Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten deutschen Aktienmärkte befinden sich im frühen Donnerstaghandel wieder auf dem Rückzug. Dabei zeigen sich die Investoren im Vorfeld des am Wochenende anstehenden EU-Gipfels zunehmend verunsichert. Der DAX verliert aktuell 1,45 Prozent auf 5.827,92 Punkte, während der MDAX 1,52 Prozent auf 8.798,24 Stellen fällt. Für den SDAX geht es derweil um 0,83 Prozent auf 4.446,42 Zähler nach unten. Der TecDAX verschlechtert sich um 0,92 Prozent auf 682,66 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,34 Prozent auf 135,55 Punkte, während sich der Euro um 0,38 Prozent auf 1,3714 US-Dollar verbilligt.
Die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte sind im September 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit unverändert hohem Tempo angestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterte der Index um 5,5 Prozent. Im August 2011 hatte die Jahresveränderungsrate ebenfalls bei 5,5 Prozent und im September 2010 bei 3,9 Prozent gestanden. Die Preissteigerungen für Energie waren im Berichtsmonat für gut zwei Drittel der gesamten Jahresveränderungsrate verantwortlich. Ohne Berücksichtigung von Energie lagen die Erzeugerpreise um 3,1 Prozent höher als im September 2010. Gegenüber August 2011 stiegen sie leicht um 0,1 Prozent. Binnen Monatsfrist kletterte der Preisindex um 0,3 Prozent. Davor waren die Erzeugerpreise im August 2011 um 0,3 Prozent gefallen und im September 2010 um 0,3 Prozent gestiegen.
Die Wall Street zeigte sich am Mittwoch nach einem enttäuschenden Beige Book mit schwachen Tendenzen. Laut der Fed habe sich die Wirtschaftsaktivität in den USA zwar weiter verbessert, aber mit langsamerem Tempo. Daneben hatten die Investoren neben gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten auch eine wahre Flut an Quartalsausweisen zu verarbeiten. Der Dow Jones verschlechterte sich um 0,63 Prozent auf 11.504,62 Punkte, während der NASDAQ Composite um 2,01 Prozent auf 2.604,04 Zähler fiel. Der S&P 500 gab um 1,26 Prozent nach auf 1.209,88 Punkte.
Wie bereits gestern bekannt gegeben wurde, konnte die Deutsche Börse AG (Deutsche Boerse) nach vorläufigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2011 Umsatz und Gewinn deutlich steigern. Die Umsatzerlöse verbesserten sich gegenüber dem Vorjahresquartal um rund 20 Prozent auf rund 605 Mio. Euro. Zusätzlich zu den Umsatzerlösen flossen der Gruppe Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft in Höhe von rund 20 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 15,8 Mio. Euro) und sonstige betriebliche Erträge in Höhe von ebenfalls rund 20 Mio. Euro zu (Vorjahreszeitraum: 11,7 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der Deutschen Börse lag bei rund 330 Mio. Euro, nach 244,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Kosten im Zusammenhang mit dem geplanten Zusammenschluss und Kosten für Effizienzprogramme belief sich das EBIT auf 355 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum bereinigt: 257,4 Mio. Euro). Das Konzern-Periodenüberschuss für das dritte Quartal 2011 stieg um rund 95 Prozent auf ungefähr 315 Mio. Euro. Bereinigt um Kosten im Zusammenhang mit dem geplanten Zusammenschluss, Kosten für Effizienzprogramme und den Ertrag im Zusammenhang mit der Vereinbarung mit SIX Group, belief sich der Konzern-Periodenüberschuss auf rund 245 Mio. Euro, ein Anstieg von ungefähr 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Papier steigt um 0,8 Prozent. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich die Aktien der Commerzbank mit einem Zugewinn von 1,1 Prozent wieder, während die rote Laterne mit einem Wertverlust von 3,4 Prozent an E.ON geht.
Im MDAX können sich derzeit lediglich RHÖN-KLINIKUM auf Vortagesniveau halten. Alle anderen Titel notieren im Minus. Am größten fallen die Abschläge mit 3 Prozent bei GILDEMEISTER aus.
