Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen tendieren zur Tagesmitte hin etwas schwächer. Der
Dow Jones Euro Stoxx 50 verliert aktuell 0,07 Prozent auf 2.442,76 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 büßt 0,31 Prozent ein auf 2.057,29 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verzeichnet ein Minus von 0,45 Prozent auf 543,28 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen melden ebenfalls gemischte Vorzeichen.
An der Pariser Börse sacken Anteilsscheine von Carrefour um 8 Prozent ab, nachdem der Einzelhandelskonzern am Vorabend seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr nach unten revidiert hat. Ähnlich starke Verluste sind bei BNP Paribas auszumachen. Die Großbank meldete zuvor, dass sie mit der Übernahme der belgischen Fortis-Bank nicht wie ursprünglich geplant fortfahren kann. Als Begründung für den Schritt nannte der Konzern eine Entscheidung des Brüsseler Berufungsgerichts vom vergangenen Freitag. Fortis gewinnen in Brüssel mehr als 10 Prozent.
In London geben British Airways ein knappes Prozent ab. Wie heute bekannt wurde, sind die Fusionsverhandlungen zwischen den Briten und der australischen Qantas Airways ohne Ergebnis geblieben. Leicht grüne Vorzeichen sind bei Standard Chartered auszumachen. Die von der Großbank angekündigte milliardenschwere Kapitalerhöhung ist bei den Aktionären Konzernangaben zufolge auf breite Zustimmung gestoßen. Deutliche Verluste fahren dagegen RBS (-3 Prozent) und HSBC (-6,7 Prozent) ein.
In Amsterdam verlieren ASML mehr als 2 Prozent. Der Chip-Ausrüster hat heute seine Umsatzprognose für das laufende Quartal nach unten korrigiert. Zudem wird der Konzern Stellen abbauen.
Indexstände (13:15 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.442,76 (-0,07 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 2.057,29 (-0,31 Prozent)
EURONEXT 100: 543,28 (-0,45 Prozent)
FTSE 100 (London): 4.326,05 (+0,04 Prozent)
CAC40 (Paris): 3.210,58 (-0,97 Prozent)
MIB 30 (Mailand): 19.359,00 (+0,04 Prozent)
IBEX 35 (Madrid): 9.260,30 (+0,69 Prozent)
SMI (Zürich): 5.579,44 (+0,56 Prozent)
ATX (Wien): 1.720,43 (-0,70 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Die Verhandlungen zwischen der Fluggesellschaft British Airways plc und der australischen Qantas Airways Ltd. (ISIN AU000000QAN2/ WKN 896435) sind ohne Ergebnis geblieben. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, haben sich beide Luftfahrtkonzerne trotz intensiver Verhandlungen nicht auf einen Zusammenschluss verständigen können. Anfang des Monats hatten beide Fluggesellschaften Verhandlungen über eine mögliche Fusion angekündigt. Parallel verhandelt British Airways außerdem mit der spanischen Iberia Lineas Aereas de Espana S.A. (ISIN ES0147200036/ WKN 589402) über einen Zusammenschluss.
Der britisch/australische Minenkonzern BHP Billiton plc/ Ltd. (ISIN GB0000566504/ WKN 908101) (ISIN AU000000BHP4/ WKN 850524) sieht sich dank der geringen Konzernverschuldung sowie der insgesamt weiterhin positiven operativen Aussichten besser positioniert als die Konkurrenz. In einem Brief an die Aktionäre erklärte der Chairman Don Argus, dass BHP Billiton nach der Absage der milliardenschweren Offerte für seinen Konkurrenten Rio Tinto plc/ Ltd. (ISIN GB0007188757/ WKN 852147) (ISIN AU000000RIO1/ WKN 855018) künftig eigenständig bleiben werde. Künftig werde man sich verstärkt auf den Ausbau von Produktionskapazitäten in bereits erschlossenen Regionen und Abbaugebieten konzentrieren und weniger in die Erschließung neuer Lagerstätten investieren.
Die von der britischen Großbank Standard Chartered plc (ISIN GB0004082847/ WKN 859123) angekündigte milliardenschwere Kapitalerhöhung ist bei den Aktionären des Konzerns auf breite Zustimmung gestoßen. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, liegen zum jetzigen Zeitpunkt verbindliche Zusagen für 96,95 Prozent der neuen Aktien vor. Die übrigen Anteilsscheine aus der Kapitalerhöhung, welche nicht durch die Aktionäre gezeichnet wurden, werden von dem als Joint Bookrunner fungierenden Bankenkonsortium übernommen. Am 24. November 2008 hatte der Konzern die Kapitalerhöhung im Gesamtwert von 1,779 Mrd. Britischen Pfund (GBP) angekündigt. Anteilseigner
Der französische Einzelhandelskonzern Carrefour S.A. (ISIN FR0000120172/ WKN 852362) hat seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr nach unten revidiert. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, erwartet man für das Geschäftsjahr 2008 nur noch einen Umsatzanstieg um 6,5 Prozent. Das operative Ergebnis soll nur leicht über dem Vorjahreswert liegen. Bislang hatte Carrefour sowohl beim Umsatz wie auch beim Gewinn einen Zuwachs um 7 Prozent angepeilt. Als Grund für die Revision der Prognose gab der Einzelhändler den schwachen Konsum insbesondere auf dem europäischen Markt an.
Die französische Großbank BNP Paribas S.A. (ISIN FR0000131104/ WKN 887771) meldete heute, dass sie mit der Übernahme der belgischen Fortis-Bank nicht wie ursprünglich geplant fortfahren kann. Daher wurde auch die für den morgigen Freitag angesetzte Hauptversammlung abgesagt. BNP Paribas, die größte Bankgesellschaft in Frankreich, gab Anfang Oktober bekannt, dass sie für 14,5 Mrd. Euro die Kontrolle über die Bankaktivitäten des angeschlagenen Finanzdienstleisters Fortis (ISIN BE0003801181/ WKN 982570) in Belgien und in Luxemburg sowie dessen belgisches Versicherungsgeschäft übernimmt. Als Begründung für den jüngsten Schritt führte BNP Paribas die Entscheidung des Brüsseler Berufungsgerichts vom 12. Dezember 2008 an. Das Brussels Court of Appeal hat dabei einer Klage von Kleinanlegern Recht gegeben. Diese verlangen, dass der geplante Verkauf der Fortis-Aktivitäten an BNP Paribas von der Fortis-Hauptversammlung abgesegnet werden muss.
Der niederländische Chip-Ausrüster ASML Holding N.V. (ISIN NL0006034001/ WKN A0M190), der weltgrößte Hersteller von Lithographiesystemen, meldete heute, dass er seine Umsatzprognose für das laufende Quartal angesichts eines dramatischen Rückgangs beim Auftragseingang als Folge der weltweiten Wirtschaftskrise nach unten korrigiert hat. Zudem wird man Stellen abbauen. Wie ASML weiter mitteilte, wird man seine gesamte Belegschaft zwischen dem vierten Quartal 2008 und dem zweiten Quartal 2009 um mehr als 10 Prozent reduzieren. Davon sind rund 1.000 Mitarbeiter betroffen, vor allem Zeitarbeiter. (18.12.2008/ac/n/m)