05.02.2013 20:59
Bewerten
(0)

Börsen-Zeitung: Sinnvoller Warnschuss, Kommentar zu Ratingagenturen von Stefanie Schulte

Frankfurt (ots) - In der öffentlichen Wahrnehmung ist das Thema fast verjährt. Spätestens seit Eskalation der Subprime-Krise 2008 ist bekannt, dass die großen Ratingagenturen bei der Bewertung von Hypothekenverbriefungen zum Teil schwer danebenlagen. Dennoch greift die US-Regierung nun in die Vollen und verklagt Standard & Poor's (S&P) und die Muttergesellschaft McGraw-Hill wegen mutmaßlichen Betrugs bei der Bewertung von strukturierten Papieren bis 2007. Um Emittenten nicht zu verärgern, seien die Papiere zu gut bewertet worden, lautet der Vorwurf.

Die Versuchung, die potenziell milliardenschwere Klage mit einem Achselzucken abzutun, ist groß. Schließlich sind schon diverse Versuche von Verbriefungsinvestoren gescheitert, sich vor Gericht Verluste von Bonitätsprüfern zurückzuholen. Experten glauben jedoch, dass die Amerikaner mit ihrem jetzigen Vorstoß - bei dem sie sich auf ein Gesetz von 1989 stützen - Erfolg haben könnten. Dieser Überzeugung sind wohl auch die Aktionäre von McGraw-Hill und der Rivalin Moody's. Deren Kurse sind abgerutscht.

Obwohl man nicht vergessen darf, dass US-Gerichtsverfahren selten so spektakulär enden, wie sie beginnen, so könnten die jüngsten Schlagzeilen doch ein sehr sinnvoller Warnschuss für die Branche sein. Den Bonitätsprüfern wird vor Augen geführt, dass Fehlurteile auch für sie selbst potenziell verheerend sein können. Sie sollten sich nicht allzu sehr auf ihr altes Argument verlassen, dass Ratings lediglich eine Art unverbindliche Meinungsäußerung seien.

S&P und ihre Rivalen beteuern freilich, aus der Vergangenheit gelernt zu haben und umzusteuern. Dies liegt in ihrem eigenen Interesse. Meinungsäußerung hin oder her - ihr Urteil hat bei Marktteilnehmern und Regulierern so großes Gewicht, dass Emittenten bereit sind, hohe Summen für Ratings zu bezahlen. Dass sie dieses Vertrauen inzwischen verdient, muss die Ratingbranche noch beweisen. Strengere Gesetze dies- und jenseits des Atlantiks können dazu beitragen, dass dies gelingt.

Allerdings sollten sich auch die Marktteilnehmer, die Ratings als Informationsquelle nutzen, nicht zurücklehnen. Lediglich Privatanleger und kleine institutionelle Investoren sind auf Bonitätsnoten angewiesen, wenn sie die Werthaltigkeit festverzinslicher Anlagen beurteilen wollen. Große Marktteilnehmer hingegen können sich gute Analyseabteilungen leisten. Diese müssen die Urteile der Ratinghäuser aktiv hinterfragen. So können sie Druck auf die Bonitätsprüfer ausüben - zum Nutzen aller Beteiligten.

Originaltext: Börsen-Zeitung Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/30377 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_30377.rss2

Pressekontakt: Börsen-Zeitung Redaktion

Telefon: 069--2732-0 www.boersen-zeitung.de

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Stabile Dividendenaktien gehören in jedes Depot!

Die Investition in ausgewählte Blue-Chip-Dividendenaktien gehört zu den sichersten Strategien, um an den Aktienmärkten langfristig ein Vermögen aufzubauen. Dividendenaktien von hochkapitalisierten Unternehmen werfen langfristig höhere Renditen als der Gesamtmarkt ab und bieten einen guten Schutz in unsicheren Börsenzeiten. Wir stellen im aktuellen Anlegermagazin drei Aktien mit stabilen und attraktiven Dividendenrenditen vor.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX im Minus -- Dow Jones etwas schwächer -- Commerzbank erwartet Verlust im 2. Quartal -- Toshiba fliegt aus Japans Leitindex Nikkei 225 -- Allianz, AIB, Volkswagen im Fokus

Tesla plant erstes Werk in China. RWE schüttet Sonderdividende an Aktionäre aus. Wechsel in der Infineon-Geschäftsführung. Verschärfte Golf-Krise bringt Katars Landeswährung zum Absturz. ZUMTOBEL mit Gewinnsprung und Umsatzrückgang. Warren Buffetts neuestes Investment: Ein ehemaliger Pleitekandidat. Eurozone: Unternehmensstimmung sinkt stärker als erwartet.

Top-Rankings

Die reichsten Länder der EU
Das sind die reichsten Länder der EU
KW 25: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 25: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Wenn morgen Bundestagswahl wäre, wen würden Sie wählen?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
CommerzbankCBK100
Nordex AGA0D655
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
TeslaA1CX3T
E.ON SEENAG99
EVOTEC AG566480
AMD (Advanced Micro Devices) Inc.863186
Amazon.com Inc.906866
AURELIUSA0JK2A
BMW AG519000
Deutsche Telekom AG555750
Allianz840400