Paris (aktiencheck.de AG) - Spekulationen um die Notwendigkeit möglicher Finanzhilfen für Portugal belasteten zum Wochenausklang den Handel an den europäischen Börsen. Einen Teil ihrer Verluste konnten die Indizes am Nachmittag jedoch wettmachen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 1,02 Prozent auf 2.736,96 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 büßte 0,53 Prozent auf 2.525,69 Zähler ein. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gab indes um 0,74 Prozent nach auf 678,08 Punkte nach.
Die europäischen Länderbörsen verzeichneten ebenfalls durchweg Einbußen. Die höchsten Verluste erlitt vor dem Hintergrund der Schuldenkrise der spanische IBEX, der mit einem Tagesverlust von 1,8 Prozent in den Feierabend ging.
Portugal soll einem Medienbericht zufolge ebenfalls zu Hilfen aus dem europäischen Rettungsschirm genötigt werden. Wie es hieß, drängt die Europäische Zentralbank und eine Mehrheit der Euro-Länder darauf, dass auch Portugal wie Irland einen Antrag auf Hilfen stellt. Wie in dem Bericht verlautbart wurde, gelten Portugals Banken zwar nicht als überschuldet wie die irischen, seien aber derzeit für ihre Geschäfte offenbar ebenfalls auf Geld der EZB angewiesen. Ferner ist die Geldmenge M3 ist in der Eurozone im Oktober mach Angaben der europäischen Zentralbank weiter angewachsen. So erhöhte sich die Geldmenge M3 im Berichtsmonat gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent. Im September wurde hier ein Anstieg um 1,1 Prozent ausgewiesen.
Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)), der weltgrößte Hersteller von Mobilfunknetzen, gab bekannt, dass der indonesische GSM- und 3G-Betreiber AXIS seine Managed Services-Partnerschaft mit dem schwedischen Telekommunikationsausrüster verlängert und ausgebaut hat. AXIS hat mit Ericsson nun einen Vertrag mit einer Laufzeit von vier Jahren geschlossen. Auf Basis der Managed Services-Kooperation, die im Jahr 2008 begann, wird Ericsson die Bereiche Netzwerkbetrieb, Field Maintenance, Support Services und Ersatzteil-Management von AXIS im Großraum Jakarta sowie im Norden Sumatras verantworten. Der Anteilschein von Ericsson verbilligte sich um 0,3 Prozent.
Aus der Schweiz gab es heute wieder Nachrichten zu Basilea Pharmaceutica . Das Biopharmaunternehmen gab bekannt, dass sie und ihr Partner Astellas Pharma nach Beratung mit der US-Arzneimittelbehörde FDA sich darauf verständigt haben, in der klinischen Phase-III-Studie mit Isavuconazol zur Behandlung invasiver Aspergillose die "Gesamtmortalität" (all-cause-mortality) als primären Endpunkt zu verwenden. Gleichzeitig wurde der bisherige Zeitplan für das laufende Phase-III-Programm bestätigt. Die Eröffnung erster Studienzentren ist zum Jahresende oder Anfang 2011 vorgesehen und das Vorliegen erster Phase-III-Resultate wird den Angaben zufolge weiterhin im Jahr 2013 erwartet. Die Aktie gab im breiten Markt um 0,3 Prozent nach.
Im SMI legten die Papiere von Roche als bester Wert um 0,4 Prozent zu. Am Indexende standen Bankaktien. UBS verloren 1,9 Prozent, Julius Bär gaben um 1,7 Prozent nach.
BT Group rückten in London um 4,4 Prozent vor. Die Telefongesellschaft teilte heute mit, dass sie einen Anteil von 5,5 Prozent an der Tech Mahindra Ltd. an den Joint Venture-Partner Mahindra & Mahindra (MahindraMahindra) verkaufen wird. Derzeit verfügt der Konzern nach eigenen Angaben über einen Anteil von 29,9 Prozent an Tech Mahindra. Das Gemeinschaftsunternehmen werde auch weiterhin ein wichtiger strategischer Lieferant für die BT Group sein, wobei weitere Anteilsverkäufe in Zukunft in Betracht gezogen werden könnten. Die BT Group geht jedoch davon aus, noch eine gewisse Zeit eine Beteiligung an Tech Mahindra zu halten.
Die britische Großbank HSBC Holdings gab heute eine Personalie bekannt. So wurde Paul Thurston mit Wirkung zum 1. März 2011 zum Chief Executive für die Bereiche Retail Banking und Wealth Management bestellt. Die Aktie verbilligte sich um 0,8 Prozent. Am Indexende standen Bankwerte unter Druck. So verloren am Indexende die Royal Bank of Scotland und Lloyds Banking 5,3 bzw. 4,4 Prozent an Wert. An der Spitze stand die Aktie von Capital Shopping Centres mit einem Aufschlag von 5,3 Prozent.
Im CAC 40 lagen die Papiere von STMicroelectronics mit einem Zugewinn von 2,8 Prozent ganz vorne, während am Ende Alcatel-Lucent und Peugeot 3,1 bzw. 2,7 Prozent verloren.
Die Aktie der österreichischen Kapsch TrafficCom legte um 2,3 Prozent zu. Der Mautsystem-Spezialist konnte im ersten Halbjahr mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnissprung aufwarten. So stieg der Umsatz um 85 Prozent auf 146,5 Mio. Euro. Beim Nachsteuerergebnis wurde ein Gewinn von 14,2 Mio. Euro erzielt, nach einem Gewinn von 2,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Ferner verbesserte sich die Aktie des Motorradherstellers KTM Power Sports um 0,7 Prozent, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose für das Fiskaljahr 2010 angehoben hat.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.736,96 (-1,02 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.525,69 (-0,53 Prozent) EURONEXT 100: 673,62 (-1,39 Prozent) FTSE 100 (London): 5.668,70 (-0,53 Prozent) CAC40 (Paris): 3.728,65 (-0,84 Prozent) MIB (Mailand): 19.844,31 (-0,51 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.547,20 (-1,80 Prozent) SMI (Zürich): 6.483,56 (-0,29 Prozent) ATX (Wien): 2.681,39 (-0,10 Prozent) (26.11.2010/ac/n/m)