09.11.2012 20:14
Bewerten
(2)

Börsen-Zeitung: China meldet sich zurück, Marktkommentar von Georg Blaha

Frankfurt (ots) - Während die Anleger noch die Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama verdauen und sich sorgenvoll für die bevorstehende "fiskalische Klippe" aus automatischen Steuererhöhungen und staatlichen Ausgabekürzungen in den USA positionieren, hat China am Freitag eine bemerkenswerte Reihe an Wirtschaftsdaten abgeliefert. Im Oktober legte die Industrieproduktion um 9,6% zu. Erwartet worden war ein Plus von 9,4%. Die chinesischen Einzelhandelsumsätze stiegen im gleichen Monat um 14,5%. Hier lag die Prognose bei 14%. Auch der Zuwachs bei den Anlageinvestitionen zwischen Januar und September schlug die Prognosen. Gleichzeitig stiegen die Verbraucherpreise im Oktober nur um 1,7%. Volkswirte hatten mit einer zum September gleichbleibenden Teuerungsrate von 1,9% gerechnet.

Die Daten zeigen, dass sich im Reich der Mitte der positive Trend vom September fortsetzt. "Es ist nun klar, dass es keine harte Landung gibt, dass sich die Wirtschaft im vierten Quartal verbessern wird und dass wir schon im nächsten Halbjahr wieder jährliche Wachstumsraten von 9% sehen werden", wird ein enthusiastischer Volkswirt einer französischen Bank in Berichten aus Beijing zitiert. Aber auch andere Beobachter gehen davon aus, dass die sieben Quartale währende Durststrecke, in der das Land Rückgänge beim Wirtschaftswachstum verzeichnete, ihr Ende gefunden hat und die staatlichen Infrastrukturprogramme und andere Stimuli zu wirken beginnen: China meldet sich zurück. Während das Wachstum in der Volksrepublik im zurückliegenden Quartal auf 7,4% gefallen ist, dürfte es in der laufenden Dreimonatsfrist um wenigstens 7,7% zulegen, erwarten auch weniger euphorische Volkswirte. Bei der abflauenden Inflation wächst zudem wieder der geldpolitische Spielraum der zuletzt vorsichtig agierenden People's Bank of China.

Einkommen verdoppeln

Vor dem Hintergrund eines wieder anziehenden oder zumindest sich stabilisierenden Wachstums ist auch die Rede von Hu Jintao, dem scheidenden Chef der regierenden Kommunistischen Partei, beachtenswert: Er kündigte anlässlich des politischen Führungswechsels in der beendeten Woche an, das Bruttoinlandsprodukt und die Durchschnittseinkommen von 2010 bis zum Jahr 2020 verdoppeln zu wollen. Für die in China tätigen deutschen und internationalen Konzerne macht dies eine Fortsetzung der bisherigen Wachstumsstory wahrscheinlich. "China macht genau das, was China sagt", bemerkte ein Marktstratege mit Blick auf die Wirtschaftspolitik des Landes. Doch was sagen die Märkte? Ein Kursfeuerwerk an den Aktienmärkten in Asien blieb am Freitag aus. Das könnte bedeuten, dass die Stabilisierungstendenz im Reich der Mitte schon eingepreist war und es eben noch dauert, bis der Aufschwung zum Tragen kommt. Allerdings gab es doch eine markante Marktreaktion, die mit Blick auf die Frühindikatoren der Weltwirtschaft von Bedeutung ist. Der Taiwan-Dollar stieg am Freitag auf den höchsten Stand seit September 2011. Schon einige Tage zuvor erreichte der koreanische Won gleichfalls ein 14-Monats-Hoch.

