Tokio (aktiencheck.de AG) - Sorgen vor einem Durchschlagen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft haben den asiatischen Börsen am Mittwoch schwer zugesetzt. Gestern gab schon der
Dow Jones mehr als 500 Punkte ab. Zu allem Überfluss hat nach Börsenschluss in New York auch noch der Aluminiumkonzern Alcoa enttäuschende Ergebnisse vorgelegt. In Hongkong knickte der Hang Seng um mehr als 8 Prozent ein. Und auch in Seoul, Bangkok und Shanghai rannten die Bullen kopflos über das Parkett. In Tokio brach der Nikkei-Index regelrecht ein. Bis Handelsschluss verlor der japanische Leitindex 9,38 Prozent auf 9.203,32 Punkte. Dies war der größte Verlust seit mehr als 20 Jahren. Der TOPIX fiel um 8,04 Prozent zurück auf 899,01 Zähler.
Die Aktie von Toyota verlor 11,6 Prozent. Hier stand ein Pressebericht im Blick, demzufolge der Konzern seine selbst gesteckten Ziele für das Gesamtjahr wohl verfehlen wird. Im Sog dieser Meldung sackten auch Mazda um 8,8 Prozent, Honda um 10,3 Prozent, Mitsubishi um 12,2 Prozent und Nissan um 9,9 Prozent ab.
Nicht besser war es um den Technologiesektor bestellt. Hier verloren unter anderem Sony 12,3 Prozent, Nikon 12,9 Prozent, Panasonic 10,1 Prozent und Nintendo 11,1 Prozent. Im Chip-Segment brachen Advantest um 14,9 Prozent, Elpida Memory um 13,9 Prozent und Tokyo Electron um 12,8 Prozent ein.
Papiere der beiden Stahlriesen Nippon Steel und JFE schlossen mit 11,9 bzw. 13,7 Prozent im Minus. Daneben bröckelten Sumitomo Metal um 12,3 Prozent und Kobe Steel um 9,3 Prozent ab. Papiere des Energiekonzerns INPEX verbilligten sich um 10,1 Prozent. Die Aktie der Handelsgesellschaft Mitsubishi Corp. war zum Ende 12,2 Prozent billiger zu haben.
Titel der Großbank Mitsubishi UFJ Financial gaben 5,9 Prozent ab. Mizuho Financial schlossen mit um 7,7 Prozent und Sumitomo Mitsui Financial mit 6,5 Prozent im Minus.
Japan:
Nikkei 225: 9.203,32 (-9,38 Prozent)
TOPIX: 899,01 (-8,04 Prozent)
China:
Hang Seng: 15.431,73 (-8,17 Prozent)
Shanghai Composite: 2.092,22 (-3,04 Prozent).
Thailand:
SET-Index: 492,34 (-6,88 Prozent)
Südkorea:
Seoul Composite KOSPI: 1.286,69 (-5,81 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Die Toyota Motor Corp. , der größte Automobilhersteller in Japan, könnte im laufenden Geschäftsjahr zum 31. März 2009 einen unerwartet schwaches Ergebnis einfahren. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" heute berichtet, dürfte der operative Gewinn des Konzerns angesichts der anhaltenden Finanzkrise und der damit verbundenen Nachfrageschwäche im Automobilsektor um 40 Prozent auf rund 1,3 Bio. Japanische Yen (JPY) einbrechen. Toyota selbst stellt bislang einen operativen Gewinn von 1,6 Bio. JPY in Aussicht. Ferner könnte die bisherige Umsatzprognose von 25 Bio. JPY ebenso wie das Absatzziel von 9,5 Millionen Fahrzeugen verfehlt werden, so der "Nikkei".
Der zweitgrößte japanische Einzelhandelskonzern Aeon Co. Ltd. (ISIN JP3388200002/ WKN 863094) hat im ersten Halbjahr einen Verlust erwirtschaftet, was auf Abschreibungen auf Vermögenswerte zurückzuführen ist. Der operative Gewinn verringerte sich um 13,4 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich indes um 3,2 Prozent. Für das Gesamtjahr wurde der Ausblick bekräftigt.
Die LDK Solar Co. Ltd. (ISIN US50183L1070/ WKN A0MSNX) hat heute ihre Umsatzprognose nach oben angepasst. Wie der Hersteller von Solar-Wafern erklärte, erwartet der Konzern für das dritte Quartal nunmehr einen Umsatz von 530 bis 540 Mio. Dollar. Zuvor hatte man noch einen Umsatz von 486 bis 496 Mio. Dollar in Aussicht gestellt. Analysten gehen für das dritte Quartal von einem EPS von 66 Cents sowie einem Umsatz von 470,7 Mio. Dollar aus. Zugleich teilte der Konzern mit, dass die Gesamtproduktionskapazität bis zum Ende des dritten Quartals bei 1,2 Gigawatt liegen werde. Ursprünglich wollte man dieses Ziel erst zum Ende des Jahres erreichen. (08.10.2008/ac/n/m)