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20.10.2008 14:32

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Börsen in Europa: Freundlich, Veolia auf Talfahrt, Ericsson und ING im Höhenflug

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Paris (aktiencheck.de AG) - Gestützt auf gute Vorgaben aus Asien und positive US-Futures verzeichnen die europäischen Börsen zum Wochenbeginn Gewinne. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 legt aktuell 2,15 Prozent zu auf 2.586,68 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verfestigt sich um 2,65 Prozent auf 2.325,45 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 klettert gleichzeitig um 2,42 Prozent auf 574,90 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen liegen ebenfalls im Plus.

Die Aktie von Ericsson gewinnt in Stockholm gut 19 Prozent. Der Telekommunikationsausrüster hat im abgelaufenen Quartal auf operativer Ebene etwas mehr verdient. Die Erlöse konnten sogar recht deutlich gesteigert werden. Insgesamt übertraf das Zahlenwerk die Erwartungen der Analysten.

In Amsterdam preschen Titel von ING Groep um fast 20 Prozent vor. Der Allfinanzkonzern, der noch am Freitag Marktgerüchte über eine möglicherweise bevorstehende Kapitalerhöhung zurückgewiesen hat, gab gestern bekannt, dass er eine staatliche Kapitalspritze in Höhe von 10 Mrd. Euro in Anspruch nimmt.

An der Pariser Börse brechen Anteilsscheine von Veolia um rund 22 Prozent ein. Zuvor hat der Umweltservice-Konzern seine Prognose für das laufende Fiskaljahr angesichts der unvorteilhaften konjunkturellen Rahmenbedingungen nach unten revidiert. Deutliche Verluste fahren hier aber auch BNP Paribas (-7,5 Prozent), Dexia (-3,3 Prozent), Société Générale (-9 Prozent) und ArcelorMittal (-5,1 Prozent) ein. Air France-KLM verlieren über 3 Prozent. Einem Pressebericht zufolge hat die Airline zuletzt ihre Bemühungen um eine Übernahme der angeschlagenen österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines verstärkt. Papiere des Ölkonzerns Total legen dagegen über 6 Prozent zu.

Auch in London zählen Rohstoffwerte zu den Favoriten. Mitunter gewinnen BP 6,5 Prozent, Royal Dutch Shell 5,8 Prozent, BHP Billiton 5 Prozent und Rio Tinto 6 Prozent.

Papiere des Pharmakonzerns Novartis, der seinen Gewinn im dritten Quartal um 32 Prozent gesteigert hat, verlieren in Zürich fast 4 Prozent. Die Zahlen lagen im Rahmen der Erwartungen, allerdings schloss die Aktie bereits am Freitag im Vorfeld der Ergebnisse deutlich fester.

Indexstände (14:19 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.586,68 (+2,15 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 2.325,45 (+2,65 Prozent)

EURONEXT 100: 574,90 (+2,42 Prozent)

FTSE 100 (London): 4.136,27 (+1,80 Prozent)

CAC40 (Paris): 3.378,93 (+1,47 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 21.999,00 (+1,64 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 9.811,70 (+1,62 Prozent)

SMI (Zürich): 6.129,53 (+0,49 Prozent)

ATX (Wien): 2.066,13 (+2,72 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der französische Umweltservice-Konzern Veolia Environnement S.A. hat seine Prognose für das laufende Fiskaljahr angesichts der unvorteilhaften konjunkturellen Rahmenbedingungen nach unten revidiert. Wie aus einer am Sonntag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, habe man im Sommer dieses Jahres vor allem im Segment Abfallentsorgung unter rückläufigen Tonnagen sowie den deutlich gesunkenen Preisen für Sekundärrohstoffe zu leiden gehabt. Die zeitweise notwendig gewordenen Produktionsstilllegungen in Italien sowie Restrukturierungsaufwendungen in Deutschland hätten das Ergebnis bislang zusätzlich belastet, teilte der Konzern weiter mit. Für das laufende Fiskaljahr erwartet man nunmehr einen operativen Cash-Flow, der im Bereich von 4,10 bis 4,20 Mrd. Euro liegen werde, nach 4,16 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Halbjahr hatte der Konzern noch einen Zuwachs beim operativen Cash-Flow von rund 6 Prozent in Aussicht gestellt.

Der Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) droht einem Pressebericht zufolge ein harter Kampf bei der geplanten Übernahme der Austrian Airlines AG (AUA) (ISIN AT0000620158/ WKN 875224). Wie die "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe) berichtet, habe die Fluggesellschaft Air France-KLM (ISIN FR0000031122/ WKN 855111) zuletzt ihre Bemühungen um eine Übernahme der angeschlagenen österreichischen Fluggesellschaft verstärkt. In diesem Zusammenhang drohe bis zum Ende der Gebotsfrist am Freitag ein Bietergefecht um die Airline - trotz verschlechterter Ertragslage. "Air France ist in dem Verfahren top positioniert", wird eine mit der Angelegenheit vertraute Person zitiert. Air France-KLM käme nach Angaben der Wirtschaftszeitung eine Stärkung des Osteuropageschäfts gelegen und scheint nun bereit, die politischen Bedingungen größtenteils zu erfüllen, um den Zuschlag zu erhalten.

