Diese Handelwoche stand eindeutig im Zeichen des Comebacks von General Motors
(WKN: A1C9CM). Aufgrund der hohen Nachfrage wurde die Anzahl der ausgegebenen
Aktien erhöht, sowie die Preisspanne angehoben. Insgesamt wurden 478 Millionen
Aktien (zzgl. Greenshoe werden es über 500 Millionen Aktien sein) zu 33 Dollar
ausgegeben. Seit Donnerstag, den 18. November ist die Aktie handelbar, der erste
festgestellte Kurs war an der Wall Street bei 35 Dollar. In Stuttgart wird General
Motors unter der oben genannten Wertpapierkennnummer ebenfalls gehandelt.
Der Dow Jones Index konnte in dieser Woche die Marke von 11.000 Punkten
verteidigen. Dennoch musste er rund 190 Punkte im Vergleich zum vergangenen
Freitag abgeben. Auch die anderen Indizes mussten Terrain preisgeben.
Zum Wochenstart konnte man keine klare Tendenz ausmachen. Dieser Montag machte
auch wieder als „Merger Monday“ von sich reden, zumal zwei milliardenschwere
Übernahmen vermeldet wurden. Der Technologiekonzern im Bereich des
Datenmanagements EMC (WKN: 872526) übernimmt Isilon (WKN: A0LF25) für rund
2,25 Milliarden Dollar oder 33,85 Dollar in bar je Anteilsschein. Noch tiefer griff der
Baumaschinenhersteller Caterpillar (WKN: 850598) für Bucyrus International (WKN:
A0CAMW) in die Tasche. Für rund 8,6 Milliarden Dollar oder 92 Dollar je Aktie wird der
Hersteller für Minenzubehör übernommen. Dies entsprach einer Prämie von etwa 32
Prozent gegenüber dem Schlusskurs am vergangenen Freitag. Auch im Sektor der
Kohleproduzenten könnte es in der nächsten Zeit zu Übernahmen kommen. Der
Stahlkonzern ArcelorMittal (WKN: A0M6U2) schielt, Gerüchten zu Folge, zumindest mit
einem Auge auf Massey Energy (WKN: 854549) und wäre an einer Übernahme sehr
interessiert.
Am Dienstag herrschten die Minuszeichen vor. Die Meldungen aus Irland und die
aufkeimenden Sorgen über die Zinssituation in China haben den Aktienmarkt auf
Tauchstation geschickt. Obwohl der Dow Jones rund 1,6 Prozent verlor, ging die Aktie
von Home Depot (WKN: 866953) mit einem Plus von einem Prozent aus dem Handel.
Die größte Baumarktkette der Welt konnte über einen Gewinnanstieg von 21 Prozent
im vergangenen Quartal berichten. Ebenfalls über den Erwartungen waren die
Quartalszahlen von Urban Outfitters (WKN: 888903). Die am Vorabend gemeldeten
Zahlen waren ausschlaggebend für den Kursanstieg von nahe zu zwölf Prozent. Auf der
Verliererseite waren die Finanzwerte anzutreffen.
Auch am Mittwoch konnte sich der Markt nicht zu einer klaren Tendenz aufraffen. Mit
Enttäuschung wurde die Zahl der Baubeginne zur Kenntnis genommen, die die
Erwartungen der Volkswirte nicht erreichen konnten. Mit einem Kursgewinn von rund
vier Prozent reagierte die Aktie von Target (WKN: 856243) auf die gemeldeten
Quartalszahlen, im erwarteten Bereich der Analysten lagen.
Der japanische Aktienmarkt hat eine sehr positive Handelswoche hinter sich und der
Nikkei-225-Index schließt bei 10.013 Punkten. Dies bedeutet einen Wochengewinn von
152 Zählern. Der japanische Leitindex schließt das erste Mal seit Juni wieder über der
Zehn-Tausender-Marke. „Auch die Umsätze sind sehr erfreulich und somit ist die
Stimmung an der Börse in Tokyo ausgesprochen gut“, bemerkte Björn Marten von der
Baader Bank AG in Stuttgart. „Ein schwächerer Yen hat den Aktienmarkt zusätzlich
unterstützt und vor allem Exportwerte waren in dieser Woche gesucht“, so Marten.
Sony Corp. (WKN: 853687) erreichten einen neuen Jahreshöchststand und legten fast
sieben Prozent zu. Aus dem Automobilsektor kam die Nachricht, dass sich Ford Motor
größtenteils von seiner Beteiligung an Mazda Motor (WKN: 854131) trennen wird. Ford
Motor wird seinen momentanen Anteil von 11,06 Prozent auf 3,53 Prozent reduzieren und bleibt damit aber trotzdem der viertgrößte Aktionär von Mazda Motor. Die Aktie
von Mazda Motor stieg im Wochenvergleich um über sechs Prozent. Im Finanzsektor
waren die Aktien der großen Broker gesucht, die von den anziehenden
Börsenumsätzen profitieren. Marktführer Nomura (WKN: 857054) verteuerten sich um
gut fünf Prozent und Daiwa Securities (WKN: 857092) gingen um über sechs Prozent
fester aus dem Markt.
