Sao Paulo (aktiencheck.de AG) - Der DAXglobal BRIC Index setzt auch heute seine Erholung der Vortage fort. Der Auswahlindex, der die Performance der vier größten Schwellenländer der Welt abbildet, gewinnt aktuell 0,53 Prozent auf 468,43 Punkte. Die Wall Street konnte nach teilweise positiven Quartalszahlen die Gewinne der letzten Handelstage ausweiten.
Die Märkte in Brasilien tendierten gestern leicht schwächer, nachdem zum Teil enttäuschende Quartalsberichte sowie die Angst ausländischer Investoren vor einer höheren Besteuerung ihrer Gelder auf die Stimmung drückten. Zudem hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Februar 2011 weiter eingetrübt. Wie das nationale Statistikamt IBGE gestern bekannt gab, stieg die Arbeitslosenquote auf 6,4 Prozent. Davor lag sie im Januar 2011 bei 6,1 Prozent und im Februar 2010 bei 7,4 Prozent. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg auf 6,3 Prozent gerechnet. Damit konnte der Bovespa (ISIN BRIBOVINDM18/ WKN A0JZEM) den freundlichen Vorgaben nicht folgen und beendete den Handel mit einem Minus von 0,39 Prozent auf 67.533,00 Zähler. Der größte Ölkonzern des Landes Petrobras verlor 0,7 Prozent und der weltweit größte Eisenerzförderer Vale gab um 1,2 Prozent ab. Der Bankentitel Banco do Brasil ging 0,5 Prozent schwächer aus dem Handel, die Fluggesellschaft Embraer hob dafür um 1,8 Prozent ab. Die Aktie des Stahlkonzerns Gerdau verbilligten sich um 1,0 Prozent. Enttäuschende Quartalszahlen des Fleischproduzenten JBS und des Bauunternehmens MRV sorgten für ein Minus von 3,6 Prozent bzw. 6,5 Prozent.
Die Aktienmärkte in China präsentierten sich vor dem Wochenende sehr fest. Die Stimmung unter den Marktteilnehmern war diese Woche sehr gut: Zum einen zeichnet sich eine Stabilisierung in Japan ab und zum anderen verdichten sich die Anzeichen für eine Festigung der US-Wirtschaft. Der Shanghai Composite verabschiedete sich mit einem komfortablen Plus von 1,06 Prozent auf 2.977,81 Zähler ins Wochenende. Anleger kauften vor allem Aktien aus dem Infrastruktur-Sektor, da darauf spekuliert wird, dass dieser vom Wiederaufbau Japans besonders profitieren wird. In Hongkong legte der Hang Seng ebenfalls um 1,06 Prozent auf 23.158,70 Punkte zu. Heute stand vor allem der Banken-Sektor im Fokus, nachdem gestern die Bank of China Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt hat. So kletterte der Nettogewinn des Finanzkonzerns von 80,2 Mrd. Chinesischen Yuan (CNY) im Vorjahr auf nun 104,4 Mrd. CNY. Die Nettozinserträge erhöhten sich im Berichtszeitraum um 22 Prozent auf rund 194 Mrd. CNY. Der Anstieg ist auf höhere Zinserträge, eine geringere Steuerlast und rückläufige Kreditausfälle zurückzuführen. Unter hohem Handelsvolumen schloss die Aktie heute in Hongkong mit einem Plus von 2,6 Prozent. Ebenfalls deutliche Zugewinne konnten die Aktien von HSBC (+2,5 Prozent) und ABC (+2,2 Prozent) verbuchen. Der Rohstoff-Bereich entwickelte sich heute marktkonform und Anteilsscheine von Sinopec, CNOOC und PetroChina verzeichneten Aufschläge von gut 1 Prozent. Deutlich unter Druck geriet die Aktie des Exporteurs von Konsumartikeln Li & Fung (LiFung). Der gemeldete Gewinn für das abgelaufene Geschäftsjahr lag deutlich unter den Analystenschätzungen. Die Aktie knickte heute um 9,0 Prozent ein. Weitere Kursverluste musste auch die Aktie von China Coal Energy hinnehmen, die um 3,0 Prozent fiel.
Die Börse in Indien schaltete heute vor dem Wochenende in den Rallyemodus hoch. Der SENSEX tendiert zur Stunde um 2,35 Prozent fester auf 18.781,91 Punkte. Die Liste der Gewinner wird momentan von der Aktie von DLF angeführt, die um 6,0 Prozent zulegen kann. Es folgen Infosys (+5,2 Prozent), Wipro (+4,0 Prozent) und NTPC (+3,9 Prozent). Verlierer gibt es aktuell aus Mumbai nicht zu berichten.
Die Börse in Moskau legt nach der jüngsten Rallye heute eine Verschnaufpause ein. Der RTS-Index liegt aktuell mit 0,04 Prozent auf 2.031,19 Punkte minimal im Plus. Die Aktie der Sberbank steigt um 1,4 Prozent, Norilsk Nickel rückt um 0,8 Prozent vor und Anteilsscheine von Severstal verbessern sich um 1,7 Prozent. Dagegen notiert die Aktie von Rosneft (Rosneft Oil Company) gegenwärtig mit 0,1 Prozent leicht im Minus. Bereits gestern gab der britischen Ölkonzern BP bekannt, dass ein Schiedsgericht in Stockholm geurteilt hat, dass die einstweilige Verfügung gegen die geplante Transaktion mit Rosneft, darunter ein Aktientausch und eine Zusammenarbeit bei der Ölförderung im Nordpolarmeer, weiter Bestand hat. Mit der jüngsten Entscheidung setzt sich das russische Konsortium AAR durch, das die Hälfte am russischen Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP hält und sich gegen eine Überkreuzbeteiligung ausgesprochen hat. Den Angaben zufolge wird der BP-Konzern nun versuchen, den Aktientausch einzeln voranzutreiben. Mitte Januar hatte BP eine Allianz mit Rosneft angekündigt, in deren Rahmen beide Unternehmen die drei Blocks EPNZ 1,2,3 des arktischen Kontinentalschelfs explorieren und entwickeln wollen. In diesem Zusammenhang sei auch eine Überkreuzbeteiligung geplant, bei der Rosneft 5 Prozent der BP-Aktien im Tausch gegen 9,5 Prozent der Rosneft-Aktien erhalte, hieß es damals. (25.03.2011/ac/n/m)