14.09.2006 14:31
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Börsen in Europa: Leicht positiv, Kingfisher im Plus


Zürich (aktiencheck.de AG) - Angetrieben durch feste Vorgabe aus Übersee tendieren die europäischen Börsen am Donnerstag leicht positiv. Für Zurückhaltung sorgen indes zahlreiche US-Konjunkturdaten, die am Nachmittag zur Veröffentlichung anstehen. Aktuell verzeichnet der Dow Jones Euro Stoxx 50 einen leichten Aufschlag von 0,10 Prozent und notiert bei 3.809,22 Punkten, der auch britische und schweizerische Werte umfassende Dow Jones STOXX 50 gewinnt 0,24 Prozent auf 3.515,25 Zähler hinzu. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 rückt daneben um 0,20 Prozent auf 887,51 Indexpunkte vor. Die europäischen Länderbörsen melden mit Ausnahme von Zürich ebenfalls positive Vorzeichen.

In London legen Papiere des Versicherers Aviva ein halbes Prozent zu. Der Konzern kündigte heute den Abbau von 4.000 Arbeitsplätzen in Großbritannien an, um die Kosten zu senken und die Profitabilität zu steigern. Aktien von Kingfisher verbuchen ein sattes Kursplus von 2 Prozent. Die größte Baumarktkette in Europa hat im ersten Halbjahr zwar nur einen Gewinn auf Vorjahresniveau erzielt, die Erwartungen aber übertroffen. Dagegen knicken Papiere des Versicherungskonzerns Old Mutual, ebenfalls nach der Bekanntgabe von Ergebnissen, um mehr als 2 Prozent ein.

In Paris geht es für Titel des Einzelhandelskonzerns Casino um knapp 3 Prozent abwärts. Das Unternehmen verbuchte im ersten Halbjahr aufgrund höherer Umsatzerlöse zwar einen Gewinnanstieg, die Erwartungen konnten dabei aber nicht erfüllt werden. Titel des Luxusartikelhersteller Richemont preschen dagegen in Zürich um mehr als 2 Prozent vor, nachdem die vorgelegten Umsatzzahlen überzeugen konnten.

Indexstände (14:24 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.809,22 (+0,10 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.515,25 (+0,24 Prozent)

EURONEXT 100: 887,51 (+0,20 Prozent)

FTSE 100 (London): 5.915,20 (+0,39 Prozent)

CAC40 (Paris): 5.145,02 (+0,14 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 38.018,00 (+0,10 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 12.192,30 (+0,23 Prozent)

SMI (Zürich): 8.205,74 (-0,12 Prozent)

ATX (Wien): 3.704,65 (+0,21 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der größte britische Versicherer Aviva plc meldete heute, dass er in Großbritannien 4.000 Arbeitsplätze (11 Prozent der dortigen Belegschaft) abbauen wird, um die Kosten zu senken und die Profitabilität zu steigern. Die Maßnahmen sollen dem Konzern zufolge zu Kosteneinsparungen in Höhe von 250 Mio. Britischen Pfund (GBP) pro Jahr führen. Im Zuge der Stellenstreichungen werden 1.000 Arbeitsplätze nach Indien verlagert, was Aviva bis Ende 2007 voraussichtlich 250 Mio. GBP kosten wird. Der Aviva-Konzern beschäftigt in Großbritannien derzeit 36.000 Mitarbeiter.

Die britische Kingfisher plc (ISIN GB0033195214/ WKN 812861), die größte Baumarktkette in Europa, meldete heute, dass sie im ersten Halbjahr nur einen Gewinn auf Vorjahresniveau erzielt hat, was auf geringere Kundenausgaben zurückzuführen ist. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 168,5 Mio. Britische Pfund (GBP) bzw. 7,2 Pence pro Aktie, was exakt den Vorjahreswerten entspricht. Das Ergebnis wurde dabei von einem Einmalertrag in Höhe von 42 Mio. GBP aus einem Immobilienverkauf begünstigt. Der Umsatz nahm um 6,6 Prozent auf 4,35 Mrd. GBP zu.

Die Old Mutual plc (ISIN GB0007389926/ WKN 924610), der drittgrößte Versicherungskonzern in Großbritannien, teilte heute mit, dass ihr Gewinn im ersten Halbjahr um 1,8 Prozent gesunken ist, was mit einer höheren Einkommensteuer zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 380 Mio. Britische Pfund (GBP) bzw. 7,5 Pence pro Aktie, gegenüber 387 GBP bzw. 11.2 Pence pro Aktie. Das jüngste Ergebnis wurde dabei von einer deutlich höheren Einkommensteuer belastet, die von 181 Mio. GBP im Vorjahr auf 296 Mio. GBP angestiegen ist. Der operative Gewinn vor Steuern kletterte in den ersten sechs Monaten von 566 Mio. GBP im Vorjahr auf nun 771 Mio. GBP. Die weltweiten Einnahmen aus Lebensversicherungen erhöhten sich im Berichtszeitraum um 8 Prozent auf 802 Mio. GBP.

