Tokio (aktiencheck.de AG) - Der anhaltende Schuldenstreit in den USA drückte auch am Donnerstag auf die Stimmung der Investoren und schickte die wichtigsten asiatischen Börsen in die Verlustzone. DAXglobal Asia, (ISIN DE000A0LLPW4/ WKN A0LLPW) der die 40 größten Werte des aufstrebenden Asiens beinhaltet, verschlechtert sich aktuell um 0,28 Prozent auf 332,33 Zähler.
Unter Druck standen heute auch die Märkte in Japan. Neben der anhaltenden US-Schuldenkrise standen hier auch zahlreiche Quartalsausweise im Blickfeld der Anleger. Der Nikkei-Index verlor am Ende 1,45 Prozent auf 9.901,35 Stellen und konnte damit die Marke von 10.000 Punkten nicht verteidigen. Schlecht erging es auch dem breiter gefassten Topix, der am Ende um 1,25 Prozent auf 848,37 Zähler nachgab. Die japanischen Einzelhandelsumsätze sind im Juni 2011 nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie angestiegen. Verglichen mit dem Vorjahresmonat kletterten die Umsatzerlöse in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft um 1,1 Prozent. Volkswirte waren hingegen von einem Umsatzrückgang um 0,5 Prozent ausgegangen, nach einem Minus von 1,3 Prozent im Mai. Binnen Monatsfrist erhöhen sich die Einzelhandelsumsätze um 2,9 Prozent, nach einem Anstieg um 2,4 Prozent im Mai.
Im Blick standen dabei heute insbesondere auch diverse Quartalsberichte. Sony verschlechterten sich um 1,1 Prozent. Der weltweit zweitgrößte Unterhaltungselektronik-Konzern ist im ersten Fiskalquartal zum 30. Juni in die Verlustzone gerutscht. Zurückzuführen war dies neben dem starken Yen auf Produktions- und Lieferstörungen im Zusammenhang mit dem verheerenden Erdbeben vom 11. März. Die Umsatzerlöse verringerten sich um 10 Prozent auf nun 1,49 Bio. JPY. Unter dem Strich musste der Konzern einen Quartalsverlust in Höhe von 15,5 Mrd. JPY ausweisen, nachdem man im entsprechenden Vorjahresquartal noch einen Überschuss in Höhe von 25,7 Mrd. JPY erwirtschaften konnte. Für das gesamte Fiskaljahr zum März 2012 rechnet die Konzernleitung nunmehr mit einem Nettogewinn von 60 Mrd. JPY, nachdem man zuvor noch 80 Mrd. JPY anvisiert hatte. Für NEC ging es heute um 2,2 Prozent nach unten. Der drittgrößte Elektronikkonzern in Japan konnte im ersten Quartal einen geringeren Verlust ausweisen, nachdem das Unternehmen keine restrukturierungsbedingten Sonderbelastungen mehr zu verkraften hatte. Die Jahresprognosen wurden bekräftigt. So lag der Nettoverlust im abgelaufenen Quartal bei 29,7 Mrd. JPY, nach einem Verlust von 43,1 Mrd. JPY im Vorjahresquartal. Die Umsätze erhöhten sich indes leicht auf 669,1 Mrd. JPY. Die Planzahlen für das Gesamtjahr wurden bestätigt. Panasonic meldete derweil für das erste Quartal ebenfalls einen Verlust. Zurückzuführen war dies auf rückläufige Umsätze als Folge der Naturkatastrophe vom 11. März. Zudem hatte man unter einem harten Wettbewerb und höheren Materialkosten zu leiden. Der Ausblick wurde aber bestätigt. Der weltgrößte Hersteller von Konsumelektronik verzeichnete einen Nettoverlust von 30,4 Mrd. JPY, nach einem Gewinn von 43,7 Mrd. JPY im Vorjahr. Der Umsatz verringerte sich um 11 Prozent auf 1,93 Bio. JPY. Der Titel legte um 0,5 Prozent zu.
Fujitsu (Fujitsu) gaben heute um 1,5 Prozent nach. Der Technologiekonzern hat im ersten Quartal einen Verlust erwirtschaftet, was mit Kosten in Folge der Naturkatastrophe vom 11. März zusammenhängt. Die Jahresprognosen wurden jedoch bestätigt. Der Nettoverlust belief sich auf 20,4 Mrd. JPY, nach einem Gewinn von 1,6 Mrd. JPY im Vorjahreszeitraum. Die Erlöse fielen um rund 6 Prozent auf 986,1 Mrd. JPY. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde aber bestätigt. Toshiba verloren daneben 0,5 Prozent an Wert. Der zweitgrößte Elektronikkonzern und Chip-Hersteller in Japan hat im ersten Quartal einen leichten Gewinnzuwachs erreicht und die Erwartungen geschlagen. Dabei profitierte man von geringeren Restrukturierungskosten und einer soliden Nachfrage nach energiesparenden Haushaltsgeräten in Japan. Zudem wurde die Gesamtjahresprognose bestätigt. So belief sich der Nettogewinn auf 470 Mio. JPY, nach 466 Mio. JPY im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 7 Mrd. JPY ausgegangen. Die Umsatzerlöse fielen um 8,6 Prozent auf 1,33 Bio. JPY. Die Papiere von Hitachi Construction Machinery rückten nach ihrem Quartalsausweis heute um 3,8 Prozent vor, während Advantest um 6,9 Prozent einbrachen. Der Konzern musste einen Gewinneinbruch vermelden.