Die seit einigen Wochen steigende Nachfrage nach den Devisen kommt von den Exportfirmen in Taiwan und Korea, die ihre Erlöse aus dem Ausland in die Landeswährung tauschen. Exporte aus den beiden Staaten gehören zu den wichtigsten Frühindikatoren der Weltwirtschaft. Die zwei strukturell ähnlichen Volkswirtschaften sind mit den westlichen Märkten, aber enger noch mit China verflochten. Und bei den Exportraten Koreas und Taiwans gibt es seit September einen stabilen Aufwärtstrend. Während in Europa der zyklische Abschwung offenbar seinen Boden noch finden muss - die schwache Industrieproduktion in Frankreich und Italien sorgte am Freitag für Nervosität an den europäischen Aktienmärkten - deutet sich in Asien ein Aufschwung an. Sicher, all das könnte vorerst nur ein kleiner Fleck am Radar der Finanzmärkte sein, der kurz aufleuchtet und dann wieder in der Dunkelheit der vielen und umfassenden Abwärtsrisiken für die Weltwirtschaft verschwindet. Es könnte aber auch der Ausgangspunkt für einen länger anhaltenden Aufschwung sein, der sich im ersten Quartal 2013 verstetigt und danach weiter an Kraft gewinnt. Voraussetzung ist aber, dass die USA die "fiskalische Klippe" umschiffen und Europa sich zumindest stabilisiert. Aktien und andere Risiko- Assets wären in einem solchen Szenario günstig bewertet. Ein China, das als Wachstumslokomotive der globalen Ökonomie wieder mit Volldampf vorausfährt, wäre das Beste, was den Märkten in der derzeit fragilen Lage passieren könnte.

Originaltext: Börsen-Zeitung Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/30377 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_30377.rss2

Pressekontakt: Börsen-Zeitung Redaktion

Telefon: 069--2732-0 www.boersen-zeitung.de

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

SAP - Digitalisierung ist eine Goldgrube!

Das Softwarehaus aus Walldorf dominiert den globalen Markt für Unternehmenssoftware. Selbst das innovative Silicon Valley kann den Deutschen nicht das Wasser reichen. Das hat mittlerweile auch die Wall Street erkannt. Der DAX-Titel befindet sich auf Rekordjagd. Immer mehr US-Investoren springen auf. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, wie die Digitalisierung die Aktie antreibt und warum SAP für Trader und Investoren interessant ist.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX leichter -- Asiens Börsen uneinheitlich -- Deutsche Bank verdient deutlich mehr -- Bayer hebt Prognose an -- BASF startet mit Gewinnsprung ins neue Jahr -- RWE, Wirecard im Fokus

Aktionäre können STADA-Aktien ab sofort andienen. KUKA steigert Umsatz und Gewinn deutlich. Airbus legt durchwachsenen Jahresauftakt hin. KION legt dank Übernahme weiter kräftig zu. Siltronic-Aktie: Siltronic erhöht nach gutem Jahresstart Prognose. Samsung dank guter Chip-Geschäfte mit Gewinnsprung.

Top-Rankings

KW 16: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
EU-Vergleich der Arbeitskosten 2016
So viel kostet eine Stunde Arbeit in Europa
KW 16: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Metropolen der Superreichen
In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
Utopische Summen
Die teuersten Fußballtransfers der Saison 2016/17
Verdienst der DAX-Chefs
Das verdienten die DAX-Bosse 2016
Das Vermögen dieser Milliardäre ist seit der Trump-Wahl am stärksten gewachsen
Wer profitierte am stärksten?
Das sind die exotischsten Börsenplätze der Welt
Klein aber oho?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach hundert Tagen im Amt istTrump der unbeliebteste US-Präsident der modernen Geschichte. Sind Sie mit Donald Trump zufrieden?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
CommerzbankCBK100
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
AURELIUSA0JK2A
BASFBASF11
Allianz840400
AIXTRON SEA0WMPJ
Apple Inc.865985
Munich Re SE (ex Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG)843002
BMW AG519000
Nordex AGA0D655
Deutsche Telekom AG555750
BayerBAY001
E.ON SEENAG99