Tokio (aktiencheck.de AG) - An den wichtigsten asiatischen Börsen herrschte nach negativen Vorgaben aus den USA am Donnerstag mehrheitlich wieder die Farbe rot vor. Der DAXglobal Asia, (ISIN DE000A0LLPW4/ WKN A0LLPW) der die 40 größten Werte des aufstrebenden Asiens beinhaltet, verschlechtert sich derzeit um 0,76 Prozent auf 320,26 Stellen.
Uneinheitlich entwickelten sich heute die Aktienmärkte in Japan. Dabei stützten insbesondere Einzelhandelswerte die Kursentwicklung. Indes trennten sich die Anleger vor dem Hintergrund eines stärkeren Yen vor allem von exportlastigen Titeln. Am Ende konnte sich der Nikkei-Index nach einem starken Schlussspurt noch in die Gewinnzone vorkämpfen und schloss mit einem Aufschlag von 0,19 Prozent bei 9.467,15 Zählern. Dem breiter gefassten Topix gelang dieses Kunststück heute nicht. Allerdings sorgte auch hier ein starker Schlussspurt dafür, dass das Minus am Ende mit 0,18 Prozent auf 812,95 Punkte moderat ausfiel. Die japanische Regierung legte in Tokio ihre zweite Veröffentlichung zur Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2011 vor und gab bekannt, dass sich Japans Wirtschaft nicht so schlecht entwickelt hat wie zunächst gemeldet. So verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahresquartal um revidiert 3,5 Prozent, während zunächst sogar ein Minus von 3,7 Prozent ausgewiesen worden war. Für das vierte Quartal war ein Rückgang um 3,0 Prozent ermittelt worden. Im Vergleich zum Vorquartal schrumpfte das BIP wie schon vorläufig gemeldet um 0,9 Prozent, gegenüber einem Minus von 0,8 Prozent im vierten Quartal 2010. Ferner hat sich das japanische Verbrauchervertrauen im Mai 2011 nach Angaben des Kabinettsbüros verbessert. So erhöhte sich der entsprechende Index auf 34,2 Punkte, nachdem er im Vormonat noch bei 33,1 Punkten gelegen hatte.
Auf der Unternehmensseite standen unter anderem Hitachi mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent im Blick. Der Technologiekonzern rechnet einem Pressebericht zufolge im laufenden Fiskaljahr mit einem Gewinnrückgang. So kämpft das Unternehmen immer noch mit den negativen Auswirkungen des Erdbebens vom 11. März. Wie viele japanische Hersteller berichtete auch Hitachi von Schäden an seinen Produktionsstätten. Zudem hat die Gesellschaft auch noch mit vielen Unsicherheiten bei den Lieferanten von Rohmaterialien zu kämpfen. Für das laufende Fiskaljahr 2011 rechnet man daher nur noch mit einem Nettogewinn von 200 Mrd. Japanischen Yen (JPY). Im Vergleich zum Vorjahr, in dem das Unternehmen einen Nettogewinn von 238,9 Mrd. JPY auswies, würde das einem Rückgang von 16 Prozent entsprechen. Während dabei in der ersten Hälfte des Fiskaljahres 2011 lediglich mit einem Break-Even beim Nettoergebnis gerechnet wird, erwartet man im zweiten Halbjahr eine deutliche Gewinnerholung. Indes ging es für Mitsui & Co. (MitsuiCo) um 2 Prozent nach unten. Die zweitgrößte Handelsgesellschaft in Japan beteiligt sich an Schiefergasprojekten in Polen. Den Angaben zufolge hat das Unternehmen mit Tochtergesellschaften des US-Ölkonzerns Marathon Oil ein Abkommen geschlossen, das den Erwerb einer 9-prozentigen Beteiligung an zehn von Marathons Paleozoic Schiefergas-Explorationskonzessionen in Polen vorsieht.
Der Gouverneursrat der indonesischen Notenbank hat seine Geldpolitik bestätigt und den Leitzinssatz bei 6,75 Prozent belassen. Volkswirte hatten diesen Beschluss bereits im Vorfeld erwartet. Der indonesische Leitindex JSX verschlechterte sich heute um 0,51 Prozent und schloss bei 3.806,19 Stellen.
Rote Vorzeichen gab es heute in China. Während beim Shanghai Composite der Verlust mit 1,71 Prozent auf 2.703,35 Zähler deutlich ausfiel, entwickelten sich die Märkte in Hongkong besser. So verschlechterte sich der Hang Seng um 0,23 Prozent auf 22.609,83 Punkte. Die Aktie des nach Kundenzahlen weltgrößten Mobilfunkanbieters China Mobile konnte sich mit einem Verlust von 0,1 Prozent ein wenig besser halten als der Gesamtmarkt. Für die Titel des Mischkonzerns Hutchinson ging es gleichzeitig sogar um 0,5 Prozent nach oben. Rohstoffwerte zeigten mehrheitlich ebenfalls eine positive Tendenz. So rückten CNOOC um 0,4 Prozent vor, während sich Sinopec sogar um 1,2 Prozent verteuerten. Schlecht ließ es allerdings gleichzeitig bei Banktiteln. So gaben beispielsweise Bank of China um 1,3 Prozent nach.
Der indische Leitindex SENSEX pendelt heute um seinen Vortagesschlusskurs. Aktuell verschlechtert sich der Index um 0,05 Prozent auf 18.384,90 Punkte. Die Gewinnerliste wird dabei momentan von den Anteilsscheinen des Kraftwerksbetreibers NTPC angeführt, die um 1,7 Prozent vorrücken können. Gleichzeitig trennen sich die Anleger vornehmlich von den Aktien des Baukonzerns Jaiprakash Associates, die sich am Indexende um 1,9 Prozent verbilligen.
Nikkei 225 (Japan): 9.467,15 (+0,19 Prozent) TOPIX (Japan): 812,95 (-0,18 Prozent) Hang Seng (China): 22.609,83 (-0,23 Prozent) Shanghai Composite (China): 2.703,35 (-1,71 Prozent) Seoul Composite KOSPI (Südkorea): 2.071,42 (-0,57 Prozent) SENSEX (Indien): 18.384,90 (-0,05 Prozent) JSX (Indonesien): 3.806,19 (-0,51 Prozent) STI (Singapur): 3.097,57 (-0,17 Prozent) (09.06.2011/ac/n/m)