Tokio (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten asiatischen Börsen tendierten am Donnerstag teilweise deutlich schwächer. Die Anleger reagierten enttäuscht auf das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank. Zudem überraschte Südkorea mit einer Zinssenkung, die negativ aufgenommen wurde. Der DAXglobal Asia , der die 40 größten Werte des aufstrebenden Asiens beinhaltet, verschlechtert sich zur Stunde um 1,62 Prozent auf 325,25 Punkte.
Der Geldpolitische Rat der südkoreanischen Zentralbank hat heute über die weitere Geldpolitik beraten und dabei überraschend beschlossen, die Leitzinsen um 25 Basispunkte zu senken. Somit wurde der Schlüsselzins auf 3,00 Prozent reduziert. Damit soll vor dem Hintergrund der externen Bedrohungen die Binnennachfrage angekurbelt werden.
Der Gouverneursrat der indonesischen Notenbank hält derweil an seiner Geldpolitik fest und hat das Leitzinsniveau unverändert gelassen. So verharrt der Leitzinssatz bei 5,75 Prozent. Die Währungshüter begründeten ihre Entscheidung mit der abnehmenden Inflationsgefahr und der stabilen Binnenwirtschaft. Auch Volkswirte hatten im Vorfeld keine Veränderung erwartet.
An den japanischen Aktienmärkten ging es im heutigen Handel mit deutlich beschleunigter Dynamik nach unten. Der Leitindex Nikkei (ISIN XC0009692440/ WKN 969244) gab um 1,48 Prozent nach und verabschiedete sich bei einem Stand von 8.720,01 Stellen in der Nähe seines Tagestiefs aus dem Handel. Ein wenig besser erging es derweil dem breiter gefassten Topix, der 1,29 Prozent auf 747,49 Zähler nachgab. Der neunköpfige Geldpolitische Ausschuss der Bank of Japan (BoJ) beriet über seine weitere Geldpolitik und hat einstimmig entschieden, seine Geldpolitik unverändert fortzuführen. Dieser Beschluss bedeutet, dass der Satz für Tagesgeld in der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft bei 0,00 bis 0,10 Prozent und damit auf dem niedrigsten Niveau innerhalb der G7-Staaten verharrt. Volkswirte hatten diesen Ausgang der Ratssitzung bereits im Vorfeld erwartet. Zuletzt war das Zinsniveau Anfang Oktober 2010 auf den aktuellen Stand gesenkt worden. Zudem wurde das Ankaufsprogramm für Wertpapiere unverändert bei 70 Bio. Japanischen Yen bis Ende 2013 belassen. Ferner hat die BoJ ihre Prognose zum Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr in ihrem jüngsten Monatsbericht gesenkt. So wird inzwischen nur noch ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,2 Prozent erwartet, während die BoJ bisher von 2,3 Prozent ausgegangen war. Für 2013 wir weiterhin ein Plus von 1,7 Prozent prognostiziert. Die Inflationsrate 2012 wird bei 0,2 (ursprünglich: 0,3) Prozent gesehen, gefolgt von 0,7 Prozent im kommenden Jahr. Die abwartende Haltung der BoJ drückte heute auf die Kursentwicklung von Banktiteln. So verschlechterten sich Mitsubishi UFJ Financial um 1,8 Prozent, während sich Nomura Holdings daneben um 2,5 Prozent verbilligten. Der Werbekonzern Dentsu hat schließlich eine Übernahmeofferte in Höhe von 240 Pence je Aktie für den britischen Wettbewerber Aegis Group angekündigt. Damit wird Aegis mit rund 3,16 Mrd. Britischen Pfund (GBP) bewertet. Dentsu verloren heute 0,9 Prozent an Wert.
Keine klare Tendenz war heute an den chinesischen Aktienmärkten auszumachen. Der Shanghai Composite verbesserte sich um 0,46 Prozent auf 2.185,49 Stellen. Unterdessen gab in Hongkong der Hang Seng um 2,03 Prozent auf 19.025,11 Punkte nach. Schlecht verbunden waren dabei die Anteilseigner des nach Kundenzahlen weltgrößten Mobilfunkanbieters China Mobile. So sackte ihr Wert um 2,3 Prozent ab. Für die Papiere des Internetunternehmens Tencent ging es sogar um 3 Prozent nach unten. Bei den Rohstoffwerten konnten sich Sinopec mit einem Zugewinn von 2,3 Prozent erfolgreich gegen den negativen Trend stemmen, während sich gleichzeitig PetroChina um 2,2 Prozent verbilligten.
Die Märkte in Indien befinden sich zur Stunde ebenfalls auf Talfahrt. Der Leitindex SENSEX (ISIN XC0009698199/ WKN 969819) verliert 1,47 Prozent auf 17.232,55 Punkte. Die indische Industrieproduktion hat sich im Mai nach Angaben der nationalen Statistikbehörde erhöht. So wuchs sie binnen Jahresfrist um 2,4 Prozent, während Volkswirte im Vorfeld nur mit einem Plus von 1,8 Prozent gerechnet hatten. Für April 2012 war ein Rückgang um revidiert 0,9 (vorläufig: +0,1) Prozent ermittelt worden. Bei den Einzelwerten brechen Anteilsscheine von Infosys als schwächster Wert im SENSEX um 8,2 Prozent ein. Der Software-Konzern konnte im abgelaufenen ersten Quartal Umsatz und Gewinn steigern. Positiv habe sich vor allem die konsequente Umsetzung von Effizienzsteigerungsmaßnahmen ausgewirkt. Die schwachen konjunkturellen Rahmenbedingungen dürften sich nach Einschätzung des Konzerns allerdings weiterhin negativ auf die Investitionen im IT-Sektor bei Unternehmenskunden auswirken. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich im SENSEX unterdessen die Papiere von ONGC mit einem Aufschlag von 1,4 Prozent.
Nikkei 225 (Japan): 8.720,01 (-1,48 Prozent) TOPIX (Japan): 747,49 (-1,29 Prozent) Hang Seng (China): 19.025,11 (-2,03 Prozent) Shanghai Composite (China): 2.185,49 (+0,46 Prozent) Seoul Composite KOSPI (Südkorea): 1.785,39 (-2,24 Prozent) SENSEX (Indien): 17.232,55 (-1,47 Prozent) JSX (Indonesien): 3.984,12 (-0,87 Prozent) STI (Singapur): 2.972,04 (-0,58 Prozent) (12.07.2012/ac/n/m)