Paris (aktiencheck.de AG) - Schwache Vorgaben aus Übersee und neue Turbulenzen im Finanzsektor setzen den europäischen Börsen zum Wochenauftakt schwer zu. Wie der angeschlagene US-Versicherungskonzern AIG soeben vermeldete, hat er im vierten Quartal einen Verlust von über 60 Mrd.
Dollar erlitten. Zudem erhält der Konzern weitere Staatshilfen.
Der Dow Jones Euro Stoxx 50 verliert zur Stunde 3,96 Prozent auf 1.898,05 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 büßt 4,56 Prozent ein auf 1.689,64 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gibt daneben 3,49 Prozent ab und notiert bei 453,24 Indexpunkten. Die europäischen Länderbörsen liegen ebenfalls tief im Minus.
Die britische Großbank HSBC hat im vergangen Jahr einen massiven Ergebniseinbruch hinnehmen müssen So schrumpfte der Nettogewinn insbesondere aufgrund des schlechten US-Privatkundengeschäfts um 70 Prozent. Zur Stärkung der Kapitalbasis ist eine Kapitalerhöhung in Höhe von 12,5 Mrd. Britischen Pfund geplant. Ferner sollen im Rahmen der geplanten Kosteneinsparungen 6.100 Stellen gekürzt werden. Am Markt löst die Nachricht blankes Entsetzen aus. Die Aktie bricht in London um fast 20 Prozent ein. Daneben büßen unter anderem Lloyds 9,9 Prozent, Barclays 8,2 Prozent und RBS 6,4 Prozent ein.
Daneben wird auch der Schweizer Finanzsektor in Sippenhaft genommen. So knicken Julius Bär um knapp 9 Prozent, Swiss Re um fast 8 Prozent und UBS ebenfalls um annähernd 8 Prozent ein. Credit Suisse verlieren mehr als 9 Prozent.
Der französische Medien- und Mobilfunkkonzern Vivendi gab heute bekannt, dass sein bereinigter Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht gesunken ist. Im Schlussquartal wurde hier jedoch eine Verbesserung erzielt, was auf höhere Umsätze als Folge von Übernahmen zurückzuführen ist. Die Aktie verliert in Paris knapp 2 Prozent. BNP Paribas geben über 8 Prozent, Société Générale gut 9 Prozent und Crédit Agricole fast 8 Prozent ab.
Der niederländische Einzelhandelskonzern Ahold konnte seinen Gewinn im vierten Quartal um fast 10 Prozent steigern. Die Erwartungen konnten damit geschlagen werden. Der Wert legt daraufhin in Amsterdam rund 2 Prozent zu.
Indexstände (13:03 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 1.898,05 (-3,96 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 1.689,64 (-4,56 Prozent)
EURONEXT 100: 453,24 (-3,49 Prozent)
FTSE 100 (London): 3.655,13 (-4,57 Prozent)
CAC40 (Paris): 2.604,06 (-3,64 Prozent)
MIB 30 (Mailand): 14.658,00 (-4,08 Prozent)
IBEX 35 (Madrid): 7.332,90 (-3,78 Prozent)
SMI (Zürich): 4.483,23 (-4,42 Prozent)
ATX (Wien): 1.431,37 (-3,39 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Die HSBC Holdings plc musste im vergangenen Jahr 2008 insbesondere aufgrund des schlechten US-Privatkundengeschäfts einen kräftigen Gewinnrückgang ausweisen. Wie die größte Bankgesellschaft in Europa heute mitteilte, schrumpfte der Nettogewinn um 70 Prozent. Zur Stärkung der Kapitalbasis ist eine Kapitalerhöhung um 12,5 Mrd. Britische Pfund geplant. Die Ausgabe der neuen Aktien sei von Investmentbanken voll gezeichnet, hieß es weiter. Im Rahmen der geplanten Kosteneinsparungen sollen zudem 6.100 Stellen gekürzt werden.
Der französische Medien- und Mobilfunkkonzern Vivendi S.A. (ISIN FR0000127771/ WKN 591068) gab heute bekannt, dass sein bereinigter Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht gesunken ist. Im Schlussquartal wurde hier jedoch eine Verbesserung erzielt, was auf höhere Umsätze als Folge von Übernahmen zurückzuführen ist.
Der französische Automobilkonzern Peugeot S.A. (PSA Peugeot Citroën) (ISIN FR0000121501/ WKN 852363) gab heute bekannt, dass er mit dem japanischen Hersteller Mitsubishi Motors Corp. (ISIN JP3899800001/ WKN 876551) eine Kooperation im Bereich Elektrofahrzeuge geschlossen hat. Den Angaben zufolge werden beide Hersteller im Rahmen des heute unterzeichneten Abkommens bei der Entwicklung eines Elektrofahrzeugs für den europäischen Markt auf Basis des MiEV-Autos von Mitsubishi zusammenarbeiten. Das neue Fahrzeug soll unter der Marke Peugeot verkauft werden, neben der europäischen Version des MiEV, die von Mitsubishi selbst vertrieben wird.
Der niederländische Einzelhandelskonzern Ahold N.V. (ISIN NL0006033250/ WKN A0MZBE) meldete heute, dass sein Gewinn im vierten Quartal um 9,6 Prozent gestiegen ist, was mit höheren Margen in den USA und in Europa zusammenhängt. Die Erwartungen konnten damit geschlagen werden. Der Umsatz nahm um 12,9 Prozent zu.
Die Telekom Austria AG (ISIN AT0000720008/ WKN 588811) gab heute einen Wechsel an der Führungsspitze bekannt. Wie der österreichische Telekommunikationskonzern erklärte, tritt Boris Nemsic als Vorstandsvorsitzender der Telekom Austria Group und als Vorstandsvorsitzender der mobilkom austria AG zurück. Er wird die Position als Vorstandvorsitzender bei VimpelCom in Russland annehmen. Der Aufsichtsrat wird in Kürze zusammentreten um einen Nachfolger zu bestellen, hieß es weiter. (02.03.2009/ac/n/m)