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12.07.2012 09:48

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Börse Frankfurt am Morgen: Schwacher Start, Südzucker nach Zahlen gefragt

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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes tendieren am Donnerstag kurz nach Handelsstart deutlich schwächer. Belastend wirkt sich zu Handelsbeginn das am Vorabend veröffentlichte Protokoll der letzten Notenbanksitzung auf die Stimmung aus. Die US-Börsen mussten daraufhin kurzzeitig deutlichere Abschläge hinnehmen, konnten gegen Handelsende jedoch wieder etwas aufholen. Der DAX verliert aktuell 0,91 Prozent auf 6.395,22 Punkte, während der MDAX um 0,49 Prozent auf 10.395,15 Stellen fällt. Für den SDAX geht es derweil um 0,23 Prozent auf 4.837,11 Zähler nach unten. Der TecDAX verschlechtert sich um 1,00 Prozent auf 744,84 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,14 Prozent auf 144,84 Punkte, während sich der Euro um 0,29 Prozent auf 1,2209 US-Dollar verteuert.

Am Vorabend waren an der Wall Street Abschläge auszumachen. Der Dow Jones verlor abschließend 0,38 Prozent auf 12.604,53 Zähler. Der NASDAQ Composite präsentierte sich mit einem Minus von 0,49 Prozent bei 2.887,98 Punkten. Der S&P 500 schloss indes mit 1.341,45 Zählern nur knapp unter seinem Vortagesstand. Wie aus dem am Vorabend veröffentlichten Protokoll der US-Notenbank hervorgeht, waren nur wenige Mitglieder des Offenmarktausschusses der Meinung, dass zum jetzigen Zeitpunkt weitere Anleihen-Käufe nötig seien. Einige andere hatten erklärt, dass erst dann weitere Maßnahmen ergriffen werden sollten, wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen verschlechterten. Damit haben die Hoffnungen auf weitere geldpolitische Lockerungen der US-Notenbank zunächst einen Dämpfer erhalten.

Die deutschen Großhandelsverkaufspreise sind im Juni 2012 mit abgebremstem Tempo angestiegen. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung des Statistischen Bundesamtes kletterten die Preise im Vorjahresvergleich um 1,1 Prozent, nach Zuwächsen von 1,7 Prozent im Mai 2012 und 8,5 Prozent im Juni 2011. Ferner gingen die Großhandelspreise binnen Monatsfrist um 1,1 Prozent zurück, während sie im Mai 2012 um 0,7 Prozent und im Juni 2011 um 0,6 Prozent gefallen waren.

Kurz nach Eröffnung sind im Dax fast ausschließlich negative Vorzeichen auszumachen. Einzig die Aktie von METRO kann derzeit ein Plus von mehr als 1,5 Prozent ausweisen und rangiert damit einsam an der Spitze. Hintergrund sind positive Umsatzzahlen des französischen Einzelhändlers Carrefour S.A. für das zweite Quartal. So verzeichnete der METRO-Konkurrent trotz der Euro-Krise nur ein leichtes Umsatzminus.

Im Fokus stehen zu Handelsbeginn Anteilsscheine des Autobauers BMW . Konzernchef Norbert Reithofer hatte in einem Interview eindringlich vor den Folgen eines Auseinanderbrechens der Eurozone gewarnt. "Bei einer Rückkehr zur D-Mark hätte Deutschland mit einer massiven Aufwertung zu kämpfen, die das deutsche Exportwunder weitgehend zunichte machen würde", sagte Reithofer. "Die wirtschaftlichen Folgen wären gravierend." Ungeachtet des schwierigen Automarktes in Europa in Folge der Eurokrise sieht sich BMW weiter auf Rekordkurs. "Wir sind auf dem besten Weg, im Gesamtjahr einen neuen Absatzrekord zu erzielen", kündigte Reithofer an. Im ersten Halbjahr hatte der Hersteller mit seinen drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce rund 900.000 Autos weltweit verkauft. Im vergangenen Jahr lag der Absatz insgesamt noch bei 1,67 Millionen Autos. Aktuell ist die Aktie von BMW mit einem Abschlag von 1 Prozent im oberen Mittelfeld des DAX zu finden.

