13.11.2012 20:44
Bewerten
(0)

Börsen-Zeitung: Der Satz des Schäuble, Kommentar zum Ringen um eine Lösung für Griechenlands akute Finanzprobleme, von Detlef Fechtner.

Frankfurt (ots) - Griechen müssten sich mit Mathematik eigentlich ganz gut auskennen. Der Satz des Thales, der Satz des Pythagoras oder der Satz des Euklid erinnern daran, dass Hellas die genialsten Mathematiker hervorgebracht hat. Allerdings dürften sogar sie Schwierigkeiten mit dem Satz des Schäuble haben. Denn der hat gestern wenige Stunden nach der Eurogruppen-Sitzung angedeutet, es könne eine Lösung für Griechenlands akute Finanzprobleme geben, ohne dass die Kapitalgeber noch einmal Geld nachschießen müssten. "Wir gehen davon aus, dass dies innerhalb des zweiten Griechenlandpakets mit zusätzlichen Maßnahmen gelöst werden kann." Ein Satz, der eigentlich unvereinbar scheint mit den vielen Nebenbedingungen der Rechnung: Griechenland soll erst 2016 mit dem Defizit sein, wo es eigentlich 2014 sein sollte. Griechenland soll womöglich Schulden zurückkaufen können. Und ein Schuldenerlass auf Kosten der öffentlichen Gläubiger soll nicht stattfinden.

Gewiss, die Kapitalgeber können Griechenland weniger Zinsen für alte Hilfskredite abknöpfen. Sie können Laufzeiten verlängern, griechische Vermögenswerte zu Pfändern erklären, Sperrkonten ausweiten und automatische Korrekturmechanismen für die Einhaltung der Fiskalziele einrichten. Das alles wirkt aber nur wie der Versuch, den Eindruck zu erwecken, der Einsatz der Kapitalgeber bleibe der Gleiche. Bleibt er aber nicht.

Nun sollen Fachbeamte in einer Woche eine Zauberformel finden, die Griechenlands Finanzlücke schließt und trotzdem alle roten Linien beachtet, die im Laufe der Verhandlungen gezogen wurden. Es steht zu befürchten, dass ein kompliziertes Zahlenwerk herauskommt, das niemand mehr durchschauen kann - und vielleicht ist das ja sogar beabsichtigt. Eine solche Strategie aber wäre hochriskant. Erstens, weil sich die Bürger verhohnepiepelt vorkommen, wenn der Verdacht aufkäme, die Politik wollte die wahren Kosten der Griechen-Hilfe verschleiern. Zweitens, weil die Investoren nervös werden, wenn die Finanzierung auf sie wie Flickschusterei wirkt. Und drittens, weil die Euro-Länder achtgeben müssen, dass ihnen nicht der IWF als Partner abhanden kommt. Dass die Chefin des Währungsfonds, Christine Lagarde, in der Kontroverse über 2020 oder 2022 mittlerweile auf offener Bühne über "unterschiedliche Auffassungen" spricht, sollte allen vor Augen führen, wie wichtig es wäre, kompromissbereit zu sein, um eine Lösung zu finden, die nicht geschickt und clever ist, sondern - wie heißt das allgemeine Lieblingswort - tragfähig.

(Börsen-Zeitung, 14.11.2012)

Originaltext: Börsen-Zeitung Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/30377 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_30377.rss2

Pressekontakt: Börsen-Zeitung Redaktion

Telefon: 069--2732-0 www.boersen-zeitung.de

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

SAP - Digitalisierung ist eine Goldgrube!

Das Softwarehaus aus Walldorf dominiert den globalen Markt für Unternehmenssoftware. Selbst das innovative Silicon Valley kann den Deutschen nicht das Wasser reichen. Das hat mittlerweile auch die Wall Street erkannt. Der DAX-Titel befindet sich auf Rekordjagd. Immer mehr US-Investoren springen auf. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, wie die Digitalisierung die Aktie antreibt und warum SAP für Trader und Investoren interessant ist.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht mit kleinem Plus ins lange Wochenende -- S&P bestätigt Deutschlands Top-Bonität -- Gotham City plant weitere Berichte zu AURELIUS -- Air Berlin, Deutsche Bank, Alphabet, Amazon im Fokus

VW muss laut CEO Müller wegen Herausforderungen auch profitabel sein. Chevron schreibt wieder schwarze Zahlen. SolarWorld verringert Verluste. US-Wirtschaft startet schwächer als erwartet ins Jahr. Apple arbeitet offenbar an digitalem Geld-Transfer und Prepaid-Kreditkarte.

Top-Rankings

KW 17: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 17: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
KW 16: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Metropolen der Superreichen
In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
Utopische Summen
Die teuersten Fußballtransfers der Saison 2016/17
Verdienst der DAX-Chefs
Das verdienten die DAX-Bosse 2016
Das Vermögen dieser Milliardäre ist seit der Trump-Wahl am stärksten gewachsen
Wer profitierte am stärksten?
Das sind die exotischsten Börsenplätze der Welt
Klein aber oho?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach hundert Tagen im Amt istTrump der unbeliebteste US-Präsident der modernen Geschichte. Sind Sie mit Donald Trump zufrieden?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BASFBASF11
BMW AG519000
Scout24 AGA12DM8
BayerBAY001
Allianz840400
Apple Inc.865985
CommerzbankCBK100
Deutsche Telekom AG555750
E.ON SEENAG99
Airbus SE (ex EADS)938914
Fresenius SE & Co. KGaA (St.)578560
adidas AGA1EWWW