010: 7,2 Mio.) Euro. Der sich ergebende verwässerte Gewinn pro Aktie erhöhte sich auf 0,56 (2010: 0,32) Euro. Die Aktie des Biotechnologiekonzerns gibt um 0,5 Prozent nach. Daneben geht es für PSI als schwächster Wert im TecDax um 3,1 Prozent nach unten, nachdem der Quartalsausweis des Konzerns mit Enttäuschung aufgenommen wurde. So wuchs der Konzernumsatz in den ersten neun Monaten 2011 um 3 Prozent auf 117,3 Mio. Euro, nach 113,5 Mio. Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode. Ferner kletterte das EBIT um 16 Prozent auf 6,3 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg um 22 Prozent auf 5,1 Mio. Euro und das Konzernergebnis nach Zinsen und Steuern lag aufgrund temporärer Effekte aus latenten Steuern mit 3,4 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 3,6 Mio. Euro. Die aktuelle Verunsicherung im Bereich elektrischer Netze in Deutschland und die Markteintrittskosten in Asien veranlassen das PSI-Management, die Erwartung für das EBIT auf einen Korridor von 10 bis 11 Mio. Euro zu senken. Das Management geht weiterhin vom Erreichen der Ziele von 185 Mio. Euro für den Auftragseingang und von 170 Mio. Euro für den Konzernumsatz aus. Für 2012 erwartet PSI weiteres Wachstum und eine deutliche Margenverbesserung.
DAX: 6.388,78 (+0,80 Prozent) MDAX: 9.409,63 (+0,25 Prozent) SDAX: 4.676,77 (+0,46 Prozent) TecDAX: 724,24 (+0,86 Prozent) (28.10.2011/ac/n/m)