Tokio (aktiencheck.de AG) - Belastet von einer zunehmenden Angst vor einer Zahlungsunfähigkeit der USA hatten heute auch die meisten asiatischen Börsen einen schweren Stand. DAXglobal Asia, (ISIN DE000A0LLPW4/ WKN A0LLPW) der die 40 größten Werte des aufstrebenden Asiens beinhaltet, verliert aktuell 0,41 Prozent auf 329,81 Zähler.
Teilweise enttäuschende Quartalsausweise und die anhaltende Schuldenkrise in den USA drückten am Freitag die Indizes in Japan in die Verlustzone. Der Nikkei-Index gab am Ende um 0,69 Prozent auf 9.833,03 Punkte nach und entfernt sich damit weiter von der Marke von 10.000 Zählern. Für den breiter gefassten Topix ging es noch etwas stärker um 0,83 Prozent auf 841,37 Stellen nach unten. Die japanische Industrieproduktion ist im Juni 2011 nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie erneut geschrumpft. So verringerte sich die Fertigungsmenge gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,6 Prozent. Im Mai hatte der Output der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft um 5,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Binnen Monatsfrist legte die Industrieproduktion um 3,9 Prozent zu, nach einer Steigerung um 6,2 Prozent im Mai. Daneben hat sich die Arbeitsmarktlage in Japan im Juni nach Regierungsangaben verschlechtert. So erhöhte sich die saisonbereinigte Arbeitslosenrate auf 4,6 Prozent, nach 4,5 Prozent im Mai. Auch Volkswirte waren im Vorfeld von einem Anstieg auf 4,6 Prozent ausgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen ging binnen Jahresfrist um 10,9 Prozent auf nun 2,93 Millionen zurück. Des Weiteren haben sich nach Regierungsangaben die japanischen Konsumausgaben im Juni 2011 erneut verringert. So lagen die Ausgaben der Verbraucher um 4,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, nach einem Minus von 1,9 Prozent im Mai. Volkswirte waren lediglich von einem Rückgang um 2,3 Prozent ausgegangen. Schließlich haben sich die japanischen Verbraucherpreise im Juni weiter erhöht. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Verbraucherpreise in der Kernrate (bereinigt um frische Nahrungsmittel) um 0,4 Prozent, nachdem sie im Mai um 0,6 Prozent zugelegt hatten. Im Großraum Tokio lagen die Lebenshaltungskosten (Kernrate) für Juli 2011 um 0,4 Prozent über dem Vorjahresniveau, nach einem Plus von 0,1 Prozent im Juni.
Des Weiteren standen auch heute einige Quartalsberichte im Blickfeld der Anleger. Nomura Holdings verschlechterten sich um 0,5 Prozent. Das größte Brokerage-Unternehmen in Japan konnte im ersten Quartal das Vorjahresergebnis deutlich übertreffen. So kletterte der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn auf 17,8 Mrd. Japanische Yen (JPY), nach 2,3 Mrd. JPY im Vorjahresquartal. Der Nettoumsatz erhöhte sich um 27,1 Prozent von 259,8 Mrd. auf 330,4 Mrd. JPY. Daneben fuhren Mazda Motor um 1,4 Prozent vor. Der Automobilkonzern hat seinen Verlust im ersten Quartal deutlich ausgeweitet. Hintergrund sind Produktionsstörungen als Folge der Naturkatastrophe vom 11. März. Indes wurde der Ausblick bestätigt. Dabei belief sich der Nettoverlust auf 25,5 Mrd. JPY, im Vergleich zu einem Fehlbetrag von 2,1 Mrd. JPY im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 23,5 Mrd. JPY ausgegangen. Der operative Verlust betrug 23,1 Mrd. JPY, nach einem operativen Gewinn von 6,4 Mrd. JPY im Vorjahr. Die Erlöse fielen um 29 Prozent auf 408 Mrd. JPY. Für das laufende Geschäftsjahr stellt der Konzern unverändert ein Nettoergebnis von 1 Mrd. JPY sowie Erlöse von 2,19 Bio. JPY in Aussicht. Schließlich gaben Hitachi um 1,2 Prozent nach. Der Technologiekonzern verlautbarte, dass er im ersten Quartal einen heftigen Gewinneinbruch verbuchen musste, was auf Produktionsbeeinträchtigungen als Folge der Naturkatastrophe vom 11 März zurückzuführen ist. Indes wurde der Ausblick bestätigt. Der den Aktionären zuzurechnende Nettogewinn belief sich auf 2,9 Mrd. Japanische Yen (JPY), gegenüber einem Gewinn von 86,1 Mrd. JPY im Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis fiel um 40,8 Prozent auf 52,4 Mrd. JPY. Der Umsatz lag mit 2,15 Bio. JPY auf Vorjahresniveau. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern weiterhin mit einem Nettogewinn von 200 Mrd. JPY (-16 Prozent).