Im TecDax rauschen die Papiere des Netzwerkspezialisten ADVA nach Zahlen zum dritten Quartal 2011 an der Indexspitze um 5,8 Prozent nach oben. Der Umsatz lag mit 79,3 Mio. Euro leicht über der Prognosebandbreite von 73 Mio. bis 78 Mio. Euro. Das IFRS Pro-Forma-Betriebsergebnis, welches keine nicht liquiditätswirksamen Aufwendungen aus aktienbasierter Vergütung, keine Firmenwertabschreibungen und keine Abschreibungen für immaterielle Vermögenswerte aus Unternehmenserwerben enthält, hat mit 5,5 Mio. Euro oder 6,9 Prozent vom Umsatz ebenfalls die Prognosebandbreite übertroffen, die bei 2 bis 5 Prozent vom Umsatz lag. Nach IFRS nahm das Betriebsergebnis auf 4,4 Mio. Euro zu, gegenüber 3,3 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Ferner entstand ein IFRS-Quartalsgewinn in Höhe von 9,7 Mio. Euro, der damit wesentlich über dem im dritten Quartal 2010 erzielten Wert von 2,4 Mio. Euro liegt. Für das Schlussquartal 2011 prognostiziert das Unternehmen Umsatzerlöse zwischen 79 Mio. und 84 Mio. Euro. Des Weiteren erwartet ADVA ein Pro-Forma-Betriebsergebnis zwischen 6 und 9 Prozent vom Umsatz.
Evotec (Evotec) teilte mit, dass sie und die Apeiron Biologics AG ein Forschungsprojekt mit Fokus auf die Beeinflussung des Cbl-b Enzymes, ein exzellentes Target für Anti-Tumor Immuntherapie, begonnen haben. Den Angaben zufolge spielt Cbl-b bei der Beeinflussung sowohl des adaptiven als auch des angeborenen Immunsystems eine Rolle und kann deshalb Anti-Tumor Aktivitäten effektiv steigern. Dies gelte sowohl für Tumorantigen-spezifische Immunantworten, als auch für solche, die gegen allgemeine Eigenschaften von Tumorzellen gerichtet seien. Die Aktie des Biotechnologiekonzerns verbilligt sich um 1,3 Prozent. Unterdessen hat die amerikanische Tochter des Solartechnikkonzerns SolarWorld , SolarWorld Industries America Inc. bereits gestern, unterstützt von weiteren amerikanischen Herstellern von Solarstromtechnologie bei der Regierung in Washington D.C. eine Klage gegen die wachsende Flut von Billig-Importen aus China eingereicht. Der Anteilsschein fällt um 1 Prozent.
Quartalsbilanzen gab es heute auch bereits aus dem SDAX. zooplus geben um 1 Prozent nach. Der Internethändler für Heimtierbedarf steigerte nach vorläufigen Berechnungen in den ersten drei Quartalen seinen Umsatz. So lag die Gesamtleistung in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres mit rund 185,0 Mio. Euro um rund 37 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Umsatzerlöse durch den Online-Verkauf von Heimtierprodukten erreichten in den ersten drei Quartalen 176,4 Mio. Euro, was einem Plus von rund 43 Prozent entspricht. Amadeus FiRe AG (Amadeus Fire) konnte derweil in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres mit einem Umsatz- und Ergebnisplus aufwarten. So lag der Umsatz mit 97,8 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 85,5 Mio. Euro. Unter dem Strich wies der Personaldienstleister einen Nettogewinn nach Anteilen Dritter in Höhe von 10,9 Mio. Euro aus, nach 8,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Papier legt um 0,5 Prozent zu.
DAX: 5.827,92 (-1,45 Prozent) MDAX: 8.798,24 (-1,52 Prozent) SDAX: 4.446,42 (-0,83 Prozent) TecDAX: 682,66 (-0,92 Prozent) (20.10.2011/ac/n/m)