Der französische Einzelhandelskonzern Casino Guichard-Perrachon et Cie. S.A. (ISIN FR0000125585/ WKN 853152) verbuchte im ersten Halbjahr aufgrund höherer Umsatzerlöse einen Gewinnanstieg. Wie der Supermarktbetreiber heute bekannt gab, lag der Gesamtumsatz im Berichtszeitraum bei 11,64 Mrd. Euro, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 9,99 Mrd. Euro) einem Plus von 16,5 Prozent entspricht. Wesentlichen Anteil hatte dabei die starke Entwicklung außerhalb des französischen Heimatmarktes, wo Casino beim Umsatz ein Plus von 75,8 Prozent auf 3,14 Mrd. Euro vorweisen konnte. In Frankreich verbesserten sich die Umsatzerlöse um 3,6 Prozent auf knapp 8,5 Mrd. Euro. Der operative Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft verbesserte sich von 424 Mio. Euro auf 450 Mio. Euro. Inklusive Einmaleffekten aus nicht fortgeführten Geschäftsaktivitäten verbesserte sich der operative Gewinn im Vorjahresvergleich von 417 Mio. Euro auf 544 Mio. Euro. Der Nettogewinn aus dem fortgeführten Geschäft kletterte im Vorjahresvergleich von 249 Mio. Euro auf 312 Mio. Euro. Beim Nettoergebnis nach Anteilen Dritter verzeichnete Casino einen Anstieg von 202 Mio. Euro auf 258 Mio. Euro, was einem Plus von 27,6 Prozent entspricht. Im ersten Halbjahr konnte der Einzelhandelskonzern Desinvestitionen in Höhe von insgesamt 1,5 Mrd. Euro realisieren und äußerte sich zuversichtlich, bis zum Jahresende, wie geplant nicht zum Kerngeschäft gehörende Aktivitäten im Gesamtwert von 2 Mrd. Euro veräußern zu können. Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern außerdem die Ergebnisprognose und erwartet einen Umsatzanstieg sowie ein Plus beim operativen Ergebnis und beim Nettogewinn.

Der schweizerische Luxusartikelhersteller Compagnie Financière Richemont AG (ISIN CH0012731458/ WKN 875863) konnte in den ersten fünf Monaten des laufenden Fiskaljahres aufgrund der weltweit stabilen Nachfrageentwicklung ein deutliches Umsatzplus vorweisen. Wie der Konzern heute erklärte, verbuchte man in der Berichtsperiode einen Umsatzanstieg von 16 Prozent. Auf um Wechselkurseffekte beeinigter Basis verzeichnete der weltweit zweitgrößte Luxusartikelhersteller einen Umsatzanstieg von 18 Prozent. Wesentlichen Anteil an dem deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse hatte die Region Asien-Pazifik, in der man in der Berichtsperiode ein Umsatzplus von 20 Prozent vorweisen konnte. In Europa und den Märkten in Nordamerika verbuchte Richemont einen Anstieg von jeweils 17 Prozent. Besonders gefragt waren bei den Konsumenten dabei insbesondere edle Schreibgeräte der Marke Montblanc sowie Luxusuhren (Jaeger-LeCoultre, Piaget und Panerai), wobei diese Segmente ein Umsatzplus von 16 bzw. 23 Prozent vorweisen konnten. Derzeit ist nach Angaben von CEO Johann Rupert noch kein Ende der positiven Geschäftsentwicklung bei Luxusartikeln in Sicht. Für die ersten sechs Monate des laufenden Fiskaljahres sowie das Gesamtjahr erwartet der Konzernchef vor dem Hintergrund der starken Entwicklung der ersten fünf Monate ein "gutes Ergebnis". Die Gewinnmargen sollen durch Preisanpassungen sowie Absicherungen bei Währungen erhalten bleiben, so Rupert.

Der Nutzfahrzeughersteller MAN AG (ISIN DE0005937007/ WKN 593700) will für seinen Konkurrenten Scania AB (ISIN SE0000308272/ WKN 899845) Presseangaben zufolge in der kommenden Woche eine Übernahmeofferte in Höhe von insgesamt rund 9,5 Mrd. Euro vorlegen. Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (Donnerstagausgabe), die sich dabei auf Beteiligte des Fusionsprozesses beruft, will MAN insgesamt 440 Schwedische Kronen (SEK) (rund 47,58 Euro) je Scania-Aktie bieten, was umgerechnet einem Gesamtvolumen von 9,5 Mrd. Euro entspricht. Dabei will der im DAX30 notierte Konzern sowohl Bargeld als auch eigene Aktien für seinen schwedischen Konkurrenten bieten. Am Vortag hatte MAN sein Interesse an einer Übernahme von Scania bestätigt. Nach Ansicht von MAN gibt es eine "überzeugende industrielle Logik" für eine solche Kombination. Zusammen würden beide Unternehmen zur Nummer eins im europäischen Markt für Nutzfahrzeuge werden und damit eine bedeutende Plattform für profitables Wachstum schaffen, hatte MAN am Vortag erklärt. (14.09.2006/ac/n/m)



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