Tokio (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten asiatischen Börsen haben vor dem Hintergrund der weiter ungelösten Schuldenproblematik der USA mehrheitlich einen negativen Start in die neue Handelswoche erwischt. DAXglobal Asia, (ISIN DE000A0LLPW4/ WKN A0LLPW) der die 40 größten Werte des aufstrebenden Asiens beinhaltet, verschlechtert sich aktuell um 0,97 Prozent auf 330,47 Zähler.
In Japan drückte der anhaltende Schuldenstreit in den USA ebenfalls auf die Stimmung der Investoren und schickte die wichtigsten Indizes in die Verlustzone. Der Nikkei-Index verlor am Ende 0,81 Prozent auf 10.050,01 Stellen. Allerdings hielt sich der Index die komplette Handelszeit relativ sicher über der Marke von 10.000 Punkten. Für den breiter gefassten Topix ging es daneben um 0,79 Prozent auf 861,91 Zähler nach unten. Unter den Einzelwerten standen vor allem auch Canon im Blick. Der weltgrößte Hersteller von Kopierern, Digitalkameras und Laserdruckern musste für das zweite Quartal einen operativen Gewinnrückgang vermelden. Während der Umsatz um 13,8 Prozent auf 836,57 Mrd. Japanische Yen (JPY) sank, reduzierte sich der operative Gewinn überproportional um 30,9 Prozent auf 78,41 Mrd. JPY. Der Nettogewinn verschlechterte sich um 20,4 Prozent auf 53,86 Mrd. JPY. Die negative Entwicklung war vor allem auf Lieferprobleme von Teilen im Zusammenhang mit dem verheerenden Erdbeben vom 11. März zurückzuführen. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen aber auch seine Gesamtjahresprognose. Nachdem man die Prognose für den operativen Gewinn ursprünglich von 470 Mrd. JPY auf 335 Mrd. JPY gesenkt hatte, wurden die Schätzungen nunmehr wieder auf 380 Mrd. JPY erhöht. Der Titel ging auf Vortagesniveau aus dem Handel. Honda Motor fuhren daneben mit einem Abschlag von 1,5 Prozent hinterher. Honda Vietnam Co. Ltd. beabsichtigt, ein drittes Motorradwerk zu errichten. Die jährliche Produktionskapazität von Honda Vietnam wird sich durch das neue Werk um 500.000 Einheiten auf 2,5 Millionen Einheiten erhöhen. Hintergrund ist die schnell wachsende Nachfrage nach Motorrädern in Vietnam. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 120 Mio. US-Dollar. Das neue Werk soll im zweiten Halbjahr 2012 seinen Betrieb aufnehmen. Gleichzeitig verzeichnete Honda in Japan im Juni einen Absatzrückgang von mehr als 50 Prozent. Daneben verloren Toyota 1,3 Prozent an Wert. Der Konzern musste im Juni in Japan ebenfalls einen deutlichen Absatzrückgang hinnehmen. Wesentlich besser lief es für Nissan. So konnte der Automobilkonzern im Juni seinen heimischen Absatz leicht verbessern. Die Aktie gab trotzdem um 1,2 Prozent nach.
Einen schwachen Handelstag erlebten heute die Investoren in China. Neben dem anhaltenden Schuldenstreit in den USA drückte auch ein Zugunglück am Wochenende auf die Stimmung der Investoren. Viele Anleger befürchten nun, dass die Regierung die Investitionen in die Schienenverkehrsinfrastruktur reduzieren könnte. Vor diesem Hintergrund brachen beispielsweise die Anteilsscheine von China Railway Construction um 6,7 Prozent ein, während es für die Papiere des Zugherstellers CSR sogar um 14 Prozent nach unten ging. Der Shanghai Composite verschlechterte sich deutlich um 2,96 Prozent auf 2.688,75 Punkte. Wesentlich moderater fielen allerdings die Abschläge in Hongkong aus. Hier gab der Hang Seng um 0,68 Prozent nach und schloss bei 22.293,29 Zählern. Bank of China verloren 1,7 Prozent an Wert. Das nach Marktwert drittgrößte Kreditinstitut in China ist Presseangaben zufolge derzeit einer der aussichtsreichsten Kandidaten für eine Übernahme der Flugzeugleasing-Sparte der Royal Bank of Scotland Group (Royal Bank of Scotland (RBS)). Wie es heißt, hat die britische Großbank ihre Sparte RBS Aviation Capital erneut zum Verkauf gestellt, ein Jahr nachdem ein vorangegangener Verkaufsversuch zurückgestellt worden war. Die übrigen wichtigen chinesischen Banktitel hatten heute ebenfalls einen schweren Stand, wenngleich die Abschläge hier moderater ausfielen. So verzeichneten CCB, ICBC und HSBC Wertverluste zwischen 0,5 und 0,8 Prozent.
Die Verbraucherpreise im Insel- und Stadtstaat Singapur sind im Juni 2011 nach Angaben des Statistikamtes mit beschleunigtem Tempo angewachsen. So erhöhten sich die Lebenshaltungskosten gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,2 Prozent, nach 4,5 Prozent im Mai. Im Vergleich zum Vormonat gingen die Verbraucherpreise im Tigerstaat um 0,2 Prozent zurück.
Aus Indien werden auch zum Start in die neue Handelswoche positive Vorzeichen gemeldet. So verbessert sich der Leitindex SENSEX aktuell um 0,80 Prozent und notiert bei 18.871,29 Stellen. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren stehen dabei die Aktien des Mobilfunkanbieters Reliance Communications mit einem Zugewinn von 14,9 Prozent, während sich die Investoren gleichzeitig vor allem von den Titeln des Pharmazieunternehmens Cipla trennen, die 1,2 Prozent an Wert verlieren.
Die taiwanesische Industrieproduktion ist nach Regierungsangaben im Juni 2011 weiter angewachsen, jedoch mit geringerem Tempo als noch im Vormonat. So kletterte der Output der Industrie gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,6 Prozent, während Volkswirte mit einer Steigerung von 6,7 Prozent gerechnet hatten. Im Vormonat war die Industrieproduktion in dem Tigerstaat sogar um 7,6 Prozent angezogen.
Nikkei 225 (Japan): 10.050,01 (-0,81 Prozent) TOPIX (Japan): 861,91 (-0,79 Prozent) Hang Seng (China): 22.293,29 (-0,68 Prozent) Shanghai Composite (China): 2.688,75 (-2,96 Prozent) Seoul Composite KOSPI (Südkorea): 2.150,48 (-0,96 Prozent) SENSEX (Indien): 18.871,29 (+0,80 Prozent) STI (Singapur): 3.171,42 (-0,36 Prozent) (25.07.2011/ac/n/m)