Tokio (aktiencheck.de AG) - Belastet von enttäuschenden Geschäftszahlen der US-Investmentbank Lehman Brothers haben die größten asiatischen Börsen am Donnerstag deutliche Verluste hinnehmen müssen. Sowohl für den Hang Seng wie auch für den Shanghai Composite ging es um jeweils mehr als 3 Prozent in die Tiefe. In Tokio gab der Nikkei-Index 1,98 Prozent ab auf 12.102,50 Zähler. Der TOPIX sackte um 2,49 Prozent ab auf 1.162,72 Punkte. Wirtschaftsdaten haben hier ebenfalls belastet. Laut Angaben der japanischen Regierung verzeichneten die Auftragseingänge im Maschinenbau einen beschleunigten Rückgang.
In der Folge ging es mitunter für Mitsubishi Heavy Industries um 5,5 Prozent und für Sumitomo Heavy Industries um 5,3 Prozent nach unten. Belastet von Sorgen um die Konjunktur in Europa brachen Anteilsscheine des Automobilkonzerns Mazda, dessen wichtigster Absatzmarkt Europa ist, um 10,4 Prozent ein. Ein negativer Analystenkommentar hat sein Übriges getan. Ferner gaben Toyota 1,8 Prozent, Honda 2,2 Prozent und Nissan 1,9 Prozent ab. Hino Motors verloren nach einer negativen Analystenstudie 4,9 Prozent.
Nach den katastrophalen Zahlen von Lehman Brothers sackten Titel der Großbank Mitsubishi UFJ Financial um 5,1 Prozent ab. Ferner fielen Mizuho Financial um 5,3 Prozent und Sumitomo Mitsui Financial um 4,6 Prozent zurück. Resona knickten um 9,7 Prozent und Nomura um 5,9 Prozent ein.
In Hongkong verloren Papiere von China Mobile als Umsatzspitzenreiter 5,3 Prozent. Ferner gaben ICBC 3,4 Prozent, China Life 3,7 Prozent, PetroChina 4,4 Prozent und CCB 3,9 Prozent ab. In Seoul büßten LG Electronics 1,5 Prozent ein. Hier stand ein Pressebericht im Blick, demzufolge der Konzern an einer Übernahme der Solar-Sparte des deutschen Solartechnikkonzerns Conergy interessiert ist. Nachbörslich wurde bekannt, dass LG von Conergy 75 Prozent der Fertigungsanlage in Frankfurt/Oder übernimmt.
Japan:
Nikkei 225: 12.102,50 (-1,98 Prozent)
TOPIX: 1.162,72 (-2,49 Prozent)
China:
Hang Seng: 19.388,72 (-3,06 Prozent)
Shanghai Composite: 2.078,98 (-3,34 Prozent)
Thailand:
SET-Index: 646,80 (-1,33 Prozent)
Südkorea:
Seoul Composite KOSPI: 1.443,40 (-1,47 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Der zweitgrößte japanische Automobilhersteller Honda Motor Co. Ltd. und der japanische Motorradhersteller Yamaha Motor Co. Ltd. (ISIN JP3942800008/ WKN 857690) wollen einem Pressebericht zufolge ab 2011 bzw. ab 2010 umweltfreundliche und extrem kostensparende Elektro-Motorräder anbieten. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" heute berichtet, befindet sich bei Honda ein Elektro-Motorrad mit einer Reichweite von 50 Kilometern in der Entwicklung. Der Konzern hoffe auf einen Auftrag der Japan Post Service Co. Die Brief-Sparte der Japan Post Group erwäge den Einsatz von 90.000 Elektro-Motorrädern. Zudem plane Honda die Entwicklung kostengünstigerer Modelle mit einer höheren Reichweite für Privatkunden. Bei Yamaha stehe ein Modell mit einer Reichweite von 100 Kilometern für einen Preis von 200.000 Japanischen Yen vor der Einführung.
Der südkoreanische Technologiekonzern LG Electronics Inc. (ISIN US50186Q2021/ WKN 576798) und der im TecDax notierte Solartechnikkonzern Conergy AG (ISIN DE0006040025/ WKN 604002) haben ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Gründung eines Joints Ventures im Bereich Solarmodulfertigung unterzeichnet. Wie LG Electronics heute mitteilte, ist im Rahmen der Vereinbarung vorgesehen, dass sich LG Electronics mit 75 Prozent an der Fertigungsanlage in Frankfurt/Oder beteiligt, während Conergy mit 25 Prozent an der Fabrik beteiligt bleibt. Die Transaktion solle bis Jahresende abgeschlossen werden. Zuvor hatte die südkoreanische "Maeil Business Newspaper" berichtet, dass der südkoreanische Technologiekonzern die Solar-Sparte von Conergy übernehmen will. Dem Bericht zufolge hätten die Südkoreaner mindestens 200 Mrd. Koreanische Won (126 Mio. Euro) für die Sparte aufbringen müssen.
Der Immobilienkonzern Sun Hung Kai Properties Ltd. (ISIN HK0016000132/ WKN 861270) verbuchte im abgelaufenen Fiskaljahr einen deutlichen Ergebnisanstieg. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Nettogewinn im abgelaufenen Fiskaljahr um 30 Prozent. Ohne die Berücksichtigung von Bewertungsveränderungen bei Investmentanlagen kletterte der Nettogewinn im Vorjahresvergleich um 6 Prozent. (11.09.2008/ac/n/m)