Paris (aktiencheck.de AG) - Beflügelt von überaus starken Vorgaben aus New York und Tokio verzeichnen die europäischen Börsen zur Tagesmitte hin deutliche Gewinne. Der
Dow Jones Euro Stoxx 50 legt aktuell 3,39 Prozent zu auf 2.462,39 Punkte. Gebremst wird der Index allerdings durch die massiven Verluste bei der Volkswagen-Aktie. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 klettert um 6,80 Prozent auf 2.201,92 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verfestigt sich daneben um 6,30 Prozent auf 559,89 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen verzeichnen ebenfalls kräftige Kursgewinne.
Die Aktie des niederländischen Chemiekonzerns Akzo Nobel gewinnt in Amsterdam trotz einer verhaltenen Quartalsbilanz mehr als 11 Prozent. In Paris ziehen Anteilsscheine von STMicroelectronics um gut 4 Prozent an. Der zweitgrößte Chip-Hersteller in Europa meldete gestern Abend, dass er im dritten Quartal einen Verlust erwirtschaftet hat, was mit Sonderbelastungen zusammenhängt. Der Umsatz erhöhte sich dabei leicht.
In Zürich gewinnen Zurich Financial mehr als 11 Prozent. Der Versicherungskonzern gab heute bekannt, dass er aufgrund von vorläufigen Einschätzungen kumulierte Schadenzahlungen im Zusammenhang mit den Wirbelstürmen Gustav und Ike von rund 600 Mio. Dollar vor Steuern und nach Abzug der Rückversicherung erwartet. Ähnlich starke Kursgewinne fahren hier ABB, UBS, Julius Bär und Bâloise ein.
Papiere der spanischen Großbank BBVA, die im dritten Quartal trotz deutlich höherer Rückstellungen für faule Kredite einen Ergebnisanstieg verbuchen konnte, gewinnen in Madrid fast 10 Prozent.
Indexstände (14:12 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.462,39 (+3,39 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 2.201,92 (+6,80 Prozent)
EURONEXT 100: 559,89 (+6,30 Prozent)
FTSE 100 (London): 4.136,73 (+5,36 Prozent)
CAC40 (Paris): 3.333,40 (+7,01 Prozent)
MIB 30 (Mailand): 19.973,00 (+7,22 Prozent)
IBEX 35 (Madrid): 8.456,90 (+6,98 Prozent)
SMI (Zürich): 5.836,60 (+5,38 Prozent)
ATX (Wien): 1.836,46 (+5,87 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Der niederländische Chemiekonzern Akzo Nobel N.V. gab heute bekannt, dass sein Gewinn im dritten Quartal gesunken ist und die Erwartungen der Analysten verfehlt hat, was mit einer schwächeren Nachfrage in den USA und Großbritannien zusammenhängt. Der Umsatz nahm um 3 Prozent zu. Für das Gesamtjahr geht der Konzern weiterhin davon aus, ein währungsbereinigtes EBITDA vor Einmaleffekten auf Höhe des Vorjahresniveaus zu erzielen.
Der schweizerische Versicherungskonzern Zurich Financial Services (ISIN CH0011075394/ WKN 579919) gab heute bekannt, dass er aufgrund von vorläufigen Einschätzungen kumulierte Schadenzahlungen im Zusammenhang mit den Wirbelstürmen Gustav und Ike von rund 600 Mio. Dollar vor Steuern und nach Abzug der Rückversicherung erwartet. Dieser Betrag beinhaltet ferner Erneuerungsprämien für Rückversicherungen. Die entsprechenden Kosten werden im dritten Quartal verbucht.
Die schweizerische STMicroelectronics N.V. (ISIN NL0000226223/ WKN 893438), der zweitgrößte Chip-Hersteller in Europa, meldete am Dienstag nach US-Börsenschluss, dass sie im dritten Quartal einen Verlust erwirtschaftet hat, was mit Sonderbelastungen zusammenhängt. Der Umsatz erhöhte sich dabei leicht. Das operative Ergebnis sank deutlich.
Die spanische Banco Bilbao Vizcaya Argentaria S.A. (BBVA) (ISIN ES0113211835/ WKN 875773) verbuchte im dritten Quartal trotz deutlich höherer Rückstellungen für faule Kredite einen Ergebnisanstieg. Wie die zweitgrößte spanische Bankgesellschaft heute erklärte, stieg der operative Gewinn um 16,8 Prozent. Bei den Zinseinnahmen wurde ein Anstieg von 25,5 Prozent ausgewiesen, während man bei den Umsatzerlösen ein Plus von 18,5 Prozent zu verzeichnen hatte. Die Rückstellungen für faule Kredite erhöhten sich gegenüber der Vorjahresperiode um 51,3 Prozent.
Die norwegische Telenor ASA (ISIN NO0010063308/ WKN 591260), die nach Umsatz größte Telefongesellschaft in Skandinavien, meldete heute, dass ihr Gewinn im dritten Quartal um 33 Prozent gesunken ist, was auf einen Einmalertrag im Vorjahr zurückzuführen ist. Der Umsatz erhöhte sich um 2,8 Prozent. Das EBITDA nahm um 4,1 Prozent ab. Wie der Konzern weiter mitteilte, wird er sich für 1,07 Mrd. Dollar mit 60 Prozent an der indischen Unitech Wireless beteiligen. Das Telekommunikationsunternehmen wurde 2007 gegründet und beschäftigt über 250 Mitarbeiter. (29.10.2008/ac/n/m)