Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes tendieren am Donnerstag auch zur Mittagszeit deutlich schwächer. Belastend wirkt sich dabei nach wie vor das am Vorabend veröffentlichte Protokoll der letzten Notenbanksitzung auf die Stimmung aus. Der DAX verliert aktuell 1,11 Prozent auf 6.382,09 Punkte, während der MDAX um 0,53 Prozent auf 10.390,86 Stellen fällt. Für den SDAX geht es derweil um 0,28 Prozent auf 4.834,60 Zähler nach unten. Der TecDAX verschlechtert sich um 1,56 Prozent auf 740,66 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,19 Prozent auf 144,91 Punkte, während sich der Euro um 0,51 Prozent auf 1,2183 US-Dollar verbilligt.
Die deutschen Großhandelsverkaufspreise sind im Juni mit abgebremstem Tempo angestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kletterten die Preise im Vorjahresvergleich um 1,1 Prozent, nach Zuwächsen von 1,7 Prozent im Mai und 8,5 Prozent im Juni 2011. Ferner gingen die Großhandelspreise binnen Monatsfrist um 1,1 Prozent zurück, während sie im Mai um 0,7 Prozent und im Juni 2011 um 0,6 Prozent gefallen waren.
An den US-Börsen zeichnet sich heute eine negative Handelseröffnung ab. So verschlechtert sich der Dow Jones Future derzeit um 0,85 Prozent. Der NASDAQ-Future gibt um 0,76 Prozent nach, während der S&P-Future 0,83 Prozent an Wert verliert. Aus den USA werden heute die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Ein- und Ausfuhrpreise sowie der Staatshaushalt gemeldet.
Auch zur Mittagszeit sind im Dax fast ausschließlich negative Vorzeichen auszumachen. METRO kann derzeit als bester Wert ein Plus von 1,1 Prozent ausweisen und rangiert damit einsam an der Spitze. Hintergrund sind positive Umsatzzahlen des französischen Einzelhändlers Carrefour für das zweite Quartal. So verzeichnete der METRO-Konkurrent trotz der Euro-Krise nur ein leichtes Umsatzminus. Daneben notieren nur noch Linde und Volkswagen im positiven Terrain.
Im Fokus stehen ferner die Anteilsscheine des Autobauers BMW . Konzernchef Norbert Reithofer hatte in einem Interview eindringlich vor den Folgen eines Auseinanderbrechens der Eurozone gewarnt. Ungeachtet des schwierigen Automarktes in Europa in Folge der Eurokrise sieht sich BMW indes weiter auf Rekordkurs. "Wir sind auf dem besten Weg, im Gesamtjahr einen neuen Absatzrekord zu erzielen", kündigte Reithofer an. Aktuell ist die Aktie von BMW mit einem Abschlag von 1,4 Prozent im Mittelfeld des DAX zu finden. Die Deutsche Post gab die Eröffnung eines neuen Drehkreuzes in Asien bekannt. Insgesamt investierte der Post- und Logistikkonzern 175 Mio. US-Dollar in den neuen DHL Express Hub am internationalen Flughafen von Shanghai. Darüber hinaus plant das Unternehmen bis 2014 weitere 132 Mio. US-Dollar in acht Flugzeuge zu investieren, mit denen die stark nachgefragten Handelsrouten zwischen Shanghai und Nordasien, Europa und den USA bedient werden sollen. Anteilsscheine der Deutschen Post tendieren derzeit 1,3 Prozent leichter. Infineon (Infineon Technologies) hat einen weiteren Auftrag zur Lieferung von Sicherheitschips erhalten. So liefert man Sicherheits-Chips für das größte Smart-Card-Projekt der öffentlichen Hand in Südafrika. Die Aktie des Halbleiterherstellers verbilligt sich um 1,1 Prozent. Ganz oben auf dem Verkaufszettel der Investoren finden sich im DAX zur Stunde die Anteilsscheine von SAP mit einem Abschlag von 2,8 Prozent wieder.
