12.11.2010 11:02
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Marktbericht Auslandsaktien (KW 45) - Ambac ist insolvent

Japanische Finanzwerte gefragt – Intercell weitet Quartalsverlust aus
In dieser Handelwoche legte der amerikanische Aktienmarkt eine kleine Verschnaufpause ein. Während der Dow Jones rund 0,8 Prozent an Boden verlor, trat der NASDAQ auf der Stelle. Aus Europa gab es Nachrichten, die dem Dollar zur Stärke verhalfen und einige Marktteilnehmer zu Gewinnmitnahmen bewog.

Am Montag wurde auf dem Parkett diskutiert, dass AOL (WKN: A0YECX) und Yahoo (WKN: 900103) über eine Zusammenarbeit bis hin zu einem Zusammenschluss beraten. Die AOL-Aktie kletterte daraufhin rund 4,70 Prozent. Die Aktie von Yahoo verteuerte sich lediglich um etwa ein Prozent. Nach dem die Verhandlungen mit den Anleihengläubigern gescheitert waren, musste der Anleihenversicherer Ambac (WKN: 882277) Gläubigerschutz nach „Chapter 11“ beantragen. Im nachbörslichen Handel rauschte die Aktie 40 Prozent in den Keller.

Zu den schwächsten Werten am Dienstag gehörten die Finanzwerte. Mit einem Minus von rund 2,6 Prozent war Bank of America (WKN: 858388) das Schlusslicht im Dow Jones. Die Aktie von AK Steel (WKN: 890363) büßte sogar mehr als fünf Prozent ein, nachdem eine amerikanische Großbank diesen Titel herunter gestuft hatte. Auf die positiven Quartalszahlen, die Priceline.com (WKN: 766054) am Vorabend gemeldet hatte, reagierte die Aktie am Dienstag mit einem Kurssprung von acht Prozent und markierte dabei den höchsten Kurs seit mehr als zehn Jahren.

Am Mittwoch sorgte ein schwacher Geschäftsausblick für einen Absturz der Aktien von Cisco Systems (WKN: 878841). Die Papiere verloren in der Berichtswoche mehr als 10 Prozent an Wert und schickten weltweit Technologiewerte auf Talfahrt. Positiv kommentierte Cisco die Geschäftsentwicklung durch die wachsende Verbreitung von Smartphones. Mobilfunkbetreiber sind so zum Ausbau ihrer Infrastruktur gezwungen und das ist gut für den breit aufgestellten Netzwerkausrüster Cisco Systems. An der Börse Stuttgart notierten die Aktien von Cisco zuletzt um 15,80 Euro.

Die Stimmung an der japanischen Börse war in dieser Woche äußerst gut und der Nikkei225 schloss am Donnerstag bei 9.861 Punkten. Dies entspricht einem Wochengewinn von 503 Zählern. Damit notiert der japanische Leitindex auf dem höchsten Stand seit Ende Juni. Ein schwächerer Yen, der gegenüber dem US-Dollar wieder über der Marke von 82 gehandelt wird, half vor allem den großen Exportwerten zu einer sehr guten Wochenentwicklung. Canon Inc. (WKN: 853055), der weltgrößte Kamerahersteller, der einen Großteil seiner Erlöse in Dollar erzielt, konnte um knapp sieben Prozent zulegen. Ebenfalls um sieben Prozent kletterte die Aktie von Toyota Motor (WKN: 853510). Der Finanzsektor, der in den vergangenen Wochen ziemlich abgestraft worden war, zeigte sich in dieser Woche von seiner starken Seite. So verteuerten sich die Aktien der Mizuho Financial Group (WKN: 200455) um knapp elf Prozent. Die Softbank Corp. (WKN: 891624) hat im Wochenvergleich gut acht Prozent an Wert gewonnen und erreichte am Donnerstag einen neuen Jahreshöchstkurs. Mit einer neuen Produktinitiative will der Internet- und Mobilfunkkonzern seine Konkurrenten in Japan abhängen. Die von innovativer Technik begeisterten Japaner werden zum Beispiel mit einem 3-D-Handy von Sharp (WKN: 855383), das im Dezember auf den Markt kommen soll, zum Wechsel zu Softbank animiert. Es scheint momentan so, als ob die Anleger den japanischen Markt wiederentdecken würden, denn auch die Börsenumsätze ziehen erfreulicherweise mit den steigenden Kursen stark an.

Nach der Erstnotiz an der Londoner Börse feierte die russische Mail.ru (WKN: A1C8BP) an diesem Montag sein Börsendebüt an der Stuttgarter Börse. Das Web- Unternehmen konnte mit seinem Börsengang etwa 650 Millionen Euro einnehmen und wird derzeit, nach einem Kursplus am ersten Handelstag in London von 30 Prozent, mit 7,07 Milliarden Dollar bewertet. Mail.ru ist der größte Internetkonzern Russlands und hat mit seiner Beteiligung von etwa fünf Prozent an Facebook für Aufmerksamkeit gesorgt. Seit April gehört auch der Kurznachrichtendienst ICQ zu dem Unternehmen. Der Konzern, der vor kurzem noch Digital Sky Technologies hieß, bietet E-Mail-Dienstleistungen, Onlinespiele und beteiligt sich bevorzugt an amerikanischen Startup-Unternehmen. Seit 1999 stehen etwa 50 Beteiligungen auf der Liste des Unternehmens, das dem Oligarchen Alischer Usmanow und dem Medienkonzern Naspers mehrheitlich gehört.

