Tokio (aktiencheck.de AG) - Trotz leicht positiver US-Vorgaben haben sich die größten asiatischen Börsen durchweg mit Kursverlusten in das Wochenende verabschiedet. An den chinesischen Märkten in Shanghai und Hongkong stand die Erstnotiz der ICBC im Blick. Der weltgrößte Börsengang der Geschichte verlief äußerst erfolgreich, in Hongkong schloss das ICBC-Papier knapp 16 Prozent über seinem Ausgabepreis. Die höchsten Abschläge verzeichnete der Tokioter Aktienmarkt. Der
Nikkei 225 verlor bis Sitzungsschluss 0,85 Prozent auf 16.669,07 Zähler, der marktbreitere TOPIX sackte um 0,83 Prozent auf 1.650,73 Punkte ab.
Im Technologiesektor rückten Sony-Titel gegen den Trend um 1,2 Prozent vor. Der Unterhaltungselektronik-Konzern legte am Vortag nach Börsenschluss Quartalsergebnisse auf den Tisch. Wie erwartet verbuchte Sony aufgrund der Probleme mit schadhaften Notebook-Akkus einen drastischen Einbruch beim Nettogewinn, operativ fiel das Unternehmen sogar deutlich in die roten Zahlen. Papiere von Canon verloren mehr als 2 Prozent. Wie der weltgrößte Hersteller von Kopierern, Digitalkameras und Laserdruckern gestern mitteilte, konnte der Gewinn im dritten Quartal um 15 Prozent gesteigert werden. Weitere Verlierer waren heute Advantest, Elpida Memory und Fujitsu.
Im Automobilsektor richteten sich die Blicke auf Nissan. Der zweitgrößte Automobilhersteller in Japan teilte gestern mit, dass sich sein Nettogewinn im zweiten Quartal trotz sinkender Umsatzerlöse um 31,2 Prozent erhöht hat. Die Anleger honorierten die überraschend starken Ergebnisse mit einem Kursplus von 2,5 Prozent. Deutliche Kursgewinne verzeichneten ferner Honda-Papiere, während es für Toyota und Mitsubishi Motors abwärts ging.
Japan:
Nikkei 225: 16.669,07 (-0,85 Prozent)
TOPIX: 1.650,73 (-0,83 Prozent)
China:
Hang Seng: 18.297,55 (-0,31 Prozent)
Shanghai Composite: 1.807,18 (-0,19 Prozent)
Thailand:
SET-Index: 725,77 (-0,37 Prozent)
Südkorea:
Seoul Composite KOSPI: 1.369,09 (-0,33 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Die japanische Matsushita Electric Industrial Co. Ltd. , der weltgrößte Hersteller von Konsumelektronik, meldete heute, dass sie im ersten Halbjahr einen Gewinnzuwachs um 78,7 Prozent verzeichnen konnte, was mit der gestiegenen Nachfrage nach Plasma-Fernsehgeräten sowie mit Kostensenkungsmaßnahmen zusammenhängt. Der Nettogewinn des Herstellers der Marke Panasonic belief sich auf 115,12 Mrd. Japanische Yen (JPY), nach 64,41 Mrd. JPY im Vorjahr. Der operative Gewinn nahm um 21,2 Prozent von 171,09 Mrd. JPY auf 207,39 Mrd. JPY zu. Der Umsatz erhöhte sich gleichzeitig um 3,1 Prozent auf 4,389 Bio. JPY. Für das Gesamtjahr stellt der Konzern unverändert einen Nettogewinn von 190 Mrd. JPY sowie Erlöse von 8,950 Bio. JPY in Aussicht.
Die NTT DoCoMo Inc. (ISIN JP3165650007/ WKN 916541), der größte Mobilfunkbetreiber in Japan, musste im ersten Halbjahr infolge eines verschärften Wettbewerbs einen Gewinnrückgang hinnehmen. Unternehmensangaben von heute zufolge verringerte sich der Nettogewinn um 20 Prozent von 385,28 Mrd. JPY im Vorjahr auf nun 309,82 Mrd. JPY. Der operative Gewinn verringerte sich um 7,4 Prozent auf 517 Mrd. JPY. Die Umsatzerlöse stiegen dagegen leicht um 0,4 Prozent auf 2,383 Bio. JPY. Für das Gesamtjahr stellt der Konzern unverändert einen Nettogewinn von 488 Mrd. JPY und einen operativen Gewinn von 810 Mrd. JPY in Aussicht. Die Umsatzprognose nahm NTT DoCoMo hingegen von 4,838 Bio. JPY auf 4,799 Bio. JPY zurück.