Im MDAX steht Südzucker (Suedzucker) nach der Veröffentlichung von Geschäftszahlen für das erste Quartal im Blickfeld der Investoren. Dabei konnte der führende Zuckerproduzent in Europa Gewinn und Umsatz gegenüber dem Vorjahr kräftig steigern. Auch der Ausblick für das laufende Fiskaljahr wurde bestätigt. Aktuell kann Südzucker 2,4 Prozent zulegen. Bilfinger Berger hat indes seine internationale Marktposition im Industrieservicegeschäft durch einen Zukauf in Nordamerika verstärkt. So wurde eine Vereinbarung zur Übernahme des Montage- und Servicespezialisten Westcon Inc. geschlossen. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. Der Titel gibt um 0,3 Prozent nach. An der Spitze des MDAX präsentieren sich Anteilsscheine von HUGO BOSS (Hugo Boss) mit einem Zugewinn von 3,1 Prozent. Der Modekonzern vereinfacht seine Markenstruktur und will seine Kernmarke BOSS weiter verstärken.
MTU Aero Engines (MTU Aero Engines) steigen um 1,1 Prozent. Der Triebwerkshersteller meldete, dass er im Rahmen der diesjährigen Farnborough International Airshow vor den Toren Londons Aufträge im Wert von rund 1,3 Mrd. Euro gewinnen konnte. Der zu EADS gehörende Flugzeugbauer Airbus hat im Rahmen der Branchenmesse in Farnborough ebenfalls mehrere Großaufträge erhalten. So hat Synergy Aerospace insgesamt neun Maschinen vom Typ A330 bei Airbus geordert. Außerdem hat die russische Fluglinie UTair 20 Maschinen vom Typ A321 bei Airbus bestellt. Ferner hat die Middle East Airlines-Air Liban (MEA), die nationale Fluggesellschaft des Libanon, eine Grundsatzvereinbarung über den Kauf von fünf A320neo und fünf A321neo geschlossen. Dazu kommt eine Option über weitere acht Flugzeuge. Den weiteren Angaben zufolge hat die in Irland ansässige Leasing-Gesellschaft Avolon eine Absichtserklärung über den Kauf von fünfzehn Maschinen vom Typ A320neo unterzeichnet. Finanzielle Einzelheiten der Aufträge wurden nicht bekannt gegeben. EADS fliegen mit einem Abschlag von 1,5 Prozent hinterher.
Anteilsscheine von RHÖN-KLINIKUM (RHOeN-KLINIKUM) stehen heute ebenfalls im Fokus. Einem Medienbericht zufolge kauft nun auch der viertgrößte private deutsche Klinikbetreiber Sana Kliniken Anteile an RHÖN-KLINIKUM auf. Zuletzt war die im April angekündigte Übernahme von RHÖN-KLINIKUM durch den Gesundheitskonzern Fresenius (Fresenius SECo) gescheitert, nachdem der Konkurrent Asklepios teilte kurz vor Ablauf der Annahmefrist Ende Juni mehr als 5 Prozent der Anteile von RHÖN-KLINIKUM erworben hatte. Fresenius verfehlte am Ende die Annahmequote weswegen die Offerte fürs Erste scheiterte. Anteilsscheine von RHÖN-KLINIKUM tendieren derzeit 0,7 Prozent leichter. Am unteren Ende des MDAX geben ProSiebenSat.1 Media derzeit 3,2 Prozent ab. Auch GILDEMEISTER, LEONI, Klöckner & Co sowie STADA müssen Abschläge von mehr als 2 Prozent hinnehmen.
Im TecDax sind zu Handelsbeginn Anteilsscheine von SINGULUS (Singulus Technologies) gefragt. Am Morgen hatte der Konzern einen Auftrag für eine TIMARIS Vakuum-Beschichtungsanlage für Entwicklung und Pilotproduktion von MRAM Wafern vermelden können. Die Aktie tendiert zur Stunde als bester Wert im TecDAX um 1,8 Prozent fester. Ebenfalls gefragt sind Drägerwerk und PSI. Am Indexende geben Anteilsscheine der SMA Solar 6,6 Prozent ab. Auch Software AG präsentieren sich mit einem Abschlag von 5,5 Prozent deutlich leichter.
DAX: 6.382,09 (-1,11 Prozent) MDAX: 10.390,86 (-0,53 Prozent) SDAX: 4.834,60 (-0,28 Prozent) TecDAX: 740,66 (-1,56 Prozent) (12.07.2012/ac/n/m)