Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes starten am Morgen des letzten Handelstages der Woche mit Abschlägen. Dabei machen sich schwache US-Vorgaben und die weiter schwelende Schuldenkrise in der Eurozone negativ bemerkbar. Der DAX verliert aktuell 1,18 Prozent auf 5.853,39 Punkte, während der MDAX um 0,97 Prozent auf 8.635,77 Stellen nachgibt. Für den SDAX geht es derweil um 0,96 Prozent auf 4.393,28 Zähler nach unten. Der TecDAX verliert 1,16 Prozent auf 672,52 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,36 Prozent auf 137,81 Punkte, während der Euro um 0,32 Prozent auf 1,3499 US-Dollar zulegt.
Am Vorabend hatten die US-Börsen mit deutlichen Abschlägen geschlossen. Unter anderem hatte der schwache Philly-Fed-Index auf die Stimmung der Marktteilnehmer gedrückt. Der Dow Jones verlor 1,13 Prozent auf 11.770,73 Punkte, während der NASDAQ Composite um 1,96 Prozent auf 2.587,99 nachgab. Der S&P 500 fiel unterdessen um 1,68 Prozent auf 1.216,13 Punkte zurück. Angesichts der schwachen US-Vorgaben entwickelten sich die asiatischen Leitbörsen ebenfalls schwächer. Unter anderem verlor der japanische Nikkei-Index mehr als 1,2 Prozent. Am Nachmittag steht in den USA die Veröffentlichung der Frühindikatoren an.
Im Dax stehen zu Handelsbeginn unter anderem Anteilsscheine der Deutschen Telekom im Fokus. Einem Medienbericht zufolge will der Technologie- und Innovationschef Edward Kozel den Konzern zum Jahresende vorzeitig verlassen. Konzernchef René Obermann wolle laut dem Bericht keinen Nachfolger für Kozel suchen, sondern das wichtige Thema Innovationen künftig selbst in die Hand nehmen. Die Deutsche Telekom wollte dies nicht kommentieren. Die Aktie verliert aktuell 0,8 Prozent.
Bei der Deutschen Bank (Deutsche Bank) gibt es Medienberichten zufolge im Top-Management des Geldhauses Streit über den Zeitpunkt des geplanten Abgangs von Konzernchef Josef Ackermann. Laut dem Bericht stößt die Absicht von Ackermann, mit der Hauptversammlung am 31. Mai 2012 den Weg freizumachen für die Doppelspitze aus Deutschlandschef Jürgen Fitschen und dem Investmentbanker Anshu Jain, im Topmanagement auf Unverständnis. Deshalb sei eine Diskussion entbrannt, ob der Schweizer nicht schon früher den Chefsessel räumen soll - mindestens zwei Vorstandsmitglieder des siebenköpfigen Gremiums sprechen sich nach Informationen der Wirtschaftszeitung dafür aus. Ein guter Zeitpunkt für einen Neuanfang könnte die Vorlage der Zahlen für das Geschäftsjahr 2011 am 2. Februar kommenden Jahres sein. "Eine Stabsübergabe nach der Bilanz-Pressekonferenz wäre das Richtige", wird ein Top-Banker zitiert. Aktuell verliert der Wert 1,3 Prozent.
Daneben sorgte die Ankündigung des Autobauers BMW über eine Beteiligung am Graphit- und Karbonhersteller SGL CARBON (SGL Carbon) für Aufsehen. Wie der Münchener Automobilkonzern am Freitag verkündete, habe man sich insgesamt 15,16 Prozent der Anteilsscheine an dem im MDAX notierten Konzern gesichert. Damit verstärkt das Unternehmen die Ausrichtung auf das Thema Leichtbau und den Einsatz von carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK) im Automobilbau. BMW und SGL CARBON arbeiten bereits erfolgreich im Rahmen eines Gemeinschaftsunternehmens zusammen. Die Aktie von BMW tendierte zu Handelsbeginn 1,5 Prozent leichter. Die Deutsche Börse AG (Deutsche Boerse) und die NYSE Euronext Inc. bestätigen am Freitag, dass sie einen Vorschlag über Abhilfemaßnahmen bei der Generaldirektion "Wettbewerb" der Europäischen Kommission eingereicht haben. Die vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen sollen die verbliebenen Bedenken der Generaldirektion "Wettbewerb" in den Bereichen Derivatehandel und Clearing adressieren, zugleich jedoch die überzeugende industrielle Logik der Transaktion wahren. Wie die Börsenbetreiber mitteilten, haben sie für das Segment Derivate auf europäische Einzelaktien vorgeschlagen, sich von den sich überschneidenden Teilen ihres jeweiligen Geschäfts zu trennen. Aktuell büßen die Anteilsscheine der Deutschen Börse ebenfalls 1,5 Prozent ein. Am unteren Ende des DAX sind aktuell Infineon mit Abschlägen von 2,2 Prozent zu finden.
Im MDAX befinden sich Anteilsscheine von SGL CARBON nach der am Morgen veröffentlichten Beteiligung des Autobauers BMW mit einem Plus von 5,6 Prozent mit deutlichem Abstand an der Spitze. Daneben tendieren in einem insgesamt negativen Gesamtmarkt STADA und Douglas behauptet und können Zugewinne von bis zu 1 Prozent vorweisen. Am unteren Ende geben derzeit SKY und ProSiebenSat.1 3,2 bzw. 2,4 Prozent ab.
Im SDAX müssen Anteilsscheine von zooplus nach der Vorlage von Geschäftszahlen deutlich Abschläge hinnehmen. Der Tierbedarfshändler musste für die ersten neun Monate 2011 trotz steigender Gesamtleistung ein negatives Ergebnis ausweisen. Für das Fiskaljahr 2012 äußerte sich der Konzern aber optimistisch. Anteilsscheine von zooplus müssen daraufhin mit einem Abschlag von 4,8 Prozent mit dem vorletzten Platz vorlieb nehmen. Anteilsscheine von Air Berlin geben derzeit mehr als 5 Prozent ab und stehen auf dem letzten Platz. An der Spitze gewinnen derzeit Hawesko 4,4 Prozent.
Im TecDax sind im frühen Handel STRATEC und freenet mit Zugewinnen von mehr als 1,2 Prozent an der Spitze zu finden. Am unteren Ende des technologielastigen Leitindex müssen Q-Cells mehr als 14 Prozent abgeben, wobei die Aktie nach dem starken Anstieg der vergangenen Handelstage unter Gewinnmitnahmen leidet.
DAX: 5.781,26 (-1,18 Prozent) MDAX: 8.635,77 (-0,97 Prozent) SDAX: 4.393,28 (-0,96 Prozent) TecDAX: 672,52 (-1,16 Prozent) (18.11.2011/ac/n/d)