Japan Tobacco (Japan Tobacco) zogen um 1,4 Prozent an. Der nach Umsatz weltweit drittgrößte Tabakkonzern hat im ersten Quartal einen leicht höheren Gewinn erzielt. So stieg das Nettoergebnis von 22,1 Mrd. Japanischen Yen JPY im Vorjahreszeitraum auf nun 22,7 Mrd. JPY. Der Umsatz lag mit 409,6 Mrd. JPY um 13,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem Gewinnwachstum um 10,8 Prozent. Die Erlöse dürften um 1,6 Prozent sinken. Ferner steigerte der Internet- und Mobilfunkanbieter Softbank im ersten Quartal seinen Gewinn. Der Umsatz lag mit 764,23 Mrd. JPY über dem Vorjahreswert von 700,84 Mrd. JPY. Beim Nettoergebnis wurde ein deutlicher Anstieg auf 94,79 Mrd. JPY ausgewiesen, nach 19,44 Mrd. JPY im Vorjahreszeitraum. Profitieren konnte der Konzern vor allem von der starken Entwicklung der Mobilfunksparte. Eine Prognose für das laufende Fiskaljahr wurde nicht abgegeben. Der Anteilsschein verschlechterte sich um 1,6 Prozent.
Nintendo (Nintendo) verteuerten sich um 1 Prozent. Der Videospiele-Hersteller musste im ersten Quartal einen Verlustanstieg ausweisen. Der Umsatz lag mit 93,93 Mrd. JPY unter dem Vorjahreswert von 188,65 Mrd. JPY. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von 25,52 Mrd. JPY verzeichnet, nach einem Minus von 25,22 Mrd. JPY im Vorjahreszeitraum. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Konzern einen Nettogewinn von 20,00 Mrd. JPY sowie einen Umsatz von 900,00 Mrd. JPY. Zuletzt hatte der japanische Videospiele-Konzern einen Nettogewinn von 110 Mrd. JPY für das im März 2012 endende Geschäftsjahr in Aussicht gestellt. Schließlich verschlechterten sich Sharp um 1 Prozent. Der Konzern wies im ersten Quartal einen Verlust nach einem Vorjahresgewinn aus. Dabei belief sich der Nettoverlust auf 49,3 Mrd. JPY, im Vergleich zu einem Gewinn von 10,7 Mrd. JPY im Vorjahresquartal. Ferner schrumpfte der operative Gewinn um 84,4 Prozent auf 3,5 Mrd. JPY. Der Umsatz sank daneben von 741,6 Mrd. JPY auf 640,3 Mrd. JPY. Wie Japans größter Hersteller von LCD-Fernsehgeräten mitteilte, rechnet er für das laufende Geschäftsjahr mit einem Nettogewinn von 6,0 Mrd. JPY (-69,1 Prozent) und Erlösen von 3,05 Bio. JPY (+0,9 Prozent).
In Südkorea verschlechterten sich Hyundai Motor um 1,6 Prozent. Der Automobilkonzern konnte im abgelaufenen Quartal Umsatz und Gewinn verbessern. Der südkoreanische Leitindes Kospi verlor daneben heute 0,85 Prozent an Wert und schloss bei 2.155,85 Stellen.
In China zeigten die Märkte heute eine uneinheitliche Tendenz. Während der Shanghai Composite um 0,54 Prozent auf 2.708,78 Zähler nachgab, konnte in Hongkong der Hang Seng nach einem starken Schlussspurt um 0,13 Prozent auf 22.570,74 Punkte vorrückte. Bankaktien hatten heute allerdings einen schweren Stand. Während das Minus bei HSBC Holdings mit 0,1 Prozent noch sehr moderat ausfiel, tendierten CCB, ICBC und Bank of China mit Verlusten zwischen 0,5 und 0,9 Prozent deutlich schwächer. Die Papiere des Mischkonzerns Hutchinson zeigten sich derweil heute in sehr guter Form und rückten um 3 Prozent vor.
Der geldpolitische Rat der philippinischen Notenbank hat heute beschlossen, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Damit verharrt der Leitzinssatz bei 4,50 Prozent. Zuletzt war das Zinsniveau im Mai 2011 um 25 Basispunkte angehoben worden. Der Mindestreservesatz wurde hingegen um 1 Prozentpunkt angehoben.
Nikkei 225 (Japan): 9.901,35 (-1,45 Prozent) TOPIX (Japan): 848,37 (-1,25 Prozent) Hang Seng (China): 22.570,74 (+0,13 Prozent) Shanghai Composite (China): 2.708,78 (-0,54 Prozent) Seoul Composite KOSPI (Südkorea): 2.155,85 (-0,85 Prozent) SENSEX (Indien): 18.209,52 (-1,21 Prozent) STI (Singapur): 3.189,85 (-0,12 Prozent) (28.07.2011/ac/n/m)