Die BP-Aktie (WKN: 850517) konnte ihren Aufwärtstrend der vergangenen Tage beibehalten. Bereits Anfang November legte BP Quartalsergebnisse vor. Diese waren besser als von Analysten im Vorfeld prognostiziert wurde. Die Miteigentümer der explodierten Bohrinsel Deepwater Horizon werden von BP weiterhin mit in die Pflicht genommen. So erhielt die japanische Mitsui Oil, welche eine Zehn-Prozent-Beteiligung an dem Förderprojekt hat, eine Rechnung über 1,9 Milliarden Dollar für Reinigungsarbeiten. Wichtig für BP war eine Veröffentlichung der amerikanischen Untersuchungskommission. Diese stellte fest, es gäbe keine Beweise dafür, dass aus Kostengründen auf mögliche Sicherheitsvorkehrungen verzichtet wurde. Die Kommission, die von der US Regierung beauftragt wurde, stimmte größtenteils dem internen Bericht von BP zu, wonach Partnerunternehmen wie Halliburton (WKN: 853986) erheblich mitschuldig seien.

Der österreichische Impfstoffentwickler Intercell (WKN: A0D8HW) hat im dritten Quartal 2010 einen Verlust von 27,8 Millionen Euro erlitten. Damit hat sich der Verlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelt. Analysten hatten jedoch einen Verlust von 14,7 Millionen Euro erwartet. Hauptfaktoren für diesen Verlust waren höhere Forschungskosten sowie geringere Umsätze. Für das Gesamtjahr 2010 geht die Gesellschaft von einem Verlust von 40 Millionen Euro aus. Die Aktie verlor daraufhin zeitweise mehr als sieben Prozent, erholte sich aber später wieder etwas und notiert aktuell bei 16,90 Euro. Der österreichische Ölkonzern OMV (WKN: 874341) erzielte im dritten Quartal einen Gewinn von 149 Millionen Euro, nach 283 Millionen Euro im Jahre 2009. Der Markt hatte mit einem noch niedrigeren Gewinn von 75,3 Millionen Euro gerechnet. Der Hauptgrund hierfür war die gefallene Raffineriemarge, die von 3,39 Dollar im Vorquartal auf 1,84 Dollar in diesem Quartal gefallen ist. Die Aktie stieg nach dieser Meldung zunächst leicht um ein Prozent, verlor diesen jedoch in einem nervösen Gesamtmarkt wieder und steht aktuell bei 27,50 Euro.

Im Fokus der Spekulanten standen in der Berichtswoche wieder einmal die Banken aus Irland. Mit hohen Umsätzen und äußerst volatil zeigte sich der Handel in den Anteilsscheinen der Allied Irish Banks (WKN: 861542) und der Bank of Ireland (WKN: 853701). Der politische Streit um das geplante milliardenschwere Sparpaket und der wieder gewachsene Zweifel an der Zahlungsfähigkeit Irlands schickten beide Werte auf Talfahrt. Am Montag markierte Allied Irish Banks sogar ein neues Allzeittief bei 0,26 Euro. Am Dienstag und Mittwoch setzte eine starke Gegenbewegung ein. Ausgelöst durch Spekulanten und Short-Eindeckungen schoss die Aktie wieder auf 0,38 Euro. Nachdem am Donnerstag die Risikoaufschläge für irische Staatsanleihen ein neues Rekordhoch erreichten, setzte sich der alte Abwärtstrend der Irland-Banken wieder fort. Aktuell notieren Allied Irish Bank bei 0,33 Euro und Bank of Ireland bei 0,38 Euro.

Der Edelmetallbereich stand in der vergangenen Woche ganz im Zeichen des Silbers. Der Preis für eine Feinunze stieg in den vergangenen fünf Handelstagen von 26 Dollar je Feinunze auf 29,30 Dollar in der Spitze. Aktuell müssen 27,50 Dollar für eine Unze bezahlt werden. Dieser Anstieg um knapp zehn Prozent sorgte auch für eine große Nachfrage nach Aktien von Silberminen. Zu den Umsatzspitzenreitern zählten in der vergangenen Woche im Explorationsbereich Ecu Silver (WKN: 727523), die von 0,564 Euro auf 1,004 Euro hausierten, im Juniorproduzentenbereich Minco Silver (WKN: A0ESX5), die von 3,36 Euro bis auf 4,95 Euro stiegen und unter den etablierten Silberproduzenten Silver Wheaton (WKN: A0DPA9), die von 22,55 Euro auf 25,39 Euro stiegen. Ein wahres Kursfeuerwerk brannten in dieser Woche die Aktien aus dem Uran-Sektor ab, was die Papiere von Uranium Energy (WKN: A0JDRR) und Uranium Resources (WKN: A0JKV8) in die Top 10 und Uranerz Energy (WKN: A0F5XB) sogar auf Platz 3 der Preisfeststellungen der letzten sieben Tage katapultierte. Während der Uranpreis um sechs Prozent stieg, verzeichneten die Aktien einen durchschnittlichen Wochengewinn von mehr als 30 Prozent.

Die Börse Stuttgart ist Deutschlands zweitgrößter Handelsplatz mit einem Marktanteil von 34 Prozent im börslichen Präsenzhandel. Segmente sind EUWAX als Handelsplattform für verbriefte Derivate, Bond-X für festverzinsliche Wertpapiere und 4-X für den Handel mit ausländischen Aktien. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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