Der schweizerische Pharmakonzern Novartis AG (ISIN CH0012005267/ WKN 904278) gab heute bekannt, dass er seinen Gewinn im dritten Quartal um 32 Prozent gesteigert hat. Sämtliche Angaben beziehen sich auf fortzuführende Geschäftsbereiche. Das operative Ergebnis kletterte um 61 Prozent, während der Nettoumsatz sich um 12 Prozent erhöhte. Novartis bekräftigt erneut die Erwartungen eines weiteren Jahres mit Rekordwerten bei Nettoumsatz und Gewinn der fortzuführenden Geschäftsbereiche des Konzerns, die jetzt ausschließlich auf den Gesundheitssektor fokussiert sind. Das Unternehmen rechnet auf Konzernebene mit einem währungsbereinigten Nettoumsatzwachstum der fortzuführenden Geschäftsbereiche im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Das schweizerische Logistikunternehmen Kühne + Nagel International AG (ISIN CH0025238863/ WKN A0JLZL) meldete heute, dass es seinen Gewinn in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres um rund 10 Prozent gesteigert hat. Zudem wurde die Übernahme der Alloin-Gruppe gemeldet. Den Angaben zufolge stieg der Umsatz von Januar bis September um 6 Prozent (um negative Währungseffekte und Akquisitionen bereinigt: 9,3 Prozent). Wie der Konzern weiter mitteilte, hat er mit dem Erwerb des französischen Stückgutunternehmens Alloin einen der wichtigsten Meilensteine auf dem Weg zu einem führenden Landverkehrsanbieter in Europa gesetzt.

Der österreichische Öl- und Erdgaskonzern OMV AG (ISIN AT0000743059/ WKN 874341) hat heute die Produktionsdaten für das dritte Quartal vorgelegt. Demnach lag die Gesamtproduktion im Berichtsquartal bei 316.000 Barrel Öläquivalent (boe) pro Tag, nachdem im Vorjahresquartal ein Wert von 317.000 boe ausgewiesen worden war. Wie OMV weiter ausführte, kann die Raffinerie Arpechim die geforderte Rentabilität auf Grund des hohen Eigenenergieverbrauchs, einer nachteiligen Produktenausbeute sowie hoher Fixkosten nicht erzielen. In diesem Zusammenhang wird ein Impairment von 160 Mio. Euro auf den Buchwert von Arpechim erwartet. Des Weiteren sollen in Deutschland und Österreich Restrukturierungskosten von etwa 40 Mio. Euro anfallen.

Der schwedische Telekommunikationsausrüster Ericsson (ISIN SE0000108656/ WKN 850001), der weltgrößte Hersteller von Mobilfunknetzen, gab heute bekannt, dass sein Gewinn im dritten Quartal um 28 Prozent gesunken ist. Das jüngste Ergebnis beinhaltet dabei restrukturierungsbedingte Sonderbelastungen. Der Umsatz erhöhte sich um 13 Prozent (währungsbereinigt: 17 Prozent). Der operative Gewinn (vor Sonderbelastungen) konnte im Berichtszeitraum leicht verbessert werden.

Der niederländische Allfinanzkonzern ING Groep N.V. (ISIN NL0000303600/ WKN 881111), der noch am Freitag Marktgerüchte über eine möglicherweise bevorstehende Kapitalerhöhung zurückgewiesen hat, gab am Sonntag bekannt, dass er eine staatliche Kapitalspritze in Höhe von 10 Mrd. Euro in Anspruch nimmt. Durch die Hilfe werde u.a. die Kapitalbasis des Finanzkonzerns gestärkt. Wie der Allfinanzkonzern weiter ausführte, habe das schwache Kapitalmarktumfeld im dritten Quartal zu Ergebnisbelastungen geführt. So seien in Zusammenhang mit Abschreibungen auf Finanzanlagen sowie Wertberichtigungen auf Immobilien negative Einmaleffekte in Höhe von 1,6 Mrd. Euro vor Steuern angefallen. Die Rückstellungen für faule Kredite seien auf insgesamt rund 400 Mio. Euro angestiegen. In diesem Zusammenhang geht der Konzern von einem Nettoverlust von rund 500 Mio. Euro für das dritte Quartal aus. Die operative Entwicklung wurde hingegen als zufrieden stellend bezeichnet. (20.10.2008/ac/n/m)

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