Seit dieser Woche werden an der Stuttgarter Börse zwei Börsenneulinge gehandelt.
Die erste Aktie ist die russische Transcontainer (WKN: A1C87E); hierbei handelt es sich
um eine Tochtergesellschaft der russischen Eisenbahn RZD. Mit dem vollzogenen
Börsengang wollte die RZD sich zwar von einem Aktienpaket trennen, aber über die
verbleibende Beteiligung dennoch die Kontrolle über Transcontainer behalten. Mit
Einnahmen von etwa 400 Millionen US-Dollar kann gerechnet werden. Dieser
Börsengang war bereits schon für 2008 geplant gewesen, musste aber aufgrund der
Krise verschoben werden. Nun sah man aber einen guten Zeitpunkt um diesen Schritt
zu vollziehen. Zu Kunden von Transcontainer, die einen Anteil von 60 Prozent des
russischen Eisenbahncontainermarkts ausmachen, gehört beispielweise VW.
Der zweite Neuling war auch wieder ein russisches Unternehmen, die O´Key Group
(WKN: A1C7DM). Das Unternehmen ist der drittgrößte russische Lebensmittelhändler
mit 52 Filialen. Davon sind 28 alleine in St. Petersburg, wo auch das Unternehmen
angesiedelt ist. Zu den beiden größten russischen Unternehmen dieser Branche
gehören die X5 Retail Group (WKN: A0LHLX) und OAO Magnit (WKN: A0MVY2).
Die Österreichische Post AG (WKN: A0JMLS) hat im dritten Quartal einen Gewinn von
14 Millionen Euro, nach 11,2 Millionen Euro in 2009, erwirtschaftet. Analysten gingen
nur von einem Gewinn in Höhe von 12,5 Millionen Euro aus. Positiv verlief das Geschäft
im Paketbereich, im Briefbereich waren die Umsätze rückläufig. Die Gesellschaft
bekräftigte den Ausblick für das Geschäftsjahr, sie geht von einem Schrumpfen der
Umsätze um ein bis zwei Prozent aus. Die Aktie stieg nach dieser Meldung um circa
zwei Prozent und steht in einem positiven Gesamtmarkt bei 22,25 Euro.
Der Sportwetten-Anbieter Bwin (WKN: 936172) hat im dritten Quartal einen Verlust von
sechs Millionen Euro erlitten. Im Vorjahr wurde noch ein Gewinn von 7,9 Millionen Euro
erwirtschaftet. Hauptgrund für den Verlust war der Einstieg in Frankreich und der
damit verbundene Marktaufbau. Wegen der Fusion mit der britischen PartyGaming
(WKN: A0MV75) gab das Unternehmen keinen Ausblick für 2010 aus. Die Aktie
reagierte mit einem leichten Kursabschlag von einem knappen Prozent, drehte dann
aber in einem freundlichen Markt ins Plus und tendiert bei 31,25 Euro.
Die Aktien des niederländischen Einzelhändlers AHOLD (WKN: A0MZBE) sind nach
Bekanntgabe der Quartalszahlen an der Börse Amsterdam unter Druck geraten. Nach
Angaben des Unternehmens konnte der Gewinn im abgelaufenen Quartal um 7,5
Prozent auf 285 Millionen Euro gesteigert werden. Analysten hatten jedoch mit einem
Gewinn von 317 Millionen Euro gerechnet. Als Hauptgrund für den Rückgang des
Ergebnisses wurde von dem Unternehmen die Konsumflaute in den USA genannt.
Mehr als die Hälfte seines Umsatzes erwirtschaftet AHOLD in den USA.
Der italienische Autohersteller FIAT (WKN: 860007) hat in den letzten Tagen weitere
Schritte zur geplanten Abspaltung seiner Industriesparte vom Automobilgeschäft im
Januar 2011 vorgenommen. Mit einem Bankenkonsortium wurde eine Kreditlinie in
Höhe von vier Milliarden Euro vereinbart. Aussagen von Analysten, nachdem ein
Börsengang von Ferrari sowie ein Verkauf der Tochter Marelli ebenfalls bevorsteht,
wurden von dem Unternehmen nicht dementiert. Nach Aussagen des Fiat-Vorstandes
ist ein Börsengang der Tochter Chrysler für die zweite Jahreshälfte 2011 geplant.

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