Tokio (aktiencheck.de AG) - Nach dem positiv verlaufenen EU-Krisentreffen zeigten sich die wichtigsten asiatischen Börsen am Donnerstag in guter Form. Der DAXglobal Asia, (ISIN DE000A0LLPW4/ WKN A0LLPW) der die 40 größten Werte des aufstrebenden Asiens beinhaltet, verbessert sich aktuell um 1,08 Prozent auf 300,33 Punkte.
Nach den Einigungen auf dem EU-Krisengipfel konnten die chinesischen Märkte am Donnerstag im grünen Bereich in den Feierabend gehen. So rückte der Shanghai Composite um 0,34 Prozent auf 2.435,61 Zähler vor. Wesentlich größer fiel der Zugewinn in Hongkong beim Hang Seng aus, der am Ende um 3,26 Prozent auf 19.688,70 Stellen stieg. Banktitel tendierten im Plus. Während die Zugewinne allerdings bei HSBC und Bank of China mit 2,4 bzw. 0,4 Prozent unterproportional ausfielen, ging es für CCB und ICBC deutlich überproportional um 4,6 bzw. 7,7 Prozent nach oben. Für ABC stand daneben ein Zugewinn von 6,6 Prozent zu Buche. Die Aktie des nach Kundenzahlen weltgrößten Mobilfunkanbieters China Mobile gab allerdings gegen den positiven Trend um 0,3 Prozent nach.
Nachdem sich nach dem EU-Krisengipfel nun mehr Klarheit über die Lösung der europäischen Schuldenkrise abzeichnet, tendierten auch die Märkte in Japan am Donnerstag fest. Der Leitindex Nikkei (ISIN XC0009692440/ WKN 969244) verbesserte sich am Ende um 2,04 Prozent auf 8.926,54 Zähler. Noch etwas größer fiel der Zugewinn beim breiter gefassten Topix aus, der um 2,18 Prozent auf 762,79 Stellen vorrückte. Der neunköpfige Geldpolitische Ausschuss der Bank of Japan (BoJ) beriet über seine weitere Geldpolitik und hat einstimmig entschieden, seine Geldpolitik unverändert fortzuführen. Dieser Beschluss bedeutet, dass der Satz für Tagesgeld in der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft bei 0,00 bis 0,10 Prozent und damit auf dem niedrigsten Niveau innerhalb der G7-Staaten verharrt. Volkswirte hatten diesen Ausgang der Ratssitzung bereits im Vorfeld erwartet. Zuletzt war das Zinsniveau Anfang Oktober 2010 auf den aktuellen Stand gesenkt worden. Indes wurde das Ankaufsprogramm für Wertpapiere um 5 Bio. auf nun 20 Bio. Japanische Yen angehoben. Unter den Einzelwerten legten Sony um 5,4 Prozent zu. Der weltweit zweitgrößte Unterhaltungselektronik-Konzern und der schwedische Telekommunikationsausrüster Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)) verlautbarten heute, dass Sony den 50 Prozent-Anteil von Ericsson an dem Joint Venture Sony Ericsson Mobile Communications AB übernehmen wird. Damit geht der Mobiltelefonhersteller vollständig an den japanischen Konzern über. Den Angaben zufolge erhält der Ericsson-Konzern im Rahmen der Transaktion einen Betrag von 1,05 Mrd. Euro in bar.