Aus Südkorea meldete sich heute Samsung Electronics mit Zahlen zum abgelaufenen zweiten Quartal zu Wort. So belief sich der Nettogewinn des Elektronikkonzerns auf 3,51 Bio. Koreanische Won (KRW), nach 4,28 Bio. KRW im Vorjahr. Analysten waren zuvor aber lediglich von einem Gewinn von 3,4 Bio. KRW ausgegangen. Der operative Gewinn verringerte sich gleichzeitig um 25 Prozent auf 3,75 Bio. KRW und lag damit knapp über den konzerneigenen Erwartungen von 3,7 Bio. KRW. Der Umsatz wuchs um 4,1 Prozent auf 39,4 Bio. KRW. Der Konzern profitierte im abgelaufenen Quartal davon, dass bessere Verkäufe im Mobilfunkgeschäft die rückläufige Entwicklung im Konsolengeschäft ausgleichen konnten. Im abgelaufenen Quartal konnte man 19,2 Millionen Smartphones verkaufen. Der Titel gewann 0,8 Prozent an Wert.
Unter Druck standen heute auch die Märkte in China, wobei unter anderem Sorgen bezüglich der Bonität chinesischer Kommunalanleihen auf die Stimmung drückte. Der Shanghai Composite gab um 0,26 Prozent auf 2.701,73 Stellen nach. In Hongkong büßte der Hang Seng 0,58 Prozent auf 22.440,25 Zähler ein. In Anbetracht von gesunkenen Metallpreisen hatten heute Rohstoffwerte einen schweren Stand. So verschlechterten sich beispielsweise PetroChina um 1,4 Prozent. Negative Vorzeichen waren heute zudem auch bei Banktiteln auszumachen. Während die Verluste bei ICBC und CCB mit 0,5 bzw. 0,3 Prozent noch relativ moderat ausfielen, ging es für HSBC und Bank of China deutlicher um 1 bzw. 1,4 Prozent nach unten.
Wenig verändert zeigt sich in Indien der Leitindex SENSEX . So steht hier aktuell ein Abschlag von 0,07 Prozent auf 18.197,20 Punkte zu Buche. Favorit der Anleger ist derzeit die Aktie der ICICI Bank, die an der Indexspitze um 2 Prozent zulegt. Ganz oben auf dem Verkaufszettel der Investoren notieren gleichzeitig die Papiere des Baukonzerns Jaiprakash Associates mit einem Wertverlust von 4,5 Prozent.
Nikkei 225 (Japan): 9.833,03 (-0,69 Prozent) TOPIX (Japan): 841,37 (-0,83 Prozent) Hang Seng (China): 22.440,25 (-0,58 Prozent) Shanghai Composite (China): 2.701,73 (-0,26 Prozent) Seoul Composite KOSPI (Südkorea): 2.133,21 (-1,05 Prozent) SENSEX (Indien): 18.197,20 (-0,07 Prozent) STI (Singapur): 3.189,26 (-0,02 Prozent) (29.07.2011/ac/n/m)