Die japanische Advantest Corp. (ISIN JP3122400009/ WKN 868805), der weltgrößte Hersteller von Testausrüstung für Speicher-Chips, meldete heute, dass ihr Gewinn im ersten Halbjahr um 51,9 Prozent gestiegen ist, was auf eine erhöhte Nachfrage nach Testausrüstung für Chips zurückzuführen ist. Demnach verbesserte sich der Nettogewinn von 14,61 Mrd. Japanischen Yen (JPY) im Vorjahreszeitraum auf 22,20 Mrd. JPY. Der operative Gewinn legte um 42,1 Prozent auf 32,20 Mrd. JPY zu, der Umsatz stieg dabei um 12,5 Prozent auf 120,49 Mrd. JPY. Für das laufende Geschäftsjahr reduzierte Advantest die Nettogewinnprognose um 1 Mrd. JPY auf 43 Mrd. JPY und die Umsatzprognose um 10 Mrd. JPY auf 255 Mrd. JPY.
Der japanische Motorradhersteller Yamaha Motor Co. Ltd. (ISIN JP3942800008/ WKN 857690) meldete heute, dass er im dritten Quartal einen Gewinnrückgang um 8,4 Prozent verbucht hat, was auf Kosten einer Rückrufaktion zurückzuführen ist. Demnach belief sich der Nettogewinn auf 15,39 Mrd. Japanische Yen (JPY), nach 16,79 Mrd. JPY im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn verbesserte sich hingegen leicht um 0,7 Prozent auf 24,18 Mrd. JPY. Der Umsatz kletterte um 12 Prozent auf 362,08 Mrd. JPY. Für das laufende Gesamtjahr bestätigte der Konzern seine Nettogewinnprognose von 76 Mrd. JPY und die Umsatzprognose von 1,52 Bio. JPY.
Die japanische Handelsgesellschaft Sumitomo Corp. (ISIN JP3404600003/ WKN 860364) meldete heute, dass ihr Gewinn im ersten Halbjahr um 16 Prozent gestiegen ist. Demnach verbesserte sich der Nettogewinn von 88,13 Mrd. Japanischen Yen (JPY) im Vorjahreszeitraum auf 102,05 Mrd. JPY. Der operative Gewinn legte um 39 Prozent auf 119,91 Mrd. JPY zu, der Umsatz stieg dabei um 6,6 Prozent auf 4,922 Bio. JPY. Angesichts der positiven Entwicklung des Rohstoff- und des Logistiksegments erhöhte der Konzern seine Nettogewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr um 20 Mrd. JPY auf 190 Mrd. JPY.
Der erste Kurs des chinesischen Finanzinstituts Industrial & Commercial Bank of China Ltd. (ICBC) (ISIN CN000A0LB420/ WKN A0LB42) lag am heutigen Freitag in Hongkong bei 3,60 Euro Hongkong-Dollar (HKD) und in Shanghai bei 3,41 Chinesischen Yuan (CNY) und damit deutlich über dem Ausgabepreis. Die Gesellschaft hatte Anfang dieser Woche bekannt gegeben, die in Hongkong angebotenen H-Aktien zu je 3,07 Hongkong-Dollar (HKD) und die A-Aktien in Shanghai zu je 3,12 CNY zuzuteilen. Der Emissionserlös belief sich auf rund 22 Mrd. Dollar.
Die China Unicom Ltd. (ISIN HK0762009410/ WKN 615613), der zweitgrößte Mobilfunkbetreiber in China, meldete heute, dass ihr Gewinn im dritten Quartal um 5,3 Prozent gesunken ist, was auf den Verlust von Marktanteilen zurückzuführen ist. Der Nettogewinn belief sich auf 1,39 Mrd. Chinesische Yuan (CNY), verglichen mit 1,47 Mrd. CNY im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,58 Mrd. CNY ausgegangen. Der Umsatz kletterte im Berichtszeitraum um 6,5 Prozent auf 23,5 Mrd. CNY. In den ersten neun Monaten nahm der Gewinn um 10 Prozent auf 4,19 Mrd. CNY zu, während die Erlöse um 7,6 Prozent 70,2 Mrd. CNY zulegen konnten. Ende September verfügte der Konzern über 103,1 Millionen GSM-Kunden sowie 35,4 Millionen CDMA-Kunden. (27.10.2006/ac/n/m)