Paris (aktiencheck.de AG) - Nach den Verlusten der vergangenen Tage steht die Börsenampel für die europäischen Börsen am Freitag auf grün. Gestützt auf positive Vorgaben aus Übersee gewinnt der
Dow Jones Euro Stoxx 50 aktuell 3,48 Prozent auf 2.336,24 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassenden Dow Jones STOXX 50 zieht um 3,07 Prozent an auf 2.048,32 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verfestigt sich um 1,44 Prozent auf 532,90 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen melden ebenfalls Gewinne.
Die beiden US-Großbanken Citigroup und Bank of America haben im abgelaufenen Quartal Verluste in Milliardenhöhe angehäuft. Zudem wurde bekannt, dass die Bank of America von der US-Regierung in Zusammenhang mit der zuletzt abgeschlossenen Übernahme von Merrill Lynch weitere 20 Mrd. Dollar erhält. Ferner gibt der Staat Garantien für faule Anlagen in Höhe von 118 Mrd. Dollar.
Vor dem Hintergrund des Rettungspakets für die Bank of America legen in Zürich Papiere der Credit Suisse 7 Prozent und Anteilsscheine der UBS knapp 3 Prozent zu. Letztere gaben bekannt, dass sie mit Barclays ein Abkommen hinsichtlich des Verkaufs von Teilen des Rohstoffgeschäfts geschlossen haben. Barclays gewinnen in London leicht. RBS schießen um gut 8 Prozent nach oben, während HSBC mit 1,4 Prozent im Plus liegen. Die Aktie der Anglo Irish Bank, die voraussichtlich komplett verstaatlicht wird, bricht indes um fast 12 Prozent ein.
An der Spitze des britischen Leitindex finden sich Xstrata mit +10,7 Prozent. Der Minen- und Rohstoffkonzern gab heute bekannt, die Produktion von Ferrochrom weiter zurückgefahren zu haben. Dazu hat das Gemeinschaftsunternehmen Xstrata-Merafe Chrome Venture weitere sechs Schmelzöfen zur Herstellung der Metalllegierung vorübergehend stillgelegt. Kursgewinne von jeweils mehr als 9 Prozent fahren dahinter Rio Tinto und Eurasian ein. Anglo American legen 7,8 Prozent, Vedanta 6,3 Prozent, Antofagasta 6,1 Prozent und BHP Billiton 4,9 Prozent zu.
Die Aktie des Telekommunikationsausrüsters Ericsson gewinnt in Stockholm mehr als 2 Prozent. Dabei musste das mit Sony betriebene Joint Venture Sony Ericsson im vierten Quartal angesichts deutlich rückläufiger Verkaufszahlen einen Verlust ausweisen. Papiere des niederländischen Einzelhandelskonzerns Ahold, der im vierten Quartal ein kräftiges Umsatzplus verzeichnet hat, springen in Amsterdam um gut 7 Prozent. Carrefour rücken in Paris nach der Vorlage von Umsatzzahlen um 4 Prozent vor. Delhaize gewinnen in Brüssel annähernd 9 Prozent. Der Einzelhandelskonzern hat ebenfalls über seine Umsatzentwicklung im vierten Quartal berichtet.
Indexstände (13:13 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.336,24 (+3,48 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 2.048,32 (+3,07 Prozent)
EURONEXT 100: 532,90 (+1,44 Prozent)
FTSE 100 (London): 4.239,02 (+2,86 Prozent)
CAC40 (Paris): 3.096,17 (+3,35 Prozent)
MIB 30 (Mailand): 18.865,00 (+2,52 Prozent)
IBEX 35 (Madrid): 8.875,20 (+3,07 Prozent)
SMI (Zürich): 5.496,93 (+2,13 Prozent)
ATX (Wien): 1.734,87 (+2,36 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Der Mobiltelefonhersteller Sony Ericsson Mobile Communications AB, ein Joint Venture des schwedischen Telekommunikationsausrüsters Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)) und der japanischen Sony Corp. (ISIN JP3435000009/ WKN 853687), musste im vierten Quartal einen Verlust ausweisen. Der Umsatz ging dabei deutlich zurück, während ein operativer Verlust ausgewiesen wurde. Die Anzahl der ausgelieferten Mobilfunkgeräte verringerte sich dabei spürbar.
Die schweizerische Großbank UBS AG (ISIN CH0024899483/ WKN UB0BL6) gab heute bekannt, dass sie mit der zur Barclays plc (ISIN GB0031348658/ WKN 850403) gehörenden Barclays Bank plc ein Abkommen hinsichtlich des Verkaufs von Teilen des Rohstoffgeschäfts geschlossen hat. Den Angaben zufolge verkauft UBS demnach einen Teil seines nicht-strategischen Rohstoffgeschäfts an die britische Bankgesellschaft. Einzelheiten des Abkommens wurden nicht kommuniziert.
Die Anglo Irish Bank Corp. plc (ISIN IE00B06H8J93/ WKN A0D92P) wird voraussichtlich komplett verstaatlicht. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung der Bankgesellschaft hervorgeht, habe das irische Finanzministerium nach ausführlichen Beratungen mit dem Board of Directors der irischen Großbank Schritte zur Verstaatlichung des Kreditinstituts eingeleitet. Die Anglo Irish Bank war im Zuge der Finanzkrise in nahezu Existenzbedrohende Schwierigkeiten geraten.
Der französische Einzelhandelskonzern Carrefour S.A. (ISIN FR0000120172/ WKN 852362) hat am Donnerstag die Umsatzzahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2008 veröffentlicht. Zudem bekräftigte der Konzern das Ziel in 2008 einen operativen Free Cash-Flow von 1,5 Mrd. Euro zu erzielen. Demnach stieg der Umsatz im vierten Quartal um 0,7 Prozent. Bei konstanten Währungen ist der Umsatz um 1,9 Prozent gestiegen.
Der niederländische Einzelhandelskonzern Ahold N.V. (ISIN NL0006033250/ WKN A0MZBE) veröffentlichte heute sein Trading Statement für das vierte Quartal. Den Angaben zufolge erzielte der Konzern im Schlussquartal ein Umsatzplus von 12,9 Prozent. Auf Basis konstanter Währungen lag das Plus bei 5,9 Prozent.
Der belgische Einzelhandelskonzern Delhaize Group S.A. (ISIN BE0003562700/ WKN 853151) berichtete heute über seine Umsatzentwicklung im vierten Quartal und im Gesamtjahr 2008. Den Angaben zufolge stieg der Umsatz im Gesamtjahr auf Basis konstanter Währungen um 5,6 Prozent, einschließlich der Kalenderwoche 53 in den USA. Ohne die Berücksichtigung der Kalenderwoche 53 in den USA und ohne Akquisitionen lag das Wachstum in 2008 währungsbereinigt bei 3,9 Prozent. Im vierten Quartal wurden hier Wachstumsraten von 10,3 Prozent bzw. 4,4 Prozent erzielt. Für 2008 rechnet der Konzern auf Basis konstanter Währungen weiterhin mit einem operativen Ergebnisplus von 0 bis 3 Prozent (ohne bestimmte Sonderbelastungen). (16.01.2009/ac/n/m)