Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten deutschen Indizes starten verhalten in den neuen Handelstag. Die Verunsicherung der Anleger bleibt angesichts der Euro-Schuldenkrise weiter hoch. Zudem hat nach der Ratingagentur Fitch nun auch Moody's das Rating für das Euro-Mitgliedsland Spanien gesenkt. Der DAX gewinnt aktuell 0,11 Prozent auf 6.169,50 Punkte, während der MDAX um 0,26 Prozent auf 9.956,03 Stellen nachgibt. Für den SDAX geht es derweil um 0,10 Prozent auf 4.741,17 Zähler nach oben. Der TecDAX verliert 0,47 Prozent auf 730,55 Punkte. Der Bund-Future klettert aktuell 0,02 Prozent nach oben und notiert bei 141,75 Punkten, während der Euro um 0,07 Prozent auf 1,2582 US-Dollar gewinnt.
Die US-Leitindizes mussten am Mittwoch deutlich schwächer aus dem Handel gehen. Der Dow Jones verlor am Ende 0,62 Prozent auf 12.496,38 Zähler. Der NASDAQ Composite präsentierte sich mit einem Minus von 0,86 Prozent bei 2.818,61 Zählern, während der S&P 500 einen Abschlag von 0,70 Prozent auf 1.314,88 Punkte zeigte. Nach der positiven Entwicklung des vorangegangenen Handelstages schloss der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Minus von 0,22 Prozent bei 8.568,89 Punkten.
Wie heute bekannt gegeben wurde, sind die deutschen Großhandelsverkaufspreise im Mai 2012 mit abgebremstem Tempo angestiegen. Laut dem Statistischen Bundesamt kletterten die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,7 Prozent, nach Zuwächsen von 2,4 Prozent im April 2012 und 8,9 Prozent im Mai 2011. Ferner gingen die Großhandelspreise binnen Monatsfrist um 0,7 Prozent zurück, während sie im April 2012 um 0,5 Prozent gestiegen und im Mai 2011 unverändert geblieben waren. Einen wesentlichen Anteil an der Preisveränderung zum Vorjahresmonat hatten im Mai 2012 die um 4,1 Prozent höheren Preise im Großhandel mit festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen, nach +6,4 Prozent im April. Auf Monatssicht verbilligten sich diese Produkte um 3,3 Prozent.
Ferner teilte das Statistische Bundesamt mit, dass die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen, die nicht nur bei Gründung eines Gewerbebetriebes erfolgen müssen, sondern auch bei Verlagerung, Umwandlung oder Übernahme, sich im ersten Quartal 2012 um 5,6 Prozent verringerte und rund 207.500 betrug.
Im Dax setzen sich kurz nach Handelsbeginn Aktien von E.ON (EON) mit einem Aufschlag von 0,9 Prozent an die Spitze. Der Energieversorger hat sich einem Medienbericht zufolge nach langem Streit jetzt mit den Betriebsräten auf einen Sozialplan zum Abbau der 6.000 Arbeitsplätze in Deutschland geeinigt. Der Gesundheitskonzern Fresenius (Fresenius SECo) meldete derweil, dass die erste von drei Vollzugsbedingungen zur erfolgreichen Übernahme der RHÖN-KLINIKUM (RHOeN-KLINIKUM) (-1,9 Prozent) erfüllt wurde. Die in der Angebotsunterlage vorgesehene Vollzugsbedingung zur Dividendenzahlung des Klinikbetreibers ist eingetreten. Die Fresenius-Aktie reagiert mit einem Plus von 0,5 Prozent. Als schwächster Wert fallen aktuell adidas um 2,5 Prozent zurück.
Anteile von GERRY WEBER (GERRY WEBER International) fallen aktuell im MDAX um 2,9 Prozent zurück. Dabei konnte der Modekonzern Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr deutlich verbessern. Zudem wurde die Planung für das laufende Geschäftsjahr bestätigt. Aktien von DEUTZ geben um 2,4 Prozent nach. Der schwedische Nutzfahrkonzern Volvo (Volvo AB (B)) will seine Beteiligung an dem Motorenhersteller deutlich erhöhen. Durch den Zukauf würde sich der Anteil von Volvo an DEUTZ von zuletzt 6,7 auf 25 Prozent plus eine Aktie erhöhen. Kabel Deutschland gab heute bekannt, dass man das Wachstum im Laufe des Geschäftsjahres 2011/12 deutlich gesteigert hat und in die Gewinnzone zurückkehren konnte. Dabei profitierte der Kabelnetzbetreiber insbesondere von der lebhaften Nachfrage nach Premium TV- und Breitbandprodukten, die zu erheblichen Zuwächsen bei der Zahl der Abonnements, bei Umsatz und Ergebnis führte. Die Unternehmensaktie reagiert indes mit einem Minus von 3,2 Prozent und bewegt sich damit auf dem letzten Indexplatz. Auf der Spitzenposition behaupten sich aktuell Anteile von TUI mit einem Plus von 4,8 Prozent.
Im TecDax brechen Aktien von centrotherm photovoltaics um 30,4 Prozent ein, nachdem das Unternehmen am späten Mittwochabend bekannt gab, dass Warenkreditversicherer aufgrund der anhaltend schlechten Marktlage und der daraus resultierenden angespannten Finanzierungssituation Warenlieferungen an den Konzern nicht weiter versichern werden. Den Angaben zufolge erwartet der Vorstand auf Basis dieser Information einen negativen Liquiditätseffekt in einem niedrigen zweistelligen Euro-Millionenbetrag. An der Indexspitze klettern aktuell United Internet um 2,6 Prozent nach oben. Aufschläge von über 1 Prozent können Evotec und Kontron vorweisen.
DAX: 6.169,50 (+0,11 Prozent) MDAX: 9.956,03 (-0,26 Prozent) SDAX: 4.741,17 (+0,10 Prozent) TecDAX: 730,55 (-0,47 Prozent) (14.06.2012/ac/n/m)