Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen haben am letzten Handelstag der Woche kräftige Verluste zu verkraften. Der
Dow Jones Euro Stoxx 50 sackt aktuell um 1,82 Prozent ab und notiert bei 3.148,84 Punkten. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 büßt 1,67 Prozent ein auf 2.715,66 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gibt gleichzeitig 2,13 Prozent ab auf 716,61 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen liegen ebenfalls tief im Minus.
Ein Belastungsfaktor ist die Pleite der größten amerikanischen Sparkasse Washington Mutual. Zu allem Überfluss wurde bislang auch noch keine Einigung beim Rettungspaket der US-Regierung für die Finanzbranche erzielt.
Nach Spekulationen um Liquiditätsengpässe stehen Papiere von Fortis in Amsterdam im Blick. Obwohl der Finanzdienstleister die jüngsten Gerüchte zurückgewiesen hat, bricht die Aktie um 11,5 Prozent ein. ING Groep geben 4,5 Prozent ab. Papiere des Elektronikkonzerns Philips, der heute Sonderbelastungen in Zusammenhang mit Asbestklagen gegen die US-Tochter THAN angekündigt hat, geben dem Umfeld entsprechend rund 2 Prozent ab.
In London ziehen sich die Verluste quasi quer durch alle Branchen. Im Finanzsektor geben mitunter Barclays 2 Prozent, HBOS 4,1 Prozent und Alliance & Leicester 3,6 Prozent ab. Gegen den Trend können RBS über 1 Prozent gutmachen. Im Rohstoffsektor büßen unter anderem BHP Billiton 3,1 Prozent, Rio Tinto 2,8 Prozent und BP 2,5 Prozent ein.
In Paris geben BNP Paribas 4,1 Prozent, Crédit Agricole 5,2 Prozent, Société Générale 2,3 Prozent und AXA 4,8 Prozent ab. Titel der Großbanken UBS und Credit Suisse verlieren in Zürich 4,3 bzw. 5,5 Prozent.
Indexstände (14:07 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 3.148,84 (-1,82 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 2.715,66 (-1,67 Prozent)
EURONEXT 100: 716,61 (-2,13 Prozent)
FTSE 100 (London): 5.094,97 (-1,96 Prozent)
CAC40 (Paris): 4.138,80 (-2,08 Prozent)
MIB 30 (Mailand): 26.992,00 (-2,11 Prozent)
IBEX 35 (Madrid): 11.299,60 (-1,22 Prozent)
SMI (Zürich): 6.809,45 (-1,96 Prozent)
ATX (Wien): 3.015,44 (-2,87 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Der belgische Finanzdienstleister Fortis hat die jüngsten Spekulationen über mögliche Liquiditätsengpässe zurückgewiesen. In einer am Donnerstagabend veröffentlichten Pressemitteilung des Finanzkonzerns wurde in diesem Zusammenhang auf frühere Pressemitteilungen von Fortis verwiesen. Zuletzt hatte der Konzern am 16. September Spekulationen über eine möglicherweise anstehende Kapitalerhöhung kategorisch als falsch und irreführend zurückgewiesen.
Der niederländische Elektronikkonzern Philips Electronics N.V. (ISIN NL0000009538/ WKN 940602) hat heute Sonderbelastungen in Zusammenhang mit Asbestklagen gegen die US-Tochter TH Agriculture and Nutrition LLC (THAN) angekündigt. Wie aus der Pressemitteilung des Konzerns hervorgeht, habe die Tochtergesellschaft mit den zuständigen US-Behörden Vergleiche geschlossen, welche alle noch anhängigen und zukünftig zu erwartenden Asbest-Klagen gegen die US-Tochter und ihre assoziierten Unternehmen abdecken. In diesem Zusammenhang erwartet der Konzern Einmalbelastungen in Höhe von ungefähr 148 Mio. Euro nach Steuern. Diese Einmalbelastungen werden im dritten Quartal verbucht.
Presseangaben zufolge zieht der italienische Versicherungskonzern Assicurazioni Generali S.p.A. (ISIN IT0000062072/ WKN 850312) ein Investment im Reich der Mitte in Betracht. Wie die Zeitung "Il Sole 24 Ore" heute berichtet, hat das Board des Konzerns über eine Minderheitsbeteiligung an einer chinesischen Asset Management-Gesellschaft mit Fokus auf Pensionsfonds diskutiert. Zudem hätten die Directors gestern einen Plan erwogen, der die Gründung eines Private Equity-Fonds in Osteuropa zur Investition in Infrastrukturprojekte vorsehe. An der britischen RSA Insurance Group plc (ISIN GB0006616899/ WKN 920494) ist der Generali-Konzern indes nicht interessiert, so die Zeitung weiter.
Die schwedische Telefongesellschaft TeliaSonera AB (ISIN SE0000667925/ WKN 938475) meldete heute, dass sie die beiden Mobilfunkbetreiber Spice Nepal Pvt. Ltd. (Nepal) und Applifone Co. Ltd. (Kambodscha) für 3,2 Mrd. Schwedische Kronen (SEK) (484 Mio. Dollar) übernehmen wird. Im Rahmen der Transaktion erwirbt der Konzern 51 Prozent der Anteile an der TeliaSonera Asia Holding B.V. von der Visor Group, welche die restlichen 49 Prozent behält. Die TeliaSonera Asia Holding besitzt 80 Prozent der Anteile an Spice Nepal, dem zweitgrößten Mobilfunkbetreiber in Nepal, und 100 Prozent der Anteile an Applifone, einem Start-Up Mobilfunkanbieter in Kambodscha. (26.09.2008/ac/n/m)