26.03.2013 20:59
Bewerten
 (0)

Börsen-Zeitung: Der Run in den Köpfen, Kommentar zur Einlagensicherung von Bernd Wittkowski

Frankfurt (ots) - Deutschlands Sparer in Panik? Das wohl noch nicht. Anzeichen von Bammel sind hierzulande eher in der Politik und im Kreditgewerbe festzustellen. Man überbietet sich geradezu darin, die Sicherheit der Einlagen zu beschwören. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte ihre 2008 angesichts des unmittelbar drohenden Zusammenbruchs der Hypo Real Estate gemeinsam mit dem damaligen Finanzminister Peer Steinbrück gegebene Garantie ("Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein") schon vorige Woche bekräftigen lassen. Nun sah sich Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon veranlasst festzustellen, es sei "völlig ausgeschlossen, dass es in Deutschland einen solchen staatlichen Zugriff auf Spareinlagen geben könnte" wie in Zypern.

Die Beschwichtigungsversuche kommen nicht von ungefähr. Denn der Bank Run findet zwar noch nicht mit den Füßen statt, sehr wohl aber schon in den Köpfen. Alle reden darüber, wie sie ihr Geld in (vermeintliche) Sicherheit bringen und sich vor der Enteignung durch die Rettungseuropäer schützen können. Ob mehr oder weniger als 100000 Euro auf dem Tagesgeldkonto liegen, scheint dabei kaum eine Rolle zu spielen. Wie so oft haben solche Diskussionen und Verhaltensweisen auch etwas Irrationales. Da taucht jetzt zum Beispiel ein alter EU-Entwurf auf, dem zufolge Guthaben über 100000 Euro zur Bankenrestrukturierung verwendet werden können. Welche Überraschung, wenn sich die EU-weite Mindestgarantie auf ebenjene 100000 Euro erstreckt! Nebenbei: Brüssel wollte einen höheren Schutz, wie er in Deutschland in unterschiedlicher Form zumindest auf dem Papier in allen Säulen des Kreditgewerbes gilt, mit der Reform und Harmonisierung der Einlagensicherung zunächst sogar unterbinden.

"Völlig ausgeschlossen" ist gar nichts mehr. Aber natürlich macht es einen Riesenunterschied, wenn man die Betroffenen ständig mit der Nase auf einen relativ simplen Tatbestand - auch Einlagen sind Risikoassets - stößt und, wie im Fall Zypern geschehen, zu allem Überfluss gar den bisher uneingeschränkten Schutz der Kleinsparer zwischenzeitlich in Frage stellt. Insoweit sind vor allem einige ausländische Politiker auf dem "besten" Weg, den Ansturm auf Bankschalter und Geldautomaten herbeizureden, indem sie zum x-ten Mal darüber quasseln, dass vermögendere Sparer für allfällige Rettungsaktionen herangezogen werden müssten. "Danke, wir haben verstanden", werden sich nicht wenige derjenigen sagen, die sich betragsmäßig angesprochen fühlen dürfen.

Originaltext: Börsen-Zeitung Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/30377 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_30377.rss2

Pressekontakt: Börsen-Zeitung Redaktion

Telefon: 069--2732-0 www.boersen-zeitung.de

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Zalando - Wie der Online-Händler seine Gewinn­margen kräftig steigern will!
Der Einkauf von Waren im Internet gehört zu den Megatrends des 21. Jahrhunderts. Laut einer Erhebung des Digitalverbands Bitkom shoppen 98% aller Internet-Nutzer inzwischen online, wobei mehr als drei Viertel mehrmals im Monat Produkte über das Internet ordern. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins, warum Zalando zu den Profiteuren dieses Megatrends gehört und wie es seine Gewinnmargen weiter steigern will.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX über ein Prozent im Plus -- Asiens Börsen in Rot -- No: Italiener lehnen Verfassungsreform ab -- Deutsche Bank zahlt 60 Millionen Dollar wegen Goldpreis-Absprachen

EZB dürfte Ankaufprogramm verlängern. Ölpreise leicht gefallen. Panasonic will österreichischen Autozulieferer ZKW kaufen. BMW schickt 2017 autonome Testflotte in Münchner Innenstadt. Obama blockiert AIXTRON-Übernahme - Unternehmen gibt Hoffnung nicht auf.
Hobby zum Beruf
Jetzt durchklicken
Welche Aktien besitzt Warren Buffett in seinem Portfolio?
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Legenden sind die bestbezahlten Toten der Welt
Jetzt durchklicken
Wo leben die meisten Milliardäre?
Jetzt durchklicken
Die glücklichsten Länder der Welt
Jetzt durchklicken
Von diesen Schnellrestaurants sind die Deutschen begeistert
Jetzt durchklicken
So wurden Steuergelder verschwendet
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Das Europaparlament hat ein Einfrieren der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei gefordert. Halten Sie diese Entscheidung für richtig?