Die Deutsche Post gab am Donnerstag die Eröffnung eines neuen Drehkreuzes in Asien bekannt. Insgesamt investierte der Post- und Logistikkonzern 175 Mio. US-Dollar in den neuen DHL Express Hub am internationalen Flughafen von Shanghai. Darüber hinaus plant das Unternehmen bis 2014 weitere 132 Mio. US-Dollar in acht Flugzeuge zu investieren, mit denen die stark nachgefragten Handelsrouten zwischen Shanghai und Nordasien, Europa und den USA bedient werden sollen. Anteilsscheine der Deutschen Post tendieren derzeit ebenfalls mehr als 1 Prozent leichter.

Wenig gefragt sind Anteilsscheine von Infineon, die am unteren Ende mehr als 2 Prozent abgeben müssen. Auch SAP und adidas tendieren deutlich schwächer.

Im MDAX steht Südzucker (Suedzucker) nach der Veröffentlichung von Geschäftszahlen für das erste Quartal im Blick. Dabei konnte der führende Zuckerproduzent in Europa Gewinn und Umsatz gegenüber dem Vorjahr kräftig steigern. Auch der Ausblick für das laufende Fiskaljahr wurde bestätigt. Aktuell kann Südzucker 0,7 Prozent zulegen. An der Spitze des MDAX präsentieren sich Anteilsscheine von HUGO BOSS derzeit 2 Prozent fester. Auch SGL CARBON und ElringKlinger legen deutlicher zu.

Anteilsscheine von RHÖN-KLINIKUM (RHOeN-KLINIKUM) stehen zu Handelsbeginn ebenfalls im Fokus. Einem Medienbericht zufolge kauft nun auch der viertgrößte private deutsche Klinikbetreiber Sana Kliniken Anteile an RHÖN-KLINIKUM auf. Zuletzt war die im April angekündigte Übernahme von RHÖN-KLINIKUM durch den Gesundheitskonzern Fresenius (Fresenius SECo) gescheitert, nachdem der Konkurrent Asklepios teilte kurz vor Ablauf der Annahmefrist Ende Juni mehr als 5 Prozent der Anteile von RHÖN-KLINIKUM erworben hatte. Fresenius verfehlte am Ende die Annahmequote weswegen die Offerte fürs Erste scheiterte. Anteilsscheine von RHÖN-KLINIKUM tendieren derzeit 0,7 Prozent leichter. Am unteren Ende des MDAX geben LEONI derzeit 1,4 Prozent ab. Auch Aurubis und Aareal Bank müssen Abschläge von mehr als 1 Prozent hinnehmen.

Im TecDax sind zu Handelsbeginn Anteilsscheine von SINGULUS (Singulus Technologies) gefragt. Am Morgen hatte der Konzern einen Auftrag für eine TIMARIS Vakuum-Beschichtungsanlage für Entwicklung und Pilotproduktion von MRAM Wafern vermelden können. Die Aktie tendiert kurz nach Handelsstart leicht fester und zieht um 0,2 Prozent an. An der Spitze kann QIAGEN derzeit 1 Prozent zulegen. Ebenfalls gefragt sind Drägerwerk und Sartorius.

Am Indexende geben Anteilsscheine der Software AG 3,5 Prozent ab. Auch Süss Micro und SMA Solar präsentieren sich deutlich leichter.

DAX: 6.395,22 (-0,91 Prozent) MDAX: 10.395,15 (-0,49 Prozent) SDAX: 4.837,11 (-0,23 Prozent) TecDAX: 744,84 (-1,00 Prozent) (12.07.2012/ac/n/m)

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