Daneben standen heute in Japan insbesondere auch Quartalsbilanzen im Blick. Sharp verteuerten sich um 3,7 Prozent, obwohl der Technologiekonzern im ersten Halbjahr einen Verlust ausweisen musste und die Prognose für das Gesamtjahr gesenkt hat. So belief sich der Nettoverlust im ersten Halbjahr des laufenden Fiskaljahres auf 39,82 Mrd. Japanische Yen (JPY), nachdem man im entsprechenden Vorjahreszeitraum noch einen Gewinn in Höhe von 14,3 Mrd. JPY ausweisen konnte. Die Umsätze verringerten sich gleichzeitig um 13 Prozent auf 1,31 Bio. JPY. Der operative Gewinn sank schließlich von 43,48 Mrd. JPY auf nunmehr 33,59 Mrd. JPY. Im Anschluss senkte das Unternehmen die Gesamtjahresprognose für den operativen Gewinn von zuvor 97 Mrd. JPY auf nunmehr 85 Mrd. JPY. Unterdessen konnte NEC im zweiten Quartal einen höheren Gewinn ausweisen, nachdem sich einige Sparten des Unternehmens schnell von der Naturkatastrophe vom 11. März erholt haben. Die Jahresergebnisprognosen wurden bekräftigt, während der Umsatzausblick nach unten korrigiert wurde. So belief sich der Nettogewinn im abgelaufenen Quartal auf 18,7 Mrd. Japanische Yen (JPY), nach 16,1 Mrd. JPY im Vorjahresquartal. Der operative Gewinn stieg um 7,9 Prozent auf 26,2 Mrd. JPY. Die Umsätze verringerten sich indes um 3,4 Prozent auf 774,1 Mrd. JPY. Der Elektronikkonzern geht für das laufende Geschäftsjahr weiterhin von einem Nettogewinn von 15 Mrd. JPY sowie einem operativen Ergebnis von 90 Mrd. JPY aus. Dagegen wurde die Umsatzplanung von 3,30 Bio. JPY auf 3,25 Bio. JPY zurückgenommen. Die Anteilsscheine verbesserten sich um 2,3 Prozent.
Softbank (Softbank) verbesserten sich um 0,9 Prozent. Der Internet- und Mobilfunkanbieter wartete in den ersten sechs Monaten mit einem Ergebnisanstieg auf. So lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 1,54 Bio. JPY um 4,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Beim Nettogewinn wurde ein deutlicher Anstieg auf 217,25 Mrd. JPY ausgewiesen, was einem Plus von 182,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 76,84 Mrd. JPY entspricht. Dabei konnte der Konzern vor allem von der ungewöhnlich starken Entwicklung im Mobilfunksegment profitieren. Für die Aktie des Videospiele-Herstellers Nintendo ging es heute nach relativ schwachen Halbjahreszahlen lediglich um 0,2 Prozent nach oben. So lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 215,74 Mrd. JPY deutlich unter dem Vorjahreswert von 363,16 Mrd. JPY. Beim operativen Ergebnis wies man einen Verlust von 57,35 Mrd. JPY aus, nach einem operativen Gewinn von 54,23 Mrd. JPY im Vorjahreszeitraum. Beim Nettoergebnis wurde ein deutlicher Verlust von 70,27 Mrd. JPY verzeichnet, nach einem Nettoverlust von 2,01 Mrd. JPY im Vorjahreszeitraum.
In Südkorea tendierten heute die Papiere von Hyundai Motor unverändert. Der größte Automobilhersteller in Südkorea hat seinen Gewinn im dritten Quartal um 21 Prozent erhöht. Dabei profitierte man vor allem von starken Absatzzahlen bei der Limousine Sonata und dem SUV Tucson. Der Nettogewinn belief sich auf 1,92 Bio. KRW, im Vergleich zu 1,59 Bio. KRW im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,89 Bio. KRW ausgegangen. Der Fahrzeugabsatz kletterte im Berichtszeitraum um 9,6 Prozent auf 991.706 Einheiten.
Nikkei 225 (Japan): 8.926,54 (+2,04 Prozent) TOPIX (Japan): 762,79 (+2,18 Prozent) Hang Seng (China): 19.688,70 (+3,26 Prozent) Shanghai Composite (China): 2.435,61 (+0,34 Prozent) Seoul Composite KOSPI (Südkorea): 1.922,04 (+1,46 Prozent) SENSEX (Indien): 17.288,80 JSX (Indonesien): 3.813,00 (+1,99 Prozent) STI (Singapur): 2.847,57 (+2,80 Prozent) (27.10.2011